Kunstgeschichtliches Seminar
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Nikolausberger Weg 15

Anschrift
Georg-August-Universität Göttingen
Kunstgeschichtliches Seminar und Kunstsammlung
Nikolausberger Weg 15
37073 Göttingen

Sekretariat

Andrea Kaupert

1. OG, Raum 1.123
Tel: +49 (0)551 / 39-5092
Fax: +49 (0)551 / 39-22069
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  • Sprechzeiten des Sekretariats





  • Forschung



    Das Sammeln von Druckgraphik in der Frühen Neuzeit


    Ein Kooperationsprojekt des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig, der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, der Georg-August-Universität Göttingen und des Bildarchivs Foto Marburg


    (Gefördert durch: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur/ Niedersächsisches Vorab der VolkswagenStiftung)


    Leitung in Göttingen: Dr. Jonas Beyer



    Stapel


    Das im April 2014 begonnene For­schungs­projekt "Das Sammeln von Druck­graphik in der Frühen Neu­zeit" be­schäftigt sich mit Formen, Funk­tionen und Charak­teris­tika früh­neu­zeit­licher Druck­graphik­samm­lungen. Das Pro­jekt ist Teil des For­schungs­ver­bundes "Kupfer­stichkabinett online - Virtue­lle Wieder­ver­einigung der Gra­phik­sammlung der Her­zöge von Braun­schweig-Wolfen­büttel", in dem seit mehreren Jahren die Druck­graphik­be­stände der Herzog August Bib­liothek in Wolfen­büttel und die­jenigen des Herzog Anton Ulrich-Museums in einer Online-Bild­daten­bank er­fasst werden. Auf der Basis dieser Daten sowie durch Hin­zu­ziehung von Ar­chi­valien werden die Braun­schweiger und Wolfen­bütteler Samm­lung des Her­zogs Carl I. sowie jene des Her­zogs Ferdinand Albrecht unter samm­lungs­his­torischen Frage­stellungen er­forscht, d.h.: Wie sammelten die Herzöge Druck­graphik, was genau er­warben sie und mit welchen Vor­stellungen und Zielen taten sie es? Und schließlich: Wie stellt sich ihre Sammel­tätig­keit im Kon­text anderer fürstlicher Graphik­samm­lungen dar?
    Die Erforschung von Graphik­sammlungen hat in den letzten Jahren er­heb­lichen Auf­trieb er­halten und etabliert sich als For­schungs­gegen­stand im uni­versi­tären Betrieb, gerade auch im Kon­text inter- und trans­disziplinärer Wissens­forschung, da Graphik­sammlungen zu­nehmend als historische Bild­archive in den Blick rücken.
    Der Forschungsstandort Göttingen zieht dabei Nutzen aus dem einmaligen Um­stand, dass sich auf Grund­lage der digi­talen Er­schließ­ungs­arbeit in Braun­schweig und Wolfen­büttel nun­mehr die Funktions­geschichte nicht nur von einzelnen Graphiken sondern von ganzen Bild­gattungen neu be­werten lässt. Die Göttinger Seite wiederum kann Schwer­punkt­setzungen in der Sammlung historisch er­klären helfen, so dass sich durch den gegen­seitigen Ab­gleich der Be­funde die Mög­lich­keit für eine kontext­orientierte Er­forschung der Be­stände eröffnet.



    Kunst als Wissenschaftspraxis. Carl Oesterley (1805-1891) und die Begründung der Kunstwissenschaft im 19. Jahrhundert

    (gefördert durch Pro*Niedersachsen)

    Leitung: Prof. Dr. Michael Thimann

    Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Katja Mikolajczak
    Laufzeit: März 2016 bis Februar 2018



