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Dr. Christoph Kolodziejski.





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Presseinformation: Dr. Christoph Kolodziejski erhält Promotionspreis der Fakultät für Physik


Nr. 247/2009 - 01.12.2009


Berliner-Ungewitter-Preis würdigt mathematische Darstellung des menschlichen Lernens

(pug) Die Göttinger Fakultät für Physik vergibt im Wintersemester 2009/10 den Preis für die beste Promotion an Dr. Christoph Kolodziejski. Die Auszeichnung ist mit 1.000 Euro aus Mitteln der Dr. Berliner-Dr. Ungewitter-Stiftung dotiert und würdigt seine Dissertation über die mathematische Darstellung von Lernprozessen in der Molekularbiologie und der Psychologie. Durch die Arbeit des Physikers konnten diese Prozesse erstmals in einer Computersimulation sinnvoll aufeinander bezogen werden. Die Preisverleihung findet am Freitag, 4. Dezember 2009, an der Fakultät für Physik statt.

Das menschliche Lernen wird in der Molekularbiologie durch zelluläre Prozesse an den Synapsen der Nervenzellen erklärt, in der Psychologie zum Beispiel durch Vorstellungen von Belohnung und Bestrafung. Für jede dieser Erklärungen gibt es mathematische Modelle für Computersimulationen. Christoph Kolodziejski ist es in seiner Doktorarbeit gelungen, mathematische Beschreibungen dieser beiden Erklärungsebenen zu vereinen. So lässt sich am Computer simulieren, welche zellulären Vorgänge dem Lernen durch Belohnung zugrunde liegen. „Ein solcher Brückenschlag zwischen verschiedenen Beschreibungsebenen ist unter anderem ein wesentlicher Fortschritt für die Entwicklung autonomer, lernfähiger Roboter“, sagt Prof. Dr. Florentin Wörgötter, der die Dissertation an der Fakultät für Physik betreut hat. Die Forschungsarbeiten wurden im Rahmen des Bernstein Center for Computational Neuroscience vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Die Berliner-Ungewitter-Stiftung wurde nach Dr. Wolfgang und Elise Ungewitter und Prof. Dr. Anna Berliner benannt. Das Ehepaar Ungewitter hinterließ 1981 einen Großteil seines Vermögens der medizinischen und der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät im Gedenken an ihren im Krieg gefallenen Sohn, der in Göttingen Physik studieren wollte. Dr. Berliner, Professorin für Psychologie an der Pacific University in Forest Grove, musste 1938 als Jüdin in die USA emigrieren. Trotz ihrer Erfahrungen im Dritten Reich blieb sie der Göttinger Universität, an der ihr Mann studiert hatte, so verbunden, dass sie 1977 ihren Nachlass im Wesentlichen der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät stiftete. Die Berliner-Ungewitter-Stiftung vergibt Stipendien und Preise an hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftler.

Hinweis an die Redaktionen:
Die Preisverleihung am Freitag, 4. Dezember 2009, findet im Georg-Christoph-Lichtenberg Hörsaal (Hörsaal 1) der Fakultät für Physik, Friedrich-Hund-Platz 1, statt und beginnt um 14.45 Uhr. Journalisten sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Ein Foto vom Preisträger ist in der Pressestelle abrufbar.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Marcus Müller
Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Theoretische Physik
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-13888, Fax (0551) 39-9631
E-Mail: mmueller@theorie.physik.uni-goettingen.de
Internet: www.physik.uni-goettingen.de