Forschungsprojekte


In unseren Forschungsprojekten verbinden wir erziehungswissenschaftliche, fachdidaktische, pädagogisch-psychologische und soziologische Theorieansätze. Forschungsmethodisch haben unsere Projekte alle einen quantitativ-empirischen Schwerpunkt, wobei wir je nach Fragestellung unter­schied­liche Forschungsdesigns, Erhebungsinstrumente und statistische Analysemethoden einsetzen.


Willems_Forschung



Unsere Projekte sind in vier Schwerpunktbereichen angesiedelt:

Schwerpunktbereich 1: Schul- und Unterrichtsforschung
In verschiedenen quer- und längsschnittlich angelegten sowie quasi-experimentellen Studien beschäftigen wir uns mit der Beschreibung, Erklärung und Förderung der Kompetenz- und Motivationsentwicklung von Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Domänen (u.a. Mathematik, Deutsch, Natur­wissen­schaften, Chinesisch) und Altersstufen (Grundschule, Sekundarstufe I und II). Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wie sich individuelle motivational-affektive, kognitive und soziale Lern­ausgangs­lagen von Schülerinnen und Schülern auf den Lernprozess und den Bildungserfolg auswirken. Dazu führen wir eigene Studien durch, die sich mit Fragen der Qualität und Wirkung schulischer Lehr- und Lernprozesse befassen (u.a. SIGMA, FeeHe, digiChaF, GanzNaWi). Außerdem werten wir Daten aus Schulleistungsvergleichsstudien sekundäranalytisch aus (IQB-Bildungstrend, NEPS, TIMSS, IGLU).

Schwerpunktbereich 2: Lehrerbildungsforschung
In unseren Projekten zur Förderung und Entwicklung professioneller Kompetenzen von Lehramtsstudierenden gehen wir der Frage nach, welche Wirkungen die universitäre Lehreramtsausbildung auf die Entwicklung von Kompetenzen und Einstellungen angehender Lehrkräfte hat. Wir untersuchen dazu, wie sich der Wissenserwerb, die Lernmotivation und die Kompetenzüberzeugungen von Lehramtsstudierenden durch den Besuch verschiedener Lehr- und Lernformate im Rahmen der bildungswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen im Master of Education entwickeln (FlipViU, QuBIC). Außerdem analysieren wir, welchen Einfluss theoretische und praktische Formate der universitären Lehramtsausbildung auf Einstellungen zu Behinderung und Inklusion sowie auf die inklusionsbezogene Selbstwirksamkeitserwartung und Kompetenzüberzeugungen von Studierenden haben (ELBI).

Schwerpunktbereich 3: Einstellungsentwicklung in non-formalen Bildungskontexten
Als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist Inklusion nicht nur im schulischen Kontext von Bedeutung, sondern in allen Lebensbereichen. Im Rahmen unseres Längsschnittstudie EFBI gehen wir deshalb der Frage nach, wie sich Einstellungen zu Behinderung und Inklusion in non-formalen Bildungskontexten entwickeln und welche Faktoren hierbei von Einfluss sind. Zur Beantwortung unserer Forschungsfragen setzen wir ein Mixed-Methods-Design um, in dem standardisierte Fragebögen und vertiefende Interviews eingesetzt werden.

Schwerpunktbereich 4: Entwicklung und Evaluation digitaler Lernangebote für Studierende
Zur Weiterentwicklung der universitären Ausbildung von angehenden Lehrkräften, Sozialwissenschaftler*innen und Erziehungswissenschaftler*innen konzipieren und evaluieren wir in verschiedenen Projekten neue Lehr- und Lernformate. Ein Schwerpunkt liegt auf der Implementierung von strukturierten und innovativen Blended Learning-Konzepten in Form von Inverted Classrooms (QuBIC, FlipViU, SPL II). Zum anderen möchten wir durch gezielte Angebote für Lehramtsstudierende forschungs- und praxisbezogene Elemente stärker miteinander verbinden (CONNECT). In allen Projektphasen legen wir Wert auf eine konsequente Evidenzbasierung, die wir durch eine enge Anbindung an aktuelle Erkenntnisse aus der Lehr- und Lernforschung sowie durch eigene, kontinuierliche Begleitevaluationen sichern.