    Oesterley Personenseite

    Ziel des Projekts sind die Er­schließung und Er­forschung des künstlerischen sowie kunst­wissen­schaft­lichen Schaffens von Carl Wilhelm Oesterley (1805-1891), einem der bedeutendsten nieder­sächsischen Künstler des 19. Jahr­hunderts. Oesterley ist eine paradig­matische Figur, da er in Personal­union Künstler und Wissen­schaftler war. Er gehört damit in die Reihe der bedeutenden 'Wissenschafts­künstler' der Romantik wie Johann David Passa­vant, Carl Friedrich von Rumohr und Johann Anton Ram­boux, die praktisches Arbeiten mit historischer For­schung und Reflexion über die Geschichte der Kunst ver­bunden haben und so von Künstlern zu Historikern wurden. Oesterley ist Ver­treter einer Generation, in der das historische Arbeiten und das Interesse für die Geschichtlich­keit der Kunst zu­nehmend in ein Konkurrenz­ver­hältnis zur eigenen künstlerischen Tätig­keit traten. Doch zeichnet Oesterley aus, dass er die Malerei nie auf­ge­geben hat, um sich allein der historischen Wissen­schaft zu­zu­wenden. Mehr...



    Künstlerwissen und Künstlerlektüre im Rom des 19. Jahrhunderts. Die Bibliothek des Deutschen Künstlervereins und ihr wissensgeschichtlicher Kontext

    (gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft)

    Leitung: Prof. Dr. Michael Thimann in Zusammenarbeit mit Dr. Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom)

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Ulf Dingerdissen, M.A.


    Projekt Künstlerwissen Thimann



    Sofort nach seiner Kon­stitution im Jahr 1845 begann der Deu­tsche Künstler­verein, für seine Mit­glieder eine Bib­liothek auf­zubauen. Diese Bücher­sammlung war die dritte, die im 19. Jahr­hundert für die in Rom wirkenden deutsch­sprachigen Künstler an­gelegt wurde. Zuvor waren bereits 1821 vor­nehmlich dank der Initiative des preuß­ischen Dip­lomaten Christian Carl Josias Bunsen und des Malers Johann David Passa­vants auf dem Kapitol die Bib­liothek der Deu­tschen sowie 1832 unter der Schirm­herrschaft König Ludwigs I. von Bayern auf der Villa Malta die Bib­liothek der Deu­tschen Künstler ge­gründet worden. Im Jahr 1900 wurden dem Deutschen Künstler­verein schließ­lich die beiden älteren Bib­liotheken über­eignet und die einzelnen Be­stände zu einer um­fassenden Künstler­bibliothek zusammen­geführt. In Folge des Zweiten Welt­kriegs in Einzel­bestände ge- und auf unter­schiedliche Institu­tionen in Rom ver­teilt, befindet sich die Bib­liothek des Deu­tschen Künstler­vereins seit 2012 in der Casa di Goethe. Wieder­vereint steht die heute noch etwa 4500 Bände zählende Bib­liothek dort jetzt der For­schung zur Ver­fügung. Die wissen­schaftliche Er­schließung der Bib­liothek des Deu­tschen Künstler­vereins und die Re­konstruktion ihrer Be­deu­tung in wissens- und konstellations­geschichtlichen Be­deutung sind die erklärten Ziele dieses Forschungs­vorhabens, von dem sich weit­gehende Auf­schlüsse sowohl über das Lektüre­verhalten der deutschen Künstler in Rom als auch die Organisation des intellektuellen Lebens innerhalb der deutschen Künstlerrepublik sowie den philosophischen, religiösen und kunst­theoretischen Ideen­transfer er­warten lassen: Als Bib­liothek für die Künstler ent­standen, ist die Bib­liothek des Deutsch­en Künstler­vereins ein aus­sagekräftiges Doku­ment für das Künstler­wissen, die Künstler­bildung und die Künstler­lektüre im 19. Jahr­hundert. Mehr...



    Die Werke aus Stein im Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM) Braunschweig

    Projektpartner:
    Prof. Dr. Manfred Luchterhandt, Prof. Dr. Carsten-Peter Warncke, Prof. Dr. Jochen Luckhardt, Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

    Mitarbeiter: Dr. Kerstin Grein, Dr. Marion Hilliges
    Wissenschaftliche Hilfskraft: Sophie Jennert

