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Die Preise des Stiftungsrats haben erhalten (von links): Philipp Stolte, Tobias Orthen, Gerrit Horstmann, Laura Almeling, Prof. Stephan Klasen, Ph.D., Dr. Tanja Gerlach, Dr. Alexander Thiele, Peter Brammer und Kibrom T. Sibhatu. Überreicht wurden die Auszeichnungen vom Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Wilhelm Krull (4. von links). Foto: Universität Göttingen

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Presseinformation: Stiftungsrat ehrt Universitätsmitglieder für besondere Aktivitäten und Leistungen


Nr. 273/2016 - 12.12.2016




Preise 2016 in Höhe von 16.500 Euro im Rahmen des Jahresabschlussempfangs verliehen


(pug) Der Stiftungsrat der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts hat auch in diesem Jahr wieder Mitglieder der Georgia Augusta für besondere universitäre Aktivitäten und Leistungen ausgezeichnet. Die Preise des Stiftungsrates 2016 wurden drei Mal in der Kategorie „Herausragende Nachwuchspublikationen“, zwei Mal in der Kategorie „Sonderpreis“ und je ein Mal in den Kategorien „Herausragendes Engagement in der Hochschullehre“ sowie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ verliehen. Der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Wilhelm Krull überreichte die Auszeichnungen am Freitag, 9. Dezember 2016, im Rahmen des Jahresabschlussempfangs der Universität Göttingen im Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa. Die Preise sind in der Regel mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Finanziert werden sie durch den Verzicht einiger Mitglieder des Stiftungsrates auf die Aufwandsentschädigung, die sie für ihre Tätigkeit im Stiftungsrat erhalten.

Die Preiskategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ würdigt Initiativen, mit denen neue Erkenntnisse und das Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsprozesse der Öffentlichkeit vermittelt werden. In dieser Kategorie wurde Peter Brammer für die Gründung der „Göttinger Kinder-Uni“ und deren unermüdliche Weiterentwicklung ausgezeichnet. In langjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit hat Peter Brammer die Universität für eine neue Zielgruppe erfahrbar gemacht: Unter dem Motto „Neugier auf Neues, mehr hören, mehr sehen, mehr wissen“ fanden im Sommersemester 2004 erstmals sechs Vorlesungen für Schülerinnen und Schüler der dritten bis sechsten Klasse statt. Über 60.000 Kinder aus Göttingen und den benachbarten Landkreisen haben die Kinder-Uni in den vergangenen 12 Jahren besucht, die so eine außergewöhnliche Breitenwirkung entfaltet hat.

Ebenfalls ein Preis wurde in der Kategorie „Herausragendes Engagement in der Hochschullehre“ an Dr. Tanja Gerlach vom Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie verliehen. Hierbei sind ausschließlich Studierende der Universität Göttingen vorschlagsberechtigt. Dr. Gerlach erhielt den Preis für das von ihr entwickelte Seminarkonzept für das Modul „Persönlichkeitspsychologisches Forschen“. Das Modul zeichnet sich durch eine Vielzahl von unterschiedlichen interaktiven Elementen und praktischen Anwendungen aus, die es den Studierenden erlauben, aktiv den Forschungsprozess in der Persönlichkeitspsychologie zu erleben und eigene wissenschaftliche Kompetenzen zu schulen.

Drei Preise des Stiftungsrates wurden für „Herausragende Nachwuchspublikationen“ verliehen. Die Doktorandin Laura Almeling, die im Programm „Behavior and Cognition” promoviert, erhielt den Preis für ihre Publikation „Motivational shifts in aging monkeys and the origins of social selectivity“. Die Publikation ist in der Fachzeitschrift Current Biology online erschienen. Das öffentliche Interesse war enorm: über die Arbeit wurde unter anderem in Nature, der New York Times, dem Wall Street Journal und der Süddeutschen Zeitung berichtet. Laura Almeling fand beispielsweise heraus, dass schon im jungen Erwachsenenalter die Bereitschaft sinkt, sich mit neuen Objekten und Aufgaben zu befassen, insbesondere, wenn keine Belohnung zu erwarten ist. Dies deutet daraufhin, dass der Reiz des Neuen vornehmlich auf die Adoleszenz beschränkt ist.

