Kunstgeschichtliches Seminar

Kunstwerk des Monats im Mai 2007


06. Mai 2007
Johann Friedrich von Uffenbach
Vorgestellt von: Dietrich Meyerhöfer, M.A.

Johann Friedrich von UffenbachJohann Friedrich von Uffenbach (1687-1769) gehört zu den großen Stiftern der 1736 gegründeten Georg-August-Universität zu Göttingen. Zu seiner Donation gehörten neben der 2289 überwiegend naturwissenschaftliche Bände umfassenden Bibliothek ein Kabinett mit etwa 10000 lose Blatt Druckgraphik sowie 1000 Handzeichnungen und die Sammlung der wissenschaftlichen Instrumente zur Arithmetik, Geometrie, Mechanik, Optik und Gnomonik. Daneben überließ Uffenbach der Universitätsbibliothek seine umfangreichen Manuskripte. Johann Friedrich wurde am 6. Mai 1687 in der Freien Reichsstadt Frankfurt am Main geboren. Ab 1704 studierte er Jura in Halle. Das Studium unterbrach er von 1709 bis 1711, um seinen Bruder, den Bibliophilen Zacharias Conrad, auf dessen Grand Tour durch Niederdeutschland, die Niederlande und England zu begleiten.
Ende 1712 nahm er sein Studium in Straßburg wieder auf, das er 1714 beendete. Kurz darauf verließ er Straßburg für seine eigene zwei-jährige Grand Tour nach Italien und Frankreich. In beiden Ländern interessierte er sich neben Theater und Oper besonders für die neuesten technischen Erfindungen. Er notierte ausführlich in seinem Diarium die Besuche bei Technikern und Ingenieuren.

Nach seiner Rückkehr 1716 richtete er sich in seiner Heimatstadt wieder ein. Seine Bibliothek, auch die wissenschaftliche Instrumenten- und Kunstsammlungen waren durch Ankäufe auf den langjährigen Fahrten um viele Stücke angewachsen.

1718 unternahm er eine kleinere Tour durch beide Niederlande, wobei ihn besonders die Architektur und auch wieder das Theater und die Oper interessierten. Eine Fahrt im Jahre 1728 unternahm er durch Hessen und das südliche Niedersachsen. Hier war das Ziel Braunschweig, wo er sein 1720 fertiggestelltes Singspiel "Der von Londinen geliebte und ungeliebte Pharasmanes, König von Iberien" aufführen lassen wollte. Schon 1725 hatte er zusammen mit fünf anderen Frankfurter Bürgern eine "wissenschaftliche Ge-sellschaft zur Pflege von Natur und Kunst" gegründet, die bis nach 1740 bestand. Eines der Ziele dieser Gesellschaft war es, Erfindungen anderer für die Allgemeinheit zu verbessern.

Ab 1732 wurde ihm vom Patriziat seiner Heimatstadt sein unabhängiges Leben schwer gemacht: Er sollte die finanzielle Amtsführung seiner patrizischen Standesgenossen in Bezug auf das gesamte Bauwesen überwachen. Um diesem Amt entgehen zu können, brauchte er einen auswärtigen hohen Titel. Deshalb stiftete er am 28. Juli 1736 einen Großteil seiner Sammlungen der neugegründeten Georg-August-Universität zu Göttingen. Für seine Donation wurde er 1737 vom englischen König Georg II. August mit dem Patent eines Königlich Großbritanisch Churfürstlich Braunschweigisch Lüneburgischen Artillerieobristlieutenants ausgezeichnet. Allerdings trat er dennoch in die Dienste der Stadt Frankfurt. 1739 war ein Teil der Alten Mainbrücke eingestürzt. Von 1740 bis 1744 leitete Uffenbach den Umbau.