    • Zur Projektseite des Herzog Anton Ulrich-Museums

      • HAUM



        Ziel dieses Gemein­schafts­projekts von Museum und Uni­versität ist die Publi­kation eines Bestand­kataloges für die Stein­skulpturen des HAUM in Braun­schweig, das 2017 neu er­öffnet wird. Die Publi­kation schließt die Er­arbeitung der fürstlich­en Sammlungs­geschi­chte und thema­tische Unter­such­ungen einzelner Werk­gruppen ein. Das Projekt setzt die 2013 ab­geschlossene Pu­blikation der Glas­kunstbestände fort und wird von der Stiftung Nieder­sachsen mit 198.000 € ge­fördert. Die Pu­blika­tion wird von Stu­dieren­den unter Be­treuung von Wissen­schaftlern aus Museum und Uni­versität und in Zusammen­arbeit mit aus­wärtigen Fach­leuten ge­meinsam er­stellt. Sie um­fasst die grund­legende Er­schließung des Be­standes von 202 Ob­jekten (Da­tierung, Künstler, Her­kunft, Iko­nogra­phie, Vor­bilder etc.), aber auch Unter­suchungen zu Kunst­markt und Sammlungs­geschichte, zu Erwerb, Gebrauch und Be­deutung bestimmter Objekt­klassen am fürstli­chen Hof der Frühen Neu­zeit.



    Bestandskatalog der italienischen Gemälde der Göttinger Kunstsammlung

    Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“

    Wintersemester 2014/2015

    Betreuung: Dipl. Kulturw. Christine Hübner, Lisa Roemer M.A.
    Leitung: Prof. Dr. Michael Thimann




    FoLL Italiener



    Die Göttinger Kunst­sammlung besitzt ca. 30 Gemälde italienischer Künstler vom 14. bis zum 19. Jahr­hundert. Die Kunst­werke sind von unter­schiedlicher Her­kunft: einige wenige Gemälde kamen bereits im Februar 1796 im Rahmen des Nach­lasses des Sekretärs am Ober­appelations­gericht in Celle, Johann Wilhelm Zschorn, nach Göttingen. Weitere wert­volle Kunst­werke kamen durch Schen­kungen und Ver­mächt­nisse einiger Göttinger Professoren hinzu (z.B. Baum 1882, Hasse 1902, Dilthey 1907). Der letzte Zu­gang erfolgte in den 1950er Jahren.
    In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Restau­rierungs­paten­schaften ein­ge­worben werden, so dass einige der ita­lienischen Gemälde nun nach und nach restauriert werden. Nicht nur die Res­tau­rierungen, die den Gemälden neuen Glanz verleihen, geben einen will­kommenen An­lass, den ge­reinigten und wieder­her­ge­stellten Kunst­werken mehr Auf­merk­sam­keit zu schenken. Auch macht die Tat­sache, dass die ita­lie­nischen Werke der Göttinger Kunst­sammlung bis heute nur in den wenigsten Fällen Ein­gang in die Forschungs­dis­kussion ge­funden haben, eine grund­legende wissen­schaft­liche Unter­suchung des italienischen Be­stands sowie die Ver­öffent­lichung der Er­geb­nisse zwingend not­wendig.
    Bereits in den späten 1950er Jahren hatten die damalige Göttinger Assistentin Dr. Lucy von Weiher und der nach Amerika emigrierte Prof. Dr. Wolfgang Stechow eine über­ar­beitete Neu­auf­lage des knappen und un­be­bil­derten Bestands­katalogs von 1926 geplant, mit dem Ziel, die Gemälde der Sammlung durch eine wissen­schaftliche Be­ar­beitung und die Abbildung aller Ob­jekte der inter­natio­nalen Forschung zu­gäng­lich zu machen. Leider kam das Projekt nicht zum Ab­schluss.
    Die letzte zu­sammen­hängende Er­fassung der ita­lie­nischen Gemälde erfolgte in dem von Dr. Gerd Unverfehrt heraus­gege­benen Katalog über die nieder­ländischen Kunst­werke der Sammlung (1987). Das dort an­ge­hängte Ver­zeich­nis der ita­lie­nischen Werke geht je­doch über tech­nische An­gaben und Eck­daten nicht hinaus.
    Gemeinsam mit Studierenden der Kunst­geschichte wird derzeit ein fundierter Bestands­katalog der ita­lie­nischen Gemälde der Göttinger Kunst­sammlung er­ar­beitet, der voraus­sichtlich Ende 2015 im Universitäts­verlag Göttingen er­scheint.



