Institut für Regionalforschung e.V.

11/07/2013:
Hohe Anteile atypisch Beschäftigter in Berlin

Im Juli 2012 hatte der Berliner Senat das Arbeitsmarktprogramm "BerlinArbeit" verabschiedet, mit dem die Ausbreitung prekärer Beschäftigung eingedämmt werden soll (siehe 04.07.2012). Das scheint auch dringend notwendig, denn wie der Berliner Tagesspiegel aus dem ihm vorliegenden „Betriebspanel Berlin“, einer jährlichen repräsentativen Arbeitgeberbefragung, berichtet, hätten atypische Beschäftigungsformen wie Teilzeit, befristete Verträge, geringfügige Beschäftigung und Leiharbeit in Berlin stark zugenommen.

In den Dienstleistungsbranchen Berlins seien schon über die Hälfte der Arbeitnehmer/innen in solchen flexiblen Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Zudem sei fast jede zweite Neueinstellung befristet. Auch der Anteil der Teilzeitbeschäftigten sein in Berlin von 1996 bis 2012 von 17 auf 28 Prozent gestiegen.

Frauen seien von der Entwicklung besonders betroffen. Im Jahr 2012 hätten 56 Prozent der Arbeitnehmerinnen keine unbefristete Vollzeitstelle gehabt . Bei den Männern seien es nur 26 Prozent gewesen.

Mit der Ausbreitung atypischer Beschäftigung eng verbunden ist das Wachstum des Niedriglohnsektors. Wie die Berliner Zeitung unter Verweis auf Ergebnisse einer Studie des Pestel-Instituts (siehe 09.07.2013) berichtet, würden 363.000 Menschen in der Hauptstadt für einen Niedriglohn von weniger als 8,50 Euro/Stunde (brutto) arbeiten. Das sei jeder fünfte Erwerbstätige in Berlin.

Quellen:
Der Tagesspiegel vom 10.07.2013
Berliner Zeitung vom 10.07.2013