Kibrom T. Sibhatu wurde für seine Publikation „Production Diversity and Dietary Diversity in Smallholder Farm Households“ geehrt, die im Herbst 2015 in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA erschienen ist. Viele der unter- und mangelernährten Menschen sind Kleinbauern in Entwicklungsländern, die einen Großteil der Nahrungsmittel für den Eigenkonsum produzieren. Deswegen wird vielfach angenommen, dass eine stärker diversifizierte Produktion die Qualität der Ernährung in Kleinbauernhaushalten verbessern kann. Kibrom T. Sibhatu, Doktorand an der Fakultät für Agrarwissenschaften, zeigte, dass eine zu stark diversifizierte Produktion zu Einkommenseinbußen führt. Eine bessere Marktanbindung und der Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse haben hingegen größere positive Effekte auf die Ernährung.

Des Weiteren wurde Dr. Alexander Thiele für seine Monographie „Verlustdemokratie. Die drei Verlust-ebenen der Demokratie“ ausgezeichnet. Dr. Thiele ist Privatdozent am Institut für Allgemeine Staatslehre und Politische Wissenschaften. Unter Einbeziehung nicht nur der rechtswissenschaftlichen, sondern auch der sozial- und politikwissenschaftlichen Literatur untersucht er in seiner Buchpublikation den gegenwärtigen Zustand der deutschen Demokratie, zeigt Defizite auf und schlägt mögliche Reformen vor.

Darüber hinaus wurde zweimal der „Sonderpreis“ verliehen. Prof. Stephan Klasen, Ph.D., erhielt ihn für seine herausragenden Verdienste um den Aufbau der Entwicklungsökonomie in Göttingen und ihre internationale Sichtbarkeit und Anerkennung. Er gilt als Brückenbauer innerhalb der Universität und kooperiert erfolgreich mit anderen Fakultäten. Vor einigen Jahren wurde er vom UN-Generalsekretär in den UN-Ausschuss für Entwicklungspolitik berufen. Er ist das einzige deutsche Mitglied in diesem Gremium, das 25 Wissenschaftler aus aller Welt umfasst. Prof. Klasen betreute mehr als 50 Promovierende, von denen mehrere heute als Professorinnen und Professoren an führenden Universitäten weltweit tätig sind.

Ebenfalls mit einem Sonderpreis des Stiftungsrates ausgezeichnet wurden Gerrit Horstmann, Tobias Orthen und Philipp Stolte für ihr Engagement in der Initiative „Physik für Flüchtlinge“ (PfF). Sie erhielten eine Urkunde sowie ein Preisgeld von je 500 Euro. Im Oktober 2015 riefen die drei Studenten als Mitglieder im Kernteam gemeinsam mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft das Projekt PfF ins Leben. Ziel war es, den Kindern und Jugendlichen in den Flüchtlingseinrichtungen mithilfe von kleinen Physikexperimenten eine Ablenkung vom Alltag zu bieten und Ihr Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen zu fördern. Gerrit Horstmann, Tobias Orthen und Philipp Stolte haben durch Aufrufe über Mailinglisten, soziale Medien, Internet und Telefon über 1.100 Freiwillige und 28 Flüchtlingseinrichtungen für dieses Projekt gewonnen und so insgesamt über 7.000 Kinder erreicht. Damit leisteten sie einen signifikanten Beitrag zur Willkommenskultur in Deutschland.

Kontaktadresse:
Susanne Rogge
Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung Wissenschaftsrecht und Trägerstiftung
Telefon (0551) 39-24212
E-Mail: susanne.rogge@zvw.uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/kapazitaeten--pruefungs--und-stiftungsrecht/544664.html