    Göttinger Kirchen des Mittelalters

    Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“

    Wintersemester 2013/2014

    Leitung: PD Dr. Jens Reiche, PD Dr. Christian Scholl

    (abgeschlossenes Projekt)


    Das Forschungs­projekt, das im Rahmen des von der Hoch­schul­didaktik der Uni­versität Göttingen an­gebotenen Pro­gramms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“ durch­geführt wird, bietet eine längst über­fällige archi­tektur­his­torische Auf­arbeitung der Göttinger Kirchen des Mittel­alters, die sowohl einen präzisen Zu­griff auf die Ob­jekte als auch eine diachrone Dar­stellung der Göttinger Sakral­bau­kunst vom 13.-15. Jahr­hundert leistet.
    Mit den Pfarr­kirchen St. Johannis, St. Jacobi, St. Albani, St. Marien und St. Nikolai sowie der Pauliner­kirche ver­fügt Göttingen über einen Be­stand von sechs be­deutenden gotischen Kirchen des 14. und 15. Jahr­hunderts. Die Stadt bietet folg­lich auf engstem Raum die Mög­lich­keit, Ein­blicke in die Ge­stalt und Funktions­weise mittel­alter­licher Sakral­archi­tektur zu ge­winnen. Für eine Stadt dieser Größe ist dies durch­aus be­merkens­wert: Göttingen wird im süd­lichen Nieder­sachsen dies­be­züg­lich nur von Braunschweig über­troffen, das aller­dings im Mittel­alter eine wesent­lich größere Stadt ge­wesen ist.
    Umso er­staun­licher ist es, dass eine ver­tiefende kunst­historische Bear­beitung der sechs Bauten bis­lang nicht er­folgt ist. Im Gegen­satz zu den eben­falls über­regional wichtigen Göttinger Altären des Spät­mittel­alters, denen jüngst (2012) eine Publika­tion ge­widmet worden ist, sind die Göttinger Kirchen, ab­gesehen von einem relativ kurzen Arti­kel von 1987 und älteren populär­wissen­schaft­lichen Zu­sammen­stellungen, nie über­greifend wissen­schaft­lich be­ar­beitet worden.
    Ziel des Forschungs­projektes ist es, die Bau­geschichte der sechs er­haltenen Kirchen in ihrer relativen und ab­soluten Chronologie zu klären, aber auch Aus­blicke auf die ver­loren­ge­gangenen Bauten zu ver­mitteln. Dabei geht es um die lokale und regionale Ein­bindung dieser Ob­jekte, aber auch um ihre weiter­reichenden Be­züge zur gotischen Archi­tektur. Diese Bau­geschichte wird in ihren his­torischen Zu­sammen­hängen er­schlossen, wobei unter anderem ge­fragt wird, auf welcher Grund­lage es etwa um die Mitte des 14. Jahr­hunderts zu einer regel­rechten Neu- bzw. Um­bau­welle in Göttingen ge­kommen ist. Um das Thema im Rahmen des „Forschungsorientierten Lehrens und Lernens“ be­wältigen zu können, kon­zentriert sich das Vor­haben auf die Archi­tektur und zieht die Aus­stattung nur dann heran, wenn sie Auf­schlüsse auf die Archi­tektur­ge­schichte bietet.
    Um die mittel­alter­liche Archi­tektur erfassen zu können, ist aller­dings ein Blick auf die nach­mittel­alter­liche Nutzungs- und Res­taurierungs­ge­schichte er­for­der­lich. Reformations­zeit, Auf­klärung, Historismus und Moderne haben jeweils zu funk­tionalen Über­formungen ge­führt, deren Kennt­nis zur Er­schließung der mittel­alter­lichen Bau­geschichte von grund­legender Be­deutung ist. Als besonders ein­schneidend er­weisen sich dabei die Res­tau­rierungen im späten 19. Jahr­hundert unter Conrad Wilhelm Hase (vor allem an St. Johannis und St. Marien). Indem diese in den Blick ge­nommen werden, er­öffnet sich ein thematischer Neben­schau­platz, der als Bei­trag zur Ge­schichte der Denk­mal­pflege auch eigen­ständiges Interesse be­an­spruchen darf.
    Die an­ge­messene wissen­schaft­liche Be­gleitung wird durch die Betreuer bzw. Mentoren gewähr­leistet, die beide bereits durch ein­schlägige Publika­tionen zur mittel­alter­lichen Archi­tektur­ge­schichte hervor­ge­treten sind und sich außer­dem auf­grund einer Reihe von Lehr­ver­an­staltungen auch mit der Göttinger Materie bestens aus­kennen. Die Er­gebnisse werden in eine mit dem Uni­versitäts­verlag Göttingen zu er­ar­beitende Buch­publika­tion ein­fließen. Mit dieser wird sowohl den Fach­leuten als auch dem interessierten Publikum ein Standard­werk zur Ver­fügung ge­stellt werden, wie es zur Archi­tektur der Göttinger Kirchen bislang fehlt.


