Institut für Regionalforschung e.V.

NIEDRIGLOHNSEKTOR:




25/02/2013:
83.000 Erwerbslose müssen ihr Arbeitslosengeld aufstocken lassen

Wenn Geringverdienende arbeitslos werden, dann reicht das Arbeitslosengeld sehr oft nicht, um die Existenz zu sichern. Mit dem ausufernden Niedriglohnsektor steigt die Zahl der Betroffenen, die zusätzliche finanzielle Leistungen benötigen. Nach einer Meldung der Saarbrücker Zeitung seien inzwischen etwa ein Zehntel der kurzzeitig Erwerbslosen zusätzlich auf Hartz IV angewiesen.

Wie die Zeitung unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) weiter schreibt, habe es im Oktober 2012 bundesweit 83.118 Parallelbezieher von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II (Hartz IV) gegeben. Ein Jahr zuvor seien es noch 73.178 gewesen, ein Anstieg um 14 Prozent (siehe 24.04.2012).

Berechnungen der Partei Die Linken zufolge müsse ein Single monatlich etwa 1.600 Euro brutto verdienen, um beim Arbeitslosengeld I einen Anspruch in Höhe der steuerfinanzierten Grundsicherung einschließlich Miete und Heizung (laut BA zuletzt im Schnitt 668 Euro) zu erzielen. Nach Aussage der Arbeitsmarkt-Expertin der Linken, Sabine Zimmermann, zeige sich hier, dass das Arbeitslosengeld als Versicherungsleistung, für die man oft viele Jahre eingezahlt habe, für immer mehr Arbeitslose keine Garantie mehr sei, um damit im Bedarfsfall über die Runden zu kommen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 25.02.2013