Ehemalige Professur für Volkswirtschaftslehre, insbes. Wirtschaftspolitik

Aktuelle Forschungsprojekte



Perspektiven der Europäischen Integration

Die Erweiterungen der EU auf mittlerweile 28 Mitgliedsstaaten haben den europäischen Integrationsprozess in ein neues Stadium geführt. Zielsetzungen und institutionelle Vorgaben, die für die ursprüngliche Gemeinschaft von sechs eng benachbarten und ähnlich entwickelten Volkswirtschaften vorgesehen waren, verlieren teilweise in einer Gemeinschaft von 28 und mehr zunehmend heterogenen Mitgliedsländern an Relevanz. Es wird immer schwieriger, gemeinsame Entscheidungen zu treffen, wodurch dem Prozess einer weiteren Vertiefung der Integration Grenzen gesetzt werden. Die Europäische Union hat auf diese Entwicklungen mit der Einführung des Instruments der sog. „Verstärkten Zusammenarbeit“ einer Untergruppe der gesamten Gemeinschaft reagiert. Diese Option ermöglicht Integrationsfortschritte, auch wenn sich noch nicht alle Mitgliedsländer daran beteiligen wollen. In Verbindung mit dem im Verfassungsentwurf vorgesehenen Sezessionsrecht kann gezeigt werden, dass „Clubs im Club“ mit flexibler Eintritts- und Austrittsmöglichkeit den Zielkonflikt zwischen Vertiefung und Erweiterung der EU verringern können und zugleich Elemente des Systemwettbewerbs im Integrationsprozess verankern können.


Aktuelle Publikationen dazu:


  • Ohr, Renate: Europäische Integration am Wendepunkt? Zum möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU, in: ORDO, Bd. 66, 2015, S. 99 - 114.
  • Ohr, Renate: Geht die Anziehungskraft der EU verloren? Oder: Wie groß ist die Gefahr eines Brexit?, in: Wirtschaftspolitische Blätter, 62. Jg., Heft 2/2015, S. 377 - 388.
  • Ohr, Renate: Quantitative Lockerung: Mandat der Preisstabilität oder Deflationshysterie?, in: Wirtschaftsdienst, 95. Jg., H. 4, 2015, S. 226 f.
  • Beck, Nils / Ohr, Renate: Das transatlantische Freihandelsabkommen - Relativierung von Chancen und Risiken, in: Wirtschaftsdienst, 94. Jg. , H. 5, 2014, S. 344 -351.
  • König, Jörg / Ohr, Renate: Different Efforts in European Economic Integration: Implications of the EU Index., in: Journal of Common Market Studies, Vol. 51, Issue 6, 2013, S. 1074 - 1090.
  • Ohr, Renate /Jörg König: EU-Binnenmarktintegration im Lichte des EU-Integrationsindexes, in: Wirtschaftsdienst, 92. Jg., 2012, S. 795 – 800
  • Susanne Lechner/Renate Ohr: The Right of Withdrawal in the Treaty of Lisbon: A game theoretic reflection on different decision-processes in the EU, in: European Journal of Law and Economics, 2011, online schon verfügbar
  • Ohr Renate/Susanne Lechner: Governancestrukturen in der EU – Neue Herausforderungen durch Vertiefung und Erweiterung der Gemeinschaft, in: Ohr, Renate (Hrsg.): Governance in der Wirtschaftspolitik, Duncker & Humblot, Berlin 2010, S. 143 – 172.
  • Ohr, Renate: Clubs im Club – Europas Zukunft, in: ORDO Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Bd. 58, 2007, S. 67 – 82
  • Joachim Ahrens/Ohr, Renate/Götz Zeddies: Enhanced Cooperation in an Enlarged EU, in: Jahrbuch für Wirtschaftswissenschaften, Bd. 58, 2007
  • Joachim Ahrens/ Herman W. Hoen/Ohr, Renate: Deepening Integration in an Enlarged EU: A Club-theoretical Perspective, in: Journal of European Integration, Vol. 27, Issue 4, 2005, S. 417 – 439.




Konvergenz und Divergenz in der Europäischen Währungsunion

Die Stabilität des Euro kann nur nachhaltig gesichert werden, wenn es gelingt, eine gemein­same Geld- und Währungspolitik zu definieren, die für die alle Währungsunionsmitglieder passend und akzeptabel ist. Hierzu ist eine gewisse Homogenität der Teilnehmer an der Währungsgemeinschaft notwendig. Zudem darf die stabilitätsorientierte Geldpolitik der EZB nicht durch destabilisierende nationale Fiskalpolitiken unterlaufen werden.

Die Bedeutung der Heterogenität der Mitgliedstaaten für die Frage der Konvergenz in der EWU darf nicht unterschätzt werden. Unter anderem kann mit Hilfe der Clusteranalyse untersucht werden, welche Länder der bestehenden Währungsunion und welche potentiellen Mitglieder vor diesem Hintergrund besonders gut für eine gemeinsame Geld- und Währungspolitik geeignet sind.