    Bilder der Gegenwart.
    Ein kunst- und bildwissenschaftliches Forschungsprojekt zum digitalen Bild


    Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“

    Dr. Harald Klinke, Dr. Lars Stamm


    (abgeschlossenes Projekt)


    Das digitale Bild ist inzwischen all­gegen­wärtig und ist bereits tief in den Lebens­alltag ein­ge­drungen. Dadurch regelt es nicht nur die Art und Weise wie wir Fotos machen oder mit Computer­spielen inter­agieren, sondern das neue Bild­medium be­stimmt viel­mehr, wie wir die Welt wahr­nehmen und wie wir unsere Wahr­nehmung visuell kommuni­zieren. In unserer Kultur ist jeder­mann jeder­zeit und über­all digital ver­netzt und be­wegt sich ständig in virtuellen Bild­welten, die ent­weder digi­tali­siert oder pro­grammiert sind.
    Die Kunst­ge­schichte war von jeher auch eine Bild­ge­schichte und hat über den medialen Ver­gleich der Ob­jekte ihre je­weiligen Besonder­heiten heraus­ge­ar­beitet, um die ästhe­tischen Mög­lich­keiten und pro­duktiven Grenzen des Mediums aus­zu­loten.
    Aus diesem Grund ist es gerade die Kunst­ge­schichte, die den gegen­wärtigen und längst nicht ab­ge­schlossenen Ent­wick­lungen des neuen Bild­mediums be­gleiten kann. So stellen sich zunächst Fragen nach dem Begriff des „Digitalbildes“ oder „Digitalfotos“. Dahinter ver­ber­gen sich tech­nische Fragen, aber auch philo­so­phische Fragen nach einer Theorie des Bildes und seines Mediums. Schließ­lich kann ein his­to­rischer Ver­gleich der Bild­medien Auf­schluss über die Onto­lo­gie des digi­talen Bildes geben. Das digi­tale Bild ist auf­grund seiner Omni­präsenz zu einem wichtigen Be­stand­teil der gegen­wärtigen Kultur ge­worden. In bild­onto­lo­gischer Hin­sicht unter­scheidet es sich jedoch stark von einem Tafel­bild oder einer Foto­grafie, da seine tech­nischen und materiellen Be­ding­ungen als ein codiertes Bild mit dis­kreten Werten völlig andere sind.
    Das Projekt findet im Rahmen des „Forschungsorientierten Lehren und Lernen“ (FoLL) statt, das ge­fördert wird vom ge­mein­samen Bund-Länder-Programm für bessere Studien­be­ding­ungen und mehr Qualität in der Lehre (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur).
    Ergebnisse des Projektes werden in einer Publikation ver­öffent­licht sowie in einer Präsen­tation und im Rahmen eines Symposiums vor­gestellt.