Aktuelle Forschungsprojekte unter der Leitung von Prof. Dr. Ariane S. Willems

GanzNaWi – Förderung naturwissen­schaftlicher Kompetenzen und Einstellungen durch additive und verzahnte Ganztagsangebote in der Grundschule

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Im Projekt GanzNawi haben wir zur Förderung natur­wissenschaftlicher Kompetenzen und Einstellungen von Schüler*innen der Grundschule ein jahrgangsübergreifendes, außerunterrichtliches Bildungsangebot für Kinder der 3. und 4. Klasse entwickelt, das wir in zwei Varianten für ein Schulhalbjahr in sechs Projektschulen durchgeführt haben. In unserer Studie steht die Frage im Vordergrund, ob verzahnte außerunterrichtliche Ganztagsangebote förderlicher für die Leistungs- und Motivationsentwicklung von Schüler*innen sind als additive Angebote.


FeeHe – Feedback im Kontext von Heterogenität

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Im Projekt FeeHe untersuchen wir, wie Schüler*innen der gymnasialen Oberstufe die Unterrichts- und Feedbackqualität ihres Deutschunterrichts wahrnehmen. Uns interessiert besonders, inwieweit die Unterrichtswahrnehmung der Schüler*innen von ihren individuellen Lernausgangslagen – wie ihrem Fachinteresse, ihrem akademischen Selbstkonzept oder ihrer Leistung – beeinflusst wird und welche differenziellen Effekte die wahrgenommene Unterrichts- und Feedbackqualität auf die Lernprozesse der einzelnen Schüler*innen hat.


ELBI – Einstellungen von Lehramtsstudierenden zu Behinderung und Inklusion

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Im Projekt ELBI untersuchen wir den Zusammenhang von inklusions- und behinderungsbezogenen Einstellungen von Lehramtsstudierenden einerseits und ihrer inklusions­bezogenen Selbstwirksamkeitserwartung und Kompetenz­einschätzung andererseits. Zudem gehen wir der Frage nach, welchen Einfluss Studieneingangsvoraussetzungen – wie die Studienwahlmotivation und die Fächer- und Schulformwahl – sowie Lerngelegenheiten während des Studiums auf die Einstellungen zukünftiger Lehrkräfte haben.


EFBI – Einstellungen von FSJler*innen zu Behinderung und Inklusion

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Im Projekt EFBI haben wir Freiwilligendienstleistende über ein Jahr begleitet und untersucht, wie sich behinderungs- und inklusionsbezogene Einstellungen von jungen Erwachsenen im Verlauf von Freiwilligendiensten entwickeln. Im Zentrum steht die Frage, welche personen- und kontextbezogenen Faktoren – wie der Kontakt mit Menschen mit Behinderung, die Motivation zur Teilnahme am Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder die Inhalte der Begleitseminare – Einfluss auf die Einstellungsentwicklungen haben.


AspirE – Bildungsaspirationen und Bildungswahlentscheidungen von Schülerinnen und Schülern

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Im Projekt AspirE untersuchen wir, welchen Einfluss realistische und idealistische Bildungsaspirationen sowie die Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern auf Bildungswahlentscheidungen zu unterschiedlichen Zeit­punkten im Bildungsverlauf haben. Dazu werten wir längs­schnittliche Daten von ca. 14.500 Schülerinnen und Schülern aus dem Nationalen Bildungspanel (NEPS) sekundäranalytisch aus.


digiChaF – Digitales Arbeiten im Chinesischunterricht zur Förderung der Textproduktions­kompetenz von Schüler*innen

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Das Projekt digiChaF ist ein Kooperationsprojekt mit Prof. Dr. Andreas Guder (Arbeitsbereich Didaktik des Chinesischen sowie Sprache und Literatur Chinas) der Freien Universität Berlin. Näheres hierzu in Kürze!