Schrift vergrößern Schrift verkleinernBarrierefreie Version
Suche | English
preise_stiftungsrat_2010_206

Der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Wilhelm Krull (links) mit den Preisträgern des Jahres 2010.

Klicken Sie bitte hier, um das Bild in
Druckqualität herunterzuladen.





Meldungen

Suche | Zur Gesamtübersicht





Filter anwenden






Information



Ältere Preisvergabe

Presseinformation: Stiftungsrat ehrt Universitätsmitglieder für besondere Aktivitäten und Leistungen


Nr. 36/2011 - 02.03.2011


Preise des Jahres 2010 im Gesamtwert von 20.000 Euro verliehen

(pug) Der Stiftungsratsvorsitzende der Universität Göttingen Dr. Wilhelm Krull hat gestern Abend in feierlichem Rahmen die Preise des Stiftungsrates des Jahres 2010 verliehen. Die insgesamt acht Auszeichnungen sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert und wurden diesmal in den Kategorien „Herausragendes Engagement in der Hochschullehre“, „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ sowie „Herausragende Nachwuchspublikationen“ vergeben. Der Stiftungsrat der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts zeichnet jedes Jahr Mitglieder der Georgia Augusta für besondere universitäre Aktivitäten und Leistungen aus. Finanziert werden die Preise durch den Verzicht von Mitgliedern des Stiftungsrates auf die Aufwandsentschädigung, die sie für ihre Tätigkeit im Stiftungsrat erhalten.

In der Preiskategorie „Herausragendes Engagement in der Hochschullehre“ wurden drei Personen und Initiativen für neue Konzepte im Bereich der Lehr- und Lernkultur ausgezeichnet. Vorschlagsberechtigt sind in dieser Kategorie ausschließlich Studierende der Universität Göttingen. Einer der Preise ging an Prof. Dr. Thomas Mann, Professor für Öffentliches Recht an der Juristischen Fakultät, für die von ihm initiierte und organisierte jährliche Veranstaltung Moot Court im Verwaltungsrecht. Beim Moot Court handelt es sich um ein Planspiel, in dem Studierende einen verwaltungsrechtlichen Fall unter realen Bedingungen durchspielen, vom Ausgangsbescheid bis zur simulierten Gerichtsverhandlung.

In derselben Kategorie wurden Dr. Tobias Pukrop und Dr. Tobias Raupach geehrt, Assistenzärzte an der Universitätsmedizin Göttingen. Dr. Pukrop und Dr. Raupach haben sich für die Verbesserung der Qualität der ärztlichen Ausbildung an der Universitätsmedizin engagiert. Sie haben mehrere Projekte initiiert, in denen unter anderem Studierende als Lehrende und Tutoren eingesetzt werden; darüber hinaus haben sie einen Lernzielkatalog für den klinischen Studienabschnitt sowie ein Evaluationskonzept für Lehrveranstaltungen erstellt.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Projektteam der „Elektronischen Publikationsplattform für Studierende – litlog“ am Seminar für Deutsche Philologie, vertreten durch Janet Boatin, Peer Trilcke und Kai Sina. Litlog ist ein Online-Magazin, in dem Studierende und Doktoranden der Philosophischen Fakultät Buchbesprechungen, Essays, Berichte zum kulturellen Leben in und um Göttingen sowie wissenschaftliche Artikel veröffentlichen. Alle Beiträge werden vor der Veröffentlichung in Schreibwerkstätten sowie in einem Onlineforum diskutiert.

Die Preiskategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ würdigt Initiativen, die wissenschaftliche Arbeitsprozesse und Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vermitteln. In dieser Kategorie wurde die Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften (GGG) ausgezeichnet, vertreten durch Prof. Dr. Rainer Marggraf und Prof. Dr. Kilian Bizer. Das KMU-Netzwerk der GGG hatte im vergangenen Jahr die dreiteilige Veranstaltungsreihe „Praxisforum 2010 – Wir verbinden kluge Köpfe“ organisiert und so Promovierende und Vertreter regionaler Unternehmen miteinander in Kontakt gebracht. Die Reihe hatte das Ziel, den Wissenschaftlern Rückmeldung über den Praxisbezug ihrer Forschung zu geben, während die Unternehmen gleichzeitig potenzielle zukünftige Mitarbeiter und Führungskräfte kennenlernen konnten.

Vier Preise des Stiftungsrates wurden erneut für „Herausragende Nachwuchspublikationen“ verliehen. Dr. Christian Böhning vom Courant Forschungszentrum „Strukturen höherer Ordnung in der Mathematik“ wurde für seine Publikation „Rationality of the moduli spaces of plane curves of sufficiently high degree“ ausgezeichnet, die er gemeinsam mit Dr. Hans-Christian Graf von Bothmer verfasste und die in der Fachzeitschrift Inventiones Mathematicae veröffentlicht wurde. Die Autoren verknüpfen darin Methoden der klassischen algebraischen Geometrie mit denen der Computeralgebra, um unter anderem die Rationalität des Modulraums ebener algebraischer Kurven mit ausreichend hohem Grad nachzuweisen.

Die Neurowissenschaftler Dr. Jan Christoph Koch und Dr. Johanna Knöferle von der Universitätsmedizin Göttingen erhielten den Preis gemeinsam für ihre Veröffentlichung „Mechanisms of acute axonal degeneration in the optic nerve in vivo“ in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA. Dr. Koch und Dr. Knöferle beschäftigen sich darin mit den Mechanismen der frühen Degeneration von Nervenzellfortsätzen nach einer traumatischen Schädigung, wie sie beispielsweise nach einer Querschnittslähmung auftritt. Dafür etablierten sie ein neues Verfahren, mit dem sie erstmals diese Vorgänge im Sehnerv lebender Tiere live beobachten und zugrunde liegende Mechanismen näher charakterisieren konnten.

Prof. Dr. Tatyana Krivobokova vom Courant Forschungszentrum „Armut, Ungleichheit und Wachstum in Entwicklungsländern“ wurde für ihre Publikation „Simultaneous confidence bands for penalized spline estimators“ ausgezeichnet, erschienen im Journal of the American Statistical Association. Darin geht sie der Frage nach, wie sich bei den nicht-parametrischen Regressionsproblemen Konfidenzintervalle statistisch sauber und schnell berechnen lassen.

Die Historikerin Dr. Eva-Maria Silies wurde für ihre Dissertation mit dem Titel „Liebe, Lust und Last – Die Pille als weibliche Generationserfahrung in der Bundesrepublik 1960 bis 1980“ geehrt, verfasst am Graduiertenkolleg Generationengeschichte der Universität Göttingen. Dr. Silies untersucht darin die Einführung der Pille in der Bundesrepublik Deutschland nicht nur als politisches und gesellschaftliches Problem, sondern auch als generationelle Erfahrung junger Frauen in den 60er und 70er Jahren.