Tierökologie (Scheu)
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Stefan Scheu

Prof. Dr. Stefan Scheu
J.F. Blumenbach Institute of Zoology and Anthropology
University of Goettingen
Berliner Str. 28
37073 Goettingen, Germany
Phone. +49 (0) 551 395445
Fax: +49 (0) 551 395448
Email: sscheu @ gwdg.de



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Willkommen bei der AG Scheu

Wir untersuchen strukturierende Faktoren für die Lebensgemeinschaft des Bodens und deren Rolle für Bodenprozesse, Pflanzenwachstum und den Befall von Pflanzen mit Pflanzenfressern. Es werden drei Schwerpunkthemen bearbeitet.


(1) Struktur von Nahrungsnetzen im Boden
Wir untersuchen ein breites Spektrum von Bodentieren aus unterschiedlichen funktionellen Gruppen (Bakterienfresser, Pilzfresser, Zersetzer, Räuber), z.B. Protisten, Fadenwürmer, Hornmilben, Springschwänze, Regenwürmer und Spinnen. Zentrale Fragen sind z.B.:


  • Wie ist das Nahrungsnetz im Boden aufgebaut?

  • Wie werden Bodentierpopulationen reguliert?




(2) Verknüpfungen zwischen dem unter- und oberirdischen System
Unter- und oberirdisches System von terrestrischen Lebensgemeinschaften sind eng verknüpft. Bodenorganismen verändern das Wachstum von Pflanzen durch Bereitstellung von Nährstoffen, aber auch über Signalstoffe. Bodentiere fungieren aber auch als Nahrungsgrundlage für oberirdische Prädatoren wie Spinnen und Laufkäfer und beeinflussen damit indirekt den Prädationsdruck auf Pflanzenfresser. Wir untersuchen Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen (Wurzeln) und Bodentieren unterschiedlicher Ernährungsweise. Wichtige Fragen sind z.B.:


  • Wie beeinflusst die Diversität von tierischen Zersetzern den Abbau von Streu, die Mineralisation von Nährstoffen und das Wachstum von Pflanzen?

  • Beeinflussen Bodentiere den Befall von Pflanzen durch Pflanzenschädlinge?




(3) Jungfernzeugung bei Bodentieren

Eine große Anzahl von Bodentieren reproduziert über Jungfernzeugung (Parthenogenese). Dies trifft in besonderem Maß für Hornmilben zu, einer sehr häufigen Bodentiergruppe, von denen vermutlich 10% aller Arten parthenogenetisch sind. Manche der Arten reproduzieren ohne Männchen bereits seit Millionen von Jahren. Die Gründe, warum diese Arten ohne Männchen auskommen, sind bisher nicht verstanden. Wichtige Fragen zur Lösung dieser Probleme sind z.B.:


  • Sind sexuelle Arten genetisch diverser als parthenogenetische Arten?

  • Existieren Cluster von rein parthenogenetisch reproduzierenden Arten?