Aktuelle Publikationen dazu:


  • Ohr, Renate / Mehmet Özalbayrak: Heterogenität in der Europäischen Währungsunion: Zur Bedeutung unterschiedlicher Exportelastizitäten, in: A. Eschbach/ J. Michaelis/ H. Nitsch und A. Spermann (Hrsg.), Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise: Ansätze für eine erfolgreiche Geld-, Finanz- und Immobilienpolitik, Duncker & Humblot, Berlin, 2013, S. 13 - 38.
  • Ohr, Renate: Wie viel Euro braucht Europa?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 62. Jg., Heft 13/2012, S. 23 - 28.
  • Ohr Renate: Falsche Anreize in der Währungsunion – eine Gefahr für die Europäische Union, in: Wirtschaftsdienst, 91. Jg., 2011, S. 370 - 375.
  • Ohr Renate/Kühl Michael: Exzessive Staatsdefizite – die Achillesferse der Europäischen Währungsunion, in ifo-schnelldienst, 63. Jg. Heft 4/2010, S. 20 – 23
  • Ohr, Renate: Erfolgsbilanz Europäische Währungsunion: Hatten die Maastricht-Kritiker Unrecht?, in: Knoll, B./ Pitlik, H. (Hrsg.), Entwicklung und Perspektiven der Europäischen Union, Baden-Baden, 2009, S. 9 – 28
  • Ohr, Renate: Die Europäische Währungsunion: Eine Bilanz, in: WISU, 37. Jg., 2008, S. 1649 - 1651
  • Ohr, Renate: Monetäre Integration in der Europäischen Gemeinschaft: Vom Werner-Plan zum Euro, in Wirtschaftsdienst, 87. Jg., 2007, S. 106 - 113
  • Ohr, Renate/André Schmidt: Der Stabilitäts- und Wachstumspakt – eine ordnungs­politische Herausforderung, in: Hasse, R./Peschutter, G. (Hrsg.), Europäische Integration - Ökonomie, Institutionen und Politik, Bern, 2006, S. 165-184.
  • Ohr, Renate/André Schmidt: Institutionelle Alternativen in der Europäischen Union: Das Beispiel des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, in: Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 55. Jg., 2006, S. 127-149.
  • Ohr, Renate/André Schmidt: Regelgebundene versus diskretionäre Wirtschaftspolitik: Das Beispiel des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, in: DIW Vierteljahreshefte zur Wirtschafts­forschung, 73. Jg., 2004, S. 381 ff.
  • Ohr, Renate: The Euro in its fifth year: Expectations fulfilled?, in: Jonas Ljungberg (ed.), The Price of the Euro, Palgrave Macmillan, 2004, S. 59 ff.
  • Ohr, Renate/André Schmidt: Der Stabilitäts- und Wachstumspakt: Eine Analyse unter Berücksichtigung konstitutionen- und institutionenökonomischer Aspekte, in: Schäfer, W. (Hrsg.) Zukunftsprobleme der europäischen Wirtschaftsverfassung, Berlin 2004, S. 181 ff.
  • Ohr, Renate: Zehn Jahre Vertrag von Maastricht: Haben sich die Erwartungen erfüllt?, in: Ahrens/Ohr (Hrsg.), Zehn Jahre Vertrag von Maastricht, Duncker & Humblot, Berlin 2003, S. 155-167




Quantitative und qualitative Bedeutung der Heimtierhaltung für die deutsche Volkswirtschaft

In der "Heimtierstudie" ("Wirtschaftsfaktor Heimtierhaltung") werden verschiedenste Aspekte der wirtschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland erstmalig quantitativ erfasst. Die umfassende Studie "Wirtschaftsfaktor Heimtierhaltung" präsentiert Umsatzzahlen zu Heimtierernährung, Zubehör, Heimtiergesundheit, Zucht, Tierversicherungen, Tierpensionen, Tierbestattungen, Hundeschulen, Tierheimen, Tierbüchern und vieles mehr - getrennt nach Hunden, Katzen, Ziervögeln, Zierfischen, Kleintieren. Eine englische Version finden Sie hier.
Vorläufer dieser aktuellen Studie ist die Studie Ohr, Renate /Götz Zeddies: Ökonomische Gesamtbetrachtung der Hundehaltung in Deutschland, Göttingen 2006. Dabei ging es auch um Fragen der Bewertung des Sozialproduktsbeitrags etwa von Blindenhunden, Rettungshunden, Therapiehunden oder Polizeihunden, um externe Effekte der Heimtierhaltung auf die Gesundheit der Besitzer, um Aufkommen, Rechtfertigung und Verwendung der Hundesteuer u.ä.