Forstbotanischer Garten

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Holz und Verwendung

Eigenschaften des Holzes


Fast alle positiven Eigenschaften, die Holz besitzen kann, haben sich in der Esche vereinigt. Elastizität, Biegsamkeit, Festigkeit, Splitterfreiheit und Dauerhaftigkeit sind die besonderen Eigenschaften, die die Esche zu einem der wertvollsten Edellaubhölzer unserer Wälder machen. Schon bei einem schwachen Durchmesser kann für Eschenholz ein hoher Preis erzielt werden.
Auch Maserknollen sind als Furnier sehr begehrt. Eigentlich ist die Ausbildung von Maserknollen eine Abnormität. Sie ist eine Wucherung am Stamme, die durch schlafende Knospen entsteht. Diese Knospen brechen immer wieder auf und veranlassen den Stamm zu einem verstärkten Dickenwachstum (Petruszek 1991).
Allerdings ist das Holz der Esche sehr witterungsanfällig und lässt sich nicht ausreichend imprägnieren, daher ist es für eine Verwendung im Freien nicht geeignet (http://www.lwf.bayern.de 2005).



Braunkern


Die Esche ist ein kernholzbildender Baum, dessen helles Holz sich in Kern- und Splintholz farblich nicht unterscheidet. Erst mit 70 - 80 Jahren kann sich ein hellbrauner Kern entwickeln, der als Farbfehler angesehen wird. Auf Grund dieses Farbfehlers wird das Nutzungsalter der Esche schon früh angesetzt. Nimmt der Braunkern allerdings größere Ausmaße an, wie es häufig bei der Kalkesche der Fall ist, so wird als Holz als Olivesche teuer verkauft (Leibundgut 1991).



Holz der “Wasseresche”


Auf den feuchten, nährstoffreichen Standorten kann die Esche sich sehr gut entfalten und breite Jahrringe entwickeln. Das Holz der “Wasseresche” ist schwer, biegsam, elastisch, fest und wird in der Wagnerei und Holzwarenfabrikation für die Herstellung von Werkzeugstielen, Sportartikeln, Turngeräten usw. eingesetzt. Ebenso wird es für Parkette in der Möbelschreinerei und der Furnierindustrie verwendet. Allerdings kann das Holz durch die breiten Ringe beim Hobeln aufreißen. Auf Grund der Festigkeit und Elastizität wird das Holz gerne als Konstruktionsholz eingesetzt (http://www.lwf.bayern.de 2005).



Holz der “Kalkesche”


Auf kalkreichen, trockenen Standorten bildet die Esche nur schmale Jahrringe aus, was sich auch auf die Eigenschaften des Holzes auswirkt. Das Holz der “Kalkesche” ist ebenso hart wie das Holz der “Wasseresche”, jedoch nicht so biegsam und elastisch (Leibundgut 1991). Im Ausstattungsbereich wird dieses Holz auf Grund der schmalen Jahrringe bevorzugt verwendet. Ein weiterer Vorteil dieser Standorte ist die Entstehung der Oliveschen (http://www.lwf.bayern.de 2005).


Holz


Abb. 9 Holz der Esche (R. Wagenführ)



Ringporigkeit des Holzes


Die Esche gehört zu den ringporigen Laubhölzern. Ihre weitlumigen Gefäße zum Wassertransport sind in einem Kreis in der Nähe der Jahrringgrenzen angeordnet. Dieses System ermöglicht einen schnellen Wassertransport, zeigt aber im Winter Nachteile. Durch Gefrieren entstehen in den Wasserleitbahnen Luftembolien, die die Gefäße schädigen. Diese Gefäße müssen im Frühjahr erst neu gebildet werden, bevor der Baum austreiben kann. Aus diesem Grund treiben ringporige Bäume im Frühling erst sehr spät aus (Bartels 1993).


Fraxinus excelsior


Abb. 10 Querschnitt des Holzes von Fraxiunus excelsior.
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme (C. Drübert)
Weitere Bilder



Verwendung


Das Eschenholz wurde von jeher in vielen Bereichen verarbeitet. Seit der Antike wurde das Holz zur Herstellung von Handwaffen wie Armbrust, Speer, Lanze und Bogen eingesetzt (Fischer-Rizzi 1993). Eine überragende Bedeutung hatte die Esche auch in der Wagnerei, im Fahrzeug-, Waggon- und Maschinenbau.
Inzwischen ist in diesen Bereichen das Eschenholz weitestgehend durch andere Werkstoffe ersetzt worden. Aber das Holz ist auch heute noch sehr begehrt; im Ausstattungsbereich ist die Esche nach der Eiche das am häufigsten verwendete Holz. Im Möbelbau ist sie beliebt für Küchen-, Wohn- und Schlafzimmermöbel. Hier wird sie massiv oder als Furnier verwendet. Ebenso wird sie auf Grund ihrer Härte für Parkett- und Dielenböden sowie zum Treppenbau eingesetzt. Weitere Anwendungsbereiche sind die Herstellung von Werkzeugteilen und Sportgeräten.
Natürlich kann man das Eschenholz auch verbrennen, der Brennwert ist dem des Buchenholzes nahezu gleichwertig (http://www.lwf.bayern.de 2005).