Seminar für Deutsche Philologie

Workshop: Im Spannungsfeld von Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und Digital Humanities. Möglichkeiten der Erschließung und Analyse mittelniederdeutscher Texte

(Chiara de Bastiani, Anabel Reker, Marco Coniglio, Heike Sahm, Jan Christian Schaffert und Svenja Walkenhorst mit dem Göttingen Center for Digital Humanities)

Nachdem die mittelniederdeutsche Literatur in den letzten Jahrzehnten wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, sind in jüngerer Zeit verstärkt Initiativen zu beobachten, die Literatur des Nordens stärker in den Fokus zu nehmen. Die Literaturwissenschaft kann dabei von der Sprachwissenschaft profitieren, denn hier gibt es seit längerem eine einschlägige Forschung unter Einschluss digitaler Verfahren: Digitale Korpora für das Alt- und Mittelniederdeutsche ermöglichen die lexikologische und teilweise auch syntaktische Erschließung.
Der Workshop soll ermöglichen, die unterschiedlichen disziplinären Erfahrungen mit und Erwartungen an digitale Korpora und Editionen zu diskutieren: Welche Nutzungsmöglichkeiten bieten ReN-Korpus und Mittelniederdeutsches Wörterbuch für die Literaturwissenschaft? Welche Informationen sollten andererseits digitale Editionen niederdeutscher Texte enthalten, damit sie auch für die Sprachwissenschaft von Interesse sind? Wo liegen bei der Implementierung der diversen Tools die Grenzen der Nutzerfreundlichkeit? Wie können digitale oder analoge Editionen die bestehenden Korpora sinnvoll ergänzen? Gibt es für Sprach- und Literaturwissenschaft gemeinsame Desiderata in der weiteren Erschließung mittelniederdeutscher Texte?
Der Workshop stellt zugleich das in Göttingen geplante Parallelkorpus mittelniederdeutscher und frühneuhochdeutscher Fassungen kürzerer weltlicher Erzählungen zur Diskussion, in dem die Übersetzungsprozesse aus dem Hoch- ins Niederdeutsche mit digitalen Tools literatur- und sprachwissenschaftlich analysiert und dargestellt werden sollen.

Der Workshop findet am 28./ 29. Juni 2019 am Seminar für Deutsche Philologie, R. 1.245, der Georg-August-Universität Göttingen (Käte-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen) statt.


Programm


Linguistic summer school on speech acts

While communicating, people not only exchange information, they also deal with linguistic utterances and thus regulate social coexistence. This activity includes very different acts such as informing, asking, requesting, promising or baptizing, which sometimes have very different constitutive properties. Since the groundbreaking work of Austin and Searle in the 1960s, speech acts have been an established research topic of pragmatics, which is now once again moving to the forefront of recent linguistic investigation. This summer school aims to bring excellent international students and doctoral students who are interested in the topic of speech acts from various perspectives to Göttingen in order to promote the exchange with the local participants and the invited lecturers. Within the framework of this intensive two-week cooperation, a professional as well as intercultural exchange between German and international participants is made possible.

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Literaturkritiker Dr. Lothar Müller übernimmt Anna-Vandenhoeck-Gastdozentur

Der Literaturkritiker, Journalist und Literaturwissenschaftler Dr. Lothar Müller übernimmt im Sommersemester 2019 die Anna-Vandenhoeck-Gastdozentur für Literaturkritik in der Abteilung Komparatistik der Universität Göttingen, in deren Rahmen er ein Seminar zur Literaturkritik für journalistisch interessierte Studierende anbieten wird.
Die in einer Kooperation der Abteilung Komparatistik mit dem Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht ins Leben gerufene Dozentur ist als Fortsetzung der von Heinz Ludwig Arnold etablierten Gastprofessur für Literaturkritik konzipiert. Sie wurde 1997–2011 erfolgreich durchgeführt und gehörte neben dem Literarischen Zentrum und der Lichtenberg-Poetikdozentur zu den Institutionen, mit denen es Professor Arnold gelungen war, eine Brücke zwischen Universität und literarischem Leben zu schlagen. Ab April 2019 erfährt sie nun als Anna-Vandenhoeck-Gastdozentur für Literaturkritik eine Neuauflage.

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Einführung in die Datenbank für Gesprochenes Deutsch (DGD)



Die Datenbank für gesprochenes Deutsch (DGD) bietet einen webbasierten Zugriff auf zahlreiche Korpora des Archivs für Gesprochenes Deutsch (AGD) am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim. Der aktuelle Korpusbestand und nutzerfreundliche Recherchemöglichkeiten der DGD machen diese Software auch außerhalb des IDS zu einem der wichtigsten Forschungsinstrumenten in der germanistischen Korpuslinguistik.

Im Laufe des zweitägigen Workshops werden wir uns mit dieser Korpusrechercheplattform ausführlich beschäftigen. Nach einem allgemeinen Überblick über die Struktur und die wichtigsten Funktionalitäten der DGD (Browsing, Recherche, Download) beschäftigen wir uns am ersten Tag mit einfachen Recherche-Anfragen im Forschungs- und Lehrkorpus Gesprochenes Deutsch (FOLK).

Am zweiten Tag werden wir uns Schritt für Schritt komplexe Anwendungsszenarien der DGD in der quantitativen korpuslinguistischen Forschung anschauen. Dabei widmen wir uns den Themen wie Metadaten-Recherche, Erstellung eines eigenen Korpus in der DGD und Umgang mit Ergebnissen (statistische Auswertung, Speichern und Herunterladen der Ergebnisse) usw.


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