Institut für Regionalforschung e.V.

AUFSTOCKER:




08/05/2013:
Niedriglöhne lassen Aufstockerzahlen steigen

Unter den Aufstockern (Erwerbstätige, die ihr Einkommen mit Hartz IV-Leistungen aufstocken müssen) wächst der Anteil jener Personen, die einer sozialversicherungspflichtigen Voll- oder Teilzeitbeschäftigung nachgehen (siehe 30.04.2013). Einer Meldung von Süddeutsche.de zufolge sei auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, die mehr als 800 Euro brutto im Monat nach Hause brächten, aber zur Sicherung des Existenzminimums die staatliche Grundsicherung (Hartz IV) benötigten, in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gestiegen.

Wie es weiter heißt, habe es 2012 im Jahresdurchschnitt etwa 323.000 Haushalte mit einem sogenannten Hartz IV-Aufstocker gegeben, der ein sozialversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen von mehr als 800 Euro bezogen habe. 2009 seien es noch etwa 20.000 weniger gewesen. Dies gehe aus neuen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Noch deutlicher sei der Anstieg bei den Singles mit einem entsprechenden Verdienst, wie eine Sonderauswertung der BA zeige. Die Zahl der auf Hartz IV angewiesenen, alleinstehenden Vollzeit- oder Teilzeit-Jobber sei im genannten Zeitraum um 38 Prozent auf zirka 75 600 gestiegen.

Arbeitnehmer, die ihren Lohn aufstocken müssten, arbeiteten vor allem im Handel, in der Gastronomie, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie als Leiharbeiter. Insgesamt seien 2012 durchschnittlich etwa 1,3 Millionen Hartz-IV-Bezieher erwerbstätig gewesen, etwa genauso viele wie 2009. Knapp die Hälfte von ihnen hätte nur einen Mini-Job gehabt.

Quelle: Süddeutsche.de vom 08.05.2013