Tierökologie (Scheu)
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Portraet-Scheu-2014

Prof. Dr. Stefan Scheu
J.F. Blumenbach Institute of Zoology and Anthropology
University of Goettingen
Berliner Str. 28
37073 Goettingen, Germany
Phone. +49 (0) 551 395445
Fax: +49 (0) 551 395448
Email: sscheu @ gwdg.de



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Willkommen bei der AG Scheu

Wir untersuchen strukturierende Faktoren für die Lebensgemeinschaft des Bodens und deren Rolle für Bodenprozesse, Pflanzenwachstum und den Befall von Pflanzen mit Pflanzenfressern. Wechselbeziehungen im Boden werden dabei von evolutionärer Perspektive betrachtet. Es werden drei Schwerpunkthemen bearbeitet.

(1) Struktur von Nahrungsnetzen im Boden
Wir untersuchen ein breites Spektrum von Bodentieren aus unterschiedlichen funktionellen Gruppen (Bakterienfresser, Pilzfresser, Zersetzer, Räuber), z.B. Bakterien, Protisten, Fadenwürmer, Hornmilben, Springschwänze, Regenwürmer und Spinnen. Zentrale Fragen sind z.B.:


  • Wie ist das Nahrungsnetz im Boden aufgebaut, wie wird Energie durch Bodennahrungsnetze kanalisiert?
  • Wie werden Bodentierpopulationen reguliert?
  • Welche Faktoren erlauben die Koexistenz der ungeheuren Vielfalt an Bodenorganismen?



(2) Verknüpfungen zwischen dem unter- und oberirdischen System
Unter- und oberirdisches System von terrestrischen Lebensgemeinschaften sind eng verknüpft. Wir untersuchen die Rolle von Bodentieren für Pflanzenwachstum und für die Kontrolle von Pflanzenschädlingen. Wichtige Fragen sind z.B.:


  • Wie beeinflusst die Diversität von tierischen Zersetzern den Abbau von Streu, die Mineralisation von Nährstoffen und das Wachstum von Pflanzen?
  • Beeinflussen Bodentiere den Befall von Pflanzen durch Pflanzenschädlinge?
  • Welche Rolle spielen Interaktionen in der Rhizosphäre für das Wachstum von Pflanzen?



(3) Jungfernzeugung bei Bodentieren
Eine große Anzahl von Bodentieren reproduziert über Jungfernzeugung (Parthenogenese) haben sexuelle Reproduktion also aufgegeben. Manche Arten haben Männchen bereits vor Millionen von Jahren „abgeschafft“. Unsere Untersuchungen haben zum Ziel, die Gründe aufzuklären, die es Bodentieren ermöglicht, ohne Männchen und Sexualität auszukommen. Insgesamt sollen die Untersuchungen zu einem besseren Verständnis der Dominanz sexueller Reproduktion bei Tieren und Pflanzen beitragen. Wichtige Fragen zur Lösung dieser Probleme sind z.B.:


  • Sind alte parthenogenetische Arten genetisch diverser als sexuelle Arten?
  • In welchen Eigenschaften unterscheiden sich parthenogenetisch und sexuell reproduzierende Bodentierarten?
  • Welche Gruppen von Hornmilben (Oribatida, Acari) haben Sexualität aufgegeben und wann ist dies geschehen?