Institut für Regionalforschung e.V.

03/06/2013:
Nur noch für jeden zweiten Beschäftigten gilt ein Branchentarifvertrag

Die in vielen Branchen zu beobachtende nachlassende Tarifbindung der Unternehmen stellt nicht nur die Gewerkschaften vor große Probleme (siehe 09.08.2011). Auch für die Beschäftigten schwindet damit ein Schutzmechanismus gegen Niedriglöhne und prekäre Beschäftigung. Einer Meldung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge hat sich der Negativtrend auch 2012 fortgesetzt.

Wie das IAB anlässlich einer aktuellen Auswertung von Daten des IAB-Betriebspanels, einer jährlichen Befragung von mehr als 15.000 Betrieben, herausfand, hat sich der Anteil der Beschäftigten, die in Betrieben mit tariflich regulierten Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, nach 2011 (siehe 01.06.2012) auch im Jahr 2012 weiter verringert. So hätten im Jahr 2012 hochgerechnet nur noch etwa 53 Prozent der westdeutschen und 36 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten in Betrieben gearbeitet, die branchentarifgebunden sind. Gegenüber 2011 bedeute das einen Rückgang um jeweils einen Prozentpunkt. Damit hätte 2012 insgesamt nur noch für rund 50 Prozent der Beschäftigten ein Branchentarifvertrag gegolten.

Firmentarifverträge hätten 2012 für 7 Prozent der westdeutschen und rund 12 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegolten. Für 40 Prozent der Beschäftigten im Westen und 51 Prozent im Osten habe es keinen Tarifvertrag gegeben.

Quellen:
IAB-Presseinformation vom 03.06.2013
lAB-Grafik zur Tarifbindung 2012