Institut für Regionalforschung e.V.

NIEDRIGLOHNSEKTOR:




22/02/2013:
In Sachsen-Anhalt arbeiten 200.000 Menschen zu Stundenlöhnen unter 8,50 Euro

Nach Angaben von Sachsen-Anhalts Arbeitsminister Norbert Bischoff (SPD) würden derzeit etwa 200.000 Beschäftigte im Land für weniger als 8,50 Euro die Stunde arbeiten, das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung. In den Bereichen Bäckereien, Fleischereien, Friseurhandwerk und Floristik würden auch Tariflöhne von weniger als fünf Euro gezahlt.

Nach Aussagen Bischoffs würden einheitliche Mindestlohngrenzen benötigt, die ein weiteres Ausfransen der Lohnstrukturen nach unten verhinderten. Die Situation in den genannten Problembranchen zeige, dass man sich nicht allein auf die Tarifautonomie berufen könne. Von der Einführung eines einheitlichen Mindestlohnes in Höhe von 8,50 Euro würde in Sachsen-Anhalt jeder fünfte Arbeitnehmer profitieren.

Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vom April 2012 ist Niedriglohnbeschäftigung in Sachsen-Anhalt weit verbreitet. Insgesamt 44 Prozent der Beschäftigten hätten monatlich weniger als 1.500 Euro verdient. Das Einkommensniveau habe im Verhältnis zu Westdeutschland im Durchschnitt bei 77 Prozent gelegen (siehe 11.04.2012).

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 22.02.2013