Kunstgeschichtliches Seminar

Geschichte der Kunstsammlung


Die Geschichte der Kunstsammlung der Universität Göttingen reicht bis in die Gründungsjahre der Georgia Augusta zurück. Somit gehört die Sammlung nicht nur zu den frühesten kulturellen Ein­richtungen der Stadt, sie ist zugleich die älteste, explizit als Lehr­sammlung angelegte universitäre Kunstsammlung Deutschlands.

Ihr Grundbestand ging aus zwei bedeutenden Stiftungen hervor: 1736 entschloss sich der Patrizier Johann Friedrich Armand von Uffenbach, seinen umfangreichen Besitz an Druckgrafiken und Zeichnungen der Universität zu vermachen. Die zweite konsti­tuierende Schenkung von ca. 270 Gemälden ist Johann Wilhelm Zschorn zu verdanken. Christian Gottlob Heyne, als Leiter der Universitätsbibliothek, setzte Johann Dominicus Fiorillo als ersten Verwalter der Kupferstichsammlung ein.

Im Laufe der Sammlungsgeschichte wurde der Bestand vor allem durch weitere Stiftungen sowie einige Ankäufe – häufig großzügig unterstützt durch den Universitätsbund und die Klosterkammer Hannover – bereichert; auch Plastiken, Kunsthandwerk und Werke internationaler Videokünstler erweiterten das Repertoire.

1926 realisierte Wolfgang Stechow nach gründlicher Bearbeitung den ersten wissenschaftlichen Gemäldekatalog.

Insbesondere durch den Bestand bedeutender Zeichnungen und Druckgrafiken ist die Kunstsammlung hoch angesehen und Gesuche um Leihgaben und Einsicht zu Forschungszwecken erreichen sie aus dem In- und Ausland.

Zu Beginn in der Wohnung Fiorillos, später u.a. im Accouchierhaus untergebracht, wechselte die Gemälde- und Skulpturensammlung 1988 in das Auditoriumsgebäude, in dem sie bis heute gegen­wärtig ist – ein idealer Ort, um neben der Dauerpräsentation auch Sonderausstellungen zu veranstalten. Ein wesentlicher Aspekt ist die Einbeziehung aller Sammlungsbereiche in die Lehre. Den Studierenden der Kunstgeschichte wird hier die Möglichkeit gegeben, direkt am Objekt zu arbeiten und selbst Ausstellungen zu konzipieren.

Im Jahr 2011 wurde die Göttinger Kunstsammlung nach mehr­jähriger Sanierung wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Fotos der Wiedereröffnung)

Um die Sammlung auch künftig bewahren und erweitern zu können, hofft die Universität weiterhin auf die Unterstützung zahlreicher Kunstinteressierter.