Institut für Regionalforschung e.V.

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11/01/2013:
WSI bietet interaktive Karte zur regionalen Verteilung von Minijobs 2011

Seit Ende 2010 stellt das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung die Datenbank "Atypische Beschäftigung" zur Verfügung, in der u.a. auf der Basis von regional differenzierten Minijob-Daten für jeden Stadt- und Landkreis in Deutschland der Anteil der Minijobs an allen privatrechtlichen Beschäftigungsverhältnissen ausgewiesen wird (siehe 07.12.2010). Jetzt hat das WSI die regionale Verteilung von Minijobs für das Jahr 2011 berechnet und die Ergebnisse in Form einer interaktiven Deutschlandkarte ins Netz gestellt.

Hatte der Arbeitsmarktexperte Alexander Herzog-Stein anlässlich einer ersten Auswertung der Daten bereits 2010 festgestellt, dass es vor allem Betriebe in der westdeutschen Provinz sind, die Minijobs anbieten, die überwiegend von Frauen angenommen werden, so bietet die aktuelle Deutschlandkarte eine Bestätigung dieses Verteilungsmusters: Typische Minijobber sind weiterhin weiblich und leben in Westdeutschland auf dem Land.

Wie der Karte im Einzelnen zu entnehmen ist, konzentrieren sich die Landkreise mit besonders hohen Anteilen geringfügig entlohnter Beschäftigung (über 26 Prozent) in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In einigen Landkreisen wie etwa in der Grafschaft Bentheim, in Heinsberg und Trier-Saarburg sind bereits mehr als 30 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse Minijobs. In den ostdeutschen Bundesländern sind Minijobs dagegen deutlich schwächer verbreitet. Ihre Beschäftigungsanteile lagen 2011 in allen ostdeutschen Landkreisen mit Ausnahme des Havellandes unter 17 Prozent.

Quelle: Interaktive Deutschlandkarte Minijobs 2011

Weiterlesen:
Herzog-Stein, A. (2010): Atypische Beschäftigung – Minijobs: Ländlich, westlich, weiblich. Böckler Impuls 19/2010.

Regionale Entwicklung atypischer Beschäftigung. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Krellmann, Sabine Zimmermann, Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. BT-Drucksache 17/11968 (12/2012).