Institut für Regionalforschung e.V.

BEFRISTUNG:




28/05/2013:
Fast ein Drittel aller Jungakademiker ist befristet beschäftigt

Befristung als Form der atypischen Beschäftigung hat sich als festes Segment des Arbeitsmarktes etabliert. Seit einigen Jahren schon ist annähernd jeder zehnte Arbeitsvertrag befristet (siehe 16.07.2012). Besonders betroffen sind junge Berufstätige und Berufseinsteiger (siehe 14.03.2011), wobei insbesondere Jungakademiker nur mit einem Zeitvertrag in den Beruf starten (siehe 24.01.2013). Mit der Befristung von hochqualifizierten Beschäftigten setzen sich Petra Kucera und Andreas Grau in einem neuen Beitrag für das STATmagazin, dem Web-Magazin des Statistischen Bundesamtes, auseinander.

Nach Angaben der Autoren lag die Befristungsquote unter allen abhängig Beschäftigten im Jahr 2011 den Ergebnissen des Mikrozensus zufolge bei 8,9 Prozent. Damit hätten etwa 2,8 Millionen der insgesamt 31,6 Millionen abhängig Beschäftigten im Alter von 15 bis 64 Jahren einen befristeten Arbeitsvertrag gehabt. Deutlich höher ist die Befristungsquote unter den jüngeren Beschäftigten. Unter den abhängig Erwerbstätigen im Alter von 30 bis 34 Jahren würden schon 12 Prozent auf Zeitvertragsbasis arbeiten, bei der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen habe die Quote 2011 sogar bei 17,2 Prozent gelegen. In letzterer Altersgruppe sind nach Aussage Kuceras und Graus junge Akademiker besonders stark von befristeten Arbeitsverträgen betroffen. Unter den 25- bis 29-jährigen Erwerbstätigen mit akademischer Ausbildung hätten im Jahr 2011 29 Prozent nur einen Zeitvertrag erhalten.

Wie die Autoren weiter darlegen ist die Befristungsquote von Jungakademikern von Branche zu Branche unterschiedlich. Besonders weit verbreitet sei Befristung an den Hochschulen. 80 Prozent der dort beschäftigten 25- bis 29-Jährigen mit akademischem Abschluss hätten nur befristete Arbeitsverhältnisse. Auch im Gesundheitswesen (mit einer Befristungsquote von 59,5 Prozent) und im Bereich der öffentlichen Verwaltung (mit einer Befristungsquote von 29,2 Prozent) würden den akademischen Nachwuchskräften überdurchschnittlich oft nur befristete Verträge angeboten. Dagegen habe die Quote im Verarbeitenden Gewerbe nur bei 11, 4 Prozent gelegen, im Wirtschaftsabschnitt „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ seien sogar nur 7 Prozent der 25- bis 29-jährigen Akademiker befristet angestellt worden.

Quelle: Kucera, P./ Grau, A. (2013): Jobs ohne Befristung: Für viele Jungakademiker nur ein Traum, STATmagazin vom 28. Mai 2013, Wiesbaden.

Weiterlesen:
Bispinck, R./ Dribbusch, H. u.a. (2012): Bachelor, Master und Co. – Einstiegsgehälter und Arbeitsbedingungen von jungen Akademikerinnen und Akademikern. Eine Analyse auf Basis der WSI-Lohnspiegel-Datenbank. Projekt LohnSpiegel.de, Arbeitspapier 10/2012, Düsseldorf.