Institut für Regionalforschung e.V.

AUFSTOCKER:




31/01/2013:
Immer mehr regulär Beschäftigte müssen ihr Einkommen aufstocken

Der ausufernde Niedriglohnsektor zwingt immer mehr Beschäftigte dazu, Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende zu beantragen, weil sie von ihrem Einkommen allein nicht leben können. Wenn selbst eine reguläre Arbeit immer häufiger nicht existenzsichernd ist, dann hat das zur Folge, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Aufstocker gegen den allgemeinen Trend auch in der ersten Jahreshälfte 2012 weiter angestiegen ist.

Wie aus der aktuellen Analyse der Grundsicherung für Arbeitssuchende der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, ist die Zahl der erwerbsfähigen Arbeitslosengeld II-Bezieher insgesamt in der ersten Jahreshälfte 2012 weiter leicht zurückgegangen. Ebenfalls leicht rückläufig (im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten) ist auch die Zahl der abhängig erwerbstätigen Arbeitslosengeld II-Bezieher, der sog. Aufstocker. Der Rückgang ist allerdings allein der Entwicklung bei den geringfügig beschäftigten Aufstockern geschuldet, deren Zahl im Juni 2012 mit knapp 635.000 um 6,6 Prozent unter den Zahlen des Vorjahresmonats lag.

Gegen den Trend weiter gestiegen ist dagegen die Zahl der sozialversicherungspflichtig Voll- und Teilzeitbeschäftigten, die zusätzlich zu ihrem Einkommen Arbeitslosengeld II bezogen haben. Nach knapp 554.000 im Januar 2012 stieg ihre Zahl bis Juni 2012 auf über 582.000. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist dies ein Plus von 2 Prozent. Ihr Anteil an allen erwerbsfähigen Arbeitslosengeld II-Beziehern lag damit bei 13,1 Prozent, womit der Höchstwert vom Oktober 2011 erneut erreicht worden ist (siehe auch 05.06.2012 und 30.10.2012)

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2013): Analyse der Grundsicherung für Arbeitssuchende, Januar 2013, Nürnberg.