Die Rolle der Musik in den Bursfelder Reformen (DFG-Projekt)

Das Projekt Die Rolle der Musik in den Bursfelder Klosterreformen hat sich zur Aufgabe gemacht, Quellen zur Musik bzw. dem liturgischen Gesang in den Klöstern der Bursfelder Kongregation auszuwerten, die in ihrer Blütezeit am Beginn des 16. Jahrhunderts über 80 Klöster umfasste. Im Rahmen der monastischen Reformen wurde auch der Choralgesang reformiert und eine vereinheitlichte Fassung erstellt und in den inkorporierten Klöstern eingeführt.

Das Projekt ist am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Göttingen angesiedelt. Es wird im Rahmen der Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Eine erste Projektphase begann im August 2011 und wurde im März 2016 abgeschlossen; sie war ursprünglich für drei Jahre bewilligt worden, verlängerte sich aufgrund von Elternzeit jedoch entsprechend. Hier stand die Choralreform der Bursfelder Kongregation im Fokus: Die liturgischen Bücher wurden überprüft und die melodischen Fassungen der Gesänge verglichen. Daneben wurden auch Textquellen aus dem Umfeld der Kongregation ausgewertet und auf Äußerungen über Musik und Choralgesang untersucht. Im Rahmen dieses ersten Projektabschnittes fand vom 17.-19.9.2015 die Tagung „Spätmittelalterlicher Choral und Klosterreform“ statt; Zeitplan und Abstracts der Vorträge finden Sie auf diesen Seiten. Die Ergebnisse dieses ersten Projektabschnitts werden in Kürze publiziert werden: Die Monographie „…mutavimus cantum cum omni melodia. Die Choralreform der Bursfelder Kongregation“ von Karen Thöle wird 2017 in der Reihe „Goettingen Studies“ erscheinen.

Am 1.11.2016 ist eine zweite Projektphase gestartet, in der der Liber ordinarius der Bursfelder Kongregation im Zentrum steht. Geplant ist eine Auswertung und Edition des Textes unter Berücksichtigung der zahlreichen Quellen.

„Nebenprodukt“ des Projektes ist das Wiki „Liturgica notata“, das sukzessive zu einem umfangreichen Quellenlexikon der mittelalterlichen liturgischen Quellen mit Musiknotation ausgebaut werden soll.