Institut für Regionalforschung e.V.

NIEDRIGLOHNSEKTOR:




15/01/2013:
In Hamburg hat 2010 jede/r Siebte zu Niedriglöhnen gearbeitet

Das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statistikamt Nord) hat im Rahmen einer Auswertung der Verdienststrukturerhebung 2010 die durchschnittlichen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerverdienste in Hamburg aufgeschlüsselt. Danach hat im Oktober 2010 jeder siebte Voll- oder Teilzeitbeschäftigte zu einem Niedriglohn gearbeitet.

Wie das Statistikamt Nord dazu mitteilt, hätten die Arbeitnehmer/innen in Hamburg im Oktober 2010 durchschnittlich 2.986 Euro brutto bzw. 1.967 Euro netto verdient. Gemessen an der Niedriglohngrenze, die 2010 in Deutschland bei einem Bruttostundenverdienst von 10,36 Euro gelegen habe, hätten 14,4 Prozent der Beschäftigten in der Hansestadt für einen Niedriglohn gearbeitet. 2006 habe dieser Anteil mit 15,3 Prozent noch leicht darüber gelegen.

Das Ausmaß der Niedriglohnbeschäftigung in Hamburg ist mit dieser Auswertung allerdings nicht vollumfänglich erfasst, da die Verdienststrukturerhebung weder die Verdienste von Beschäftigten in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern noch die Verdienste von Beschäftigten aus den Wirtschaftsabschnitten Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei in die Analyse einbezieht (siehe 10.09.2012). Es überrascht daher nicht, dass Berechnungen des DGB vom November des Vorjahres, die auf der Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit beruhen, für die Vollzeitbeschäftigten eine höhere Quote ergeben hatten. Danach hat im Jahr 2010 mit 19,1 Prozent fast jeder fünfte aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Vollzeitkräfte in Hamburg zu Niedriglöhnen gearbeitet (siehe 29.11.2012).

Quelle: Presseinformation des Statistikamtes Nord vom 15.01.2013

Weiterlesen:
Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Hg.) (2012): Verdienste der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Hamburg – Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung 2010. Statist. Berichte N I 5 - 4j/10 H, Hamburg.