    Die Glaskunstbestände des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig

    (abgeschlossenes Projekt)


    Das Kunstgeschichtliche Seminar und das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig führten von Herbst 2011 bis Herbst 2013 ge­mein­sam unter der Lei­tung von Prof. Dr. Jochen Luckhardt (Braunschweig) und Prof. Dr. Carsten-Peter Warncke (Göttingen) ein vom Nieder­sächsischen Minis­terium für Wissen­schaft und Kultur ge­för­dertes Pro­jekt zur Er­for­schung der Glas­kunst­be­stände im HAUM durch. Dabei er­ar­beitete eine Gruppe fort­ge­schrittener Studie­render einen wissen­schaft­lichen Kata­log sämt­licher Ob­jekte des Museums auf der Basis um­fassender kunst- und natur­wissen­schaft­licher Un­ter­suchungen. Die Er­geb­nisse wurden auf einer Fach­tagung zur Dis­kussion ge­stellt, seit Oktober 2013 liegt die Publika­tion in Form eines wissen­schaft­lichen Be­stands­kataloges vor.


    Gattungstheorie und Gattungspraxis: Untersuchungen zum Bestand der Gemälde des 19. Jahrhunderts in der Göttinger Universitätskunstsammlung

    (abgeschlossenes Projekt)


    Nach Sanierungsmaßnahmen ist die Gemälde- und Skulpturen­galerie im April 2011 in neuem Ge­wand wieder er­öffnet worden. Ein beson­deres Augen­merk fiel dabei auf einen bis­lang nahezu un­bear­beiteten Be­stand von Gemälden des 19. Jahr­hunderts. Es handelt sich um Werke, die in ihrer spezi­fischen Be­deu­tung erst in den letzten Jahr­zehnten wieder in den Fokus der kunst­his­to­rischen For­schung ge­rückt sind. Durch ihre Bear­beitung er­folgt somit ein un­mittel­barer An­schluss an aktuelle wissen­schaft­liche Debatten.
    Dieser Be­stand um­fasst ca. 25 Werke ver­schie­dener Gattungen (religiöse und profane Historien, Genre, Land­schaft, Still­leben), an­hand derer sich die kunst­ge­schicht­lichen Gattungs­dis­kurse im 19. Jahr­hundert auf exempla­rische Weise nach­vollziehen lassen. Hierzu gehören, um nur einige Künstler zu nennen, Gemälde des ersten Göttinger Kunst­geschichts­professors Johann Domenicus Fiorillo, des Hannoveraner Hof­malers Carl Oesterley, eines Göttinger Historien­malers mit Namen Friedrich Spangenberg sowie des Haupt­ver­treters der Weimarer Maler­schule, Karl Buchholz.
    Die Aufarbeitung dieses bedeutenden Be­standes, er­mög­licht grund­legende Ein­sichten in die große Band­breite künstlerischen Schaffens dieses Jahr­hunderts und ver­mittelt zu­gleich eine Viel­falt methodischer Heran­gehens­weisen.


    Methodische Herangehensweise


    Um die zuvor formulierten Ziele zu verfolgen, werden Stu­die­rende diese weit­gehend un­er­forschten Gemälde der Göttinger Kunst­samm­lung selb­ständig bear­beiten. Einen wichtigen Be­stand­teil bildet hierbei die eigen­ständige For­schung der Stu­die­renden in Archiven, Biblio­theken und externen Samm­lungen. Die Unter­suchung be­gleitend soll ein inten­siver Aus­tausch mit Ex­perten anderer Ein­richtungen aus Uni­ver­sitäten und Museen ent­wickelt werden, der in einem von den Studierenden or­gani­sierten Fach­kolloquium vor den Originalen seinen vor­läufigen Ab­schluss findet.
    Im Zuge des Pro­jektes ist im Sommer 2012 die Publika­tion eines wissen­schaft­lichen Be­stands­kataloges mit den neu­ge­wonnenen Er­kennt­nissen, sowie eine ab­schließende Sonder­aus­stellung zur Prä­sentation des Samm­lungs­bereiches ge­plant.





    Forschungsgruppe



    Die Mitglieder der Forschungsgruppe:
    (oben, v. l.) Phil Miller, Verena Suchy, Julia Diekmann, Lisa Weiß; (unten, v. l.) Ifee Tack, Jan Stieglitz; (nicht im Bild) Katharina Immoor, Janna Krützer, Christina Eifler; Mentor: PD Dr. Christian Scholl, Betreuerin: Dr. Anne-Katrin Sors