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Forschungsschwerpunkt Glaube-Ethik-Organisation
Angesichts rapide zunehmender Pluralisierung moderner Gesellschaften, nicht zuletzt in weltanschaulicher und religiöser Hinsicht, stehen die hergebrachten Konzepte sozialer Integration – Religion, Recht, Bildung und Ethik – auf dem Prüfstand. Es ist verstärkt der Systemtyp der "Organisation", dem die Leistungen individueller Orientierung und sozialer Integration zugeschrieben werden; zugleich tragen Organisationen jedoch mittels ihrer systemimmanenten Selbststeuerungsansprüche offenbar zur gesamtgesellschaftlichen Pluralisierung bei.
Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsschwerpunkts "Glaube-Ethik-Organisation" (GEOrg) werden diese Sachverhalte aus der Perspektive der Evangelischen Theologie und der Religionswissenschaft diskutiert.
Profil von GEOrg
GEOrg ist ein interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt, der den Zusammenhang von Glaubensüberzeugungen, ethischer Reflexion und organisatorischer Verfestigung zum Thema hat: Insbesondere die Wechselverhältnisse zwischen Religionen, speziell des Christentums, und gesellschaftlichen Organisationen sind von Interesse. Die Untersuchungen beziehen sich sowohl auf spezifisch religiöse Organisationen wie Kirchen und neue religiöse Bewegungen als auch auf nicht religiöse Organisationen wie Wirtschaftsunternehmen, Krankenhäuser oder Schulen.
Der Zusammenhang von Glaube, Ethik und Organisation spielt – in je eigener Weise – in den Teildisziplinen der Systematischen Theologie (Dogmatik und insbesondere Ethik), der Praktischen Theologie und der Religionspädagogik und der Kirchen- und Theologiegeschichte sowie der Religionswissenschaft eine zentrale Rolle. Aber nicht nur für die Mitglieder von GEOrg, auch für die Kooperationspartner von GEOrg aus der (Religions-) Soziologie und Religionspsychologie sowie die (Kirchen ) Rechtswissenschaft ist das Thema unmittelbar relevant. Durch den Forschungsschwerpunkt gewinnen die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen eine gemeinsame inhaltliche Perspektive. Methodisch ergibt sich ein multidisziplinärer Verbund durch diverse Formen der (historischen, komparatistischen und systematischen) Diskursanalyse sowie durch Methoden der qualitativen Sozialforschung.
Ziele von GEOrg
Auf Forschungsebene sollen durch GEOrg die Vernetzungen laufender Projekte und bereits bestehende Kooperationen mit nationalen und internationalen Institutionen intensiviert werden. Vor allem aber hat sich GEOrg zum Ziel gesetzt, die inhaltliche Klärung der oben skizzierten Fragestellungen voranzutreiben und die interdisziplinäre Methodik zu verfeinern. Dazu dienen regelmäßige Veranstaltungen, wie Forschungskolloquien, Sommerakademien und Vorlesungsreihen.
Für Studierende soll GEOrg im Rahmen der Lehre in besonderer Weise zur Ergänzung des transdisziplinären Angebots beitragen: Ein Promotionsstudiengang unter dem Thema "Religion und Organisation" wird Studierenden die wissenschaftliche Reflexion von Glaube, Ethik und Organisation ermöglichen. Dabei können die Studierenden und Promovenden wahlweise religionswissenschaftliche, ethisch- und praktisch-theologische (kybernetische) Schwerpunkte setzen.