Entwicklungsbiologie

Entwicklungsbiologie

Zwei Sofja Kovalevskaja-Preisträger für die Universität Göttingen

Preis Gewonnen

Der Entwicklungsbiologe Günesdogan wird in Göttingen Prozesse bei der Vererbung untersuchen. Die DNS im Zellkern ist der Träger der Erbinformation. Jedoch kann die Nutzung dieser Information auf unterschiedliche Weise erfolgen, denn bei der Verpackung der DNS werden sogenannte Histon-Proteine genutzt, die zusätzliche vererbbare Informationen speichern – ein Prozess, der Epigenetik genannt wird. So werden beispielsweise eineiige Zwillinge mit den gleichen Genen geboren, können sich im Laufe ihres Lebens aber unterschiedlich entwickeln. Günesdogan untersucht die dabei wirkenden Mechanismen ausgehend von den Urkeimbahnzellen, aus denen Spermien und Eizellen entstehen. In Göttingen wird er am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie forschen. Gastgeber ist Prof. Dr. Ernst A. Wimmer.


„Schwangere Männchen“: Evolution der Geschlechtsbestimmung

Musca Stubenfliege

Wie entstehen Männchen und Weibchen? Besonders im Bereich der Insekten ist die Antwort auf diese Frage äußerst komplex, da die unterschiedlichen Arten viele verschiedene Mechanismen zur Geschlechtsbestimmung kennen. Ein Forscherteam der Universitäten Groningen, Göttingen und Zürich hat nun ein männlich bestimmendes Gen der
Stubenfliege identifiziert.


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Genomverdopplung in Spinnen und Skorpionen

Spinne Leonard Georg

(pug) Um die Vielfalt in der Natur und deren evolutive Mechanismen zu verstehen, setzen Evolutionsbiologen auf die vergleichende Analyse von Genomen. Der Begriff „Genom“ bezeichnet das gesamte Erbgut, das in jeder einzelnen Körperzelle hinterlegt ist und die Information für die arttypische Ausbildung von Merkmalen enthält. Beispielsweise ist im Genom einer Fruchtfliege hinterlegt, dass diese Flügel ausbildet, während im Genom einer Spinne die Information zur Entwicklung von Spinn- und Giftdrüsen enthalten ist. Bisher wurde lediglich bei Wirbeltieren eine Verdopplung des Erbguts festgestellt. Wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen nun erstmals herausgefunden hat, haben die Genome von Spinnen und Skorpionen ebenfalls eine Genomduplikation durchlaufen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift BMC Biology erschienen.

Tatsächlich besitzen Menschen zwei Kopien von zahlreichen Genen, während Fische oft sogar vier Kopien aufweisen. Die Evolutionsbiologen vermuten, dass solche Verdopplungen des Erbguts auf einen Schlag reichhaltiges genetisches Material für Neuentwicklungen zur Verfügung stellen. Sie sprechen dabei von einem „Spielplatz für die Evolution“. Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung der Oxford Brookes University, des Baylor College of Medicine/Human Genome Sequencing Center und der Universität Göttingen hat die Genome einer Spinne und eines Skorpions entschlüsselt und mit denen anderer Tiere verglichen. „Wir haben jetzt endlich eine Tiergruppe identifiziert, in denen Genomverdopplungen unabhängig von denen der Wirbeltiere entstanden sind“, sagt Prof. Alistair McGregor von der Oxford Brookes University. „Somit können wir erstmals den Einfluss dieses faszinierenden biologischen Phänomens auf die Entstehung von Innovationen vergleichend untersuchen.“

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