Ökologie der Nutztierhaltung

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Aktuelle Forschungsprojekte

Alexander Riek und Anna Stölzl
Untersuchungen zu saisonalen Unterschieden in der Energieallokation bei extensiv gehaltenen Lamas (Lama glama) unter mitteleuropäischen und hochandinen Bedingungen:


Lama ForschungEndotherme Tiere, müssen in der Regel ihre Körpertemperatur konstant halten auch bei wechselnden Umweltbedingungen. Allerdings ist dies mit hohen energetischen Kosten verbunden. Es gibt jedoch Hinweise, dass einige Huftiere eine Form des Energiesparens aufweisen, wenn die Umgebungstemperaturen niedrig und/oder die Futterverfügbarkeit gering ist. Dieses Phänomen wurde bereits für Rehe, Rotwild und das Przewalski-Pferd nachgewiesen. Es gibt Spekulationen, dass landwirtschaftliche Nutztiere die Fähigkeit verloren haben den Stoffwechsel unter widrigen Umweltbedingungen zu reduzieren, da sie unter konstanter Nährstoffversorgung selektiert und gehalten wurden und somit ohne Selektionsdruck für die Aufrechterhaltung einer saisonalen zyklischen Anpassung. Bislang fehlen jedoch empirische Untersuchungsergebnisse zur vermeintlich geringeren Anpassungsfähigkeit von Nutztieren im Vergleich zu ihren wildlebenden Artgenossen. Ebenso gibt es bisher keine Studien dazu, in welchem Masse solche saisonalen Anpassungsmechanismen in Bezug auf die Energieallokation bei frei lebenden extensiv gehaltenen Weidetieren vorhanden sind. Das Lama eignet sich in dieser Hinsicht besonders gut als Modeltier, da es eine robuste Haustierart darstellt, die nach dem Domestikationsmodel als primäre Population bezeichnet werden kann. Ziel dieser Studie ist es daher, durch Messung verschiedenster physiologischer Parameter ('Field Metabolic Rate', Körperkerntemperatur, Bewegungsaktivität, Positionsbestimmung etc.) bei einer extensiv gehaltenen Haustierart dem Lama, im Jahresverlauf sowohl in gemäßigten Breiten (Deutschland) als auch in seiner Heimatregion den Anden (Peru) heraus zu finden, ob die bei wilden Herbivoren (Rothirsch, Steinbock, Przewalski Pferd) mittlerweile gut dokumentierte saisonale Anpassung der Stoffwechselaktivität durch den Domestkationsprozess beim Lama verloren gegangen ist oder ob ähnliche Energiesparmechanismen auch bei Lamas vorhanden sind. Es wäre die erste Studie an einer Säugetierart, die sowohl den Energieaufwand mittels der doppelten Isotopenmethode bestimmt als auch ein Telemetriesystem einsetzt, um zeitgleich die Bewegungsaktivität und Körpertemperatur auf zu zeichnen und mittels Positionsbestimmung feststellt, welche Strecken die Tiere täglich zurücklegen. In Kombination ergeben diese Daten ein sehr detailiertes Bild über das Zusammenspiel zwischen Energieaufwand und Energieeinsparung.

Lea Brinkmann
Stoffwechseladaptation der Pferde bei verschiedenen Umwelteinflüssen:


OecontleaIn den Untersuchungen wird der Stoffwechsel bei Minishetlandponys über den Jahresverlauf analysiert. Dies geschieht unter anderem mit Hilfe von Herzschlagfrequenz- messungen und der doppelten Isotopen Methode, bei der die Tiere die stabilen Isotope Deuterium und 18O verabreicht bekommen, die den Körper unterschiedlich schnell verlassen. Durch Messung der Isotopenkonzentration im Blut kann die Stoffwechselintensität bestimmt werden. Bei dem Versuch wird ein besonderes Augenmerk auf die Anpassung des Stoffwechsels an niedrige Außentemperaturen und an die Photoperiodik gelegt.



Vivian Gabor
Kognitive Leistungen bei Pferden:


vivianDieses Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Lernfähigkeit von Pferden, in diesem Fall Shetlandponys. Die Tiere lernen dabei an einer computerunterstützten Lernapparatur Diskriminationsaufgaben. Untersucht wir hierbei das Lernverhalten, die Lerngeschwindigkeit und mögliche Einflussfaktoren auf die Lernleistungen der Ponys. Die damit gewonnenen Erkenntnisse sollen experimentelle Aufgabenstellungen verbessern und Trainingsmethoden in der Praxis optimieren.


Lisa McKenna
Positive Emotionen beim Schwein


lisaIn dieser Studie soll untersucht werden durch welche Situationen oder Stimuli positive Emotionen beim Schwein ausgelöst werden können. Durch Messung der Herzfrequenz und der Herzfrequenzvariabilität, thermo graphische Aufnahmen sowie detaillierte Verhaltens- beobachtungen werden physiologische und verhaltens- biologische Parameter identifiziert die mit positiver Emotion beim Schwein einhergehen. Die identifizierten Parameter können genutzt werden um das Wohlsein von Tieren in verschiedenen Haltungssystemen beurteilen zu können. Des Weiteren können die identifizierten Situationen oder Stimuli welche erfolgreich positive Emotionen beim Schwein auslösen in die täglichen Abläufe der industriellen Tierhaltung integriert und somit das Wohlbefinden der Tiere verbessert werden.


Rukhsana Amin Runa
Studium zur Salztoleranz bei Schafen und Ziegen


runaDie Versalzung von Böden und Grundwasser aufgrund des Klimawandels ist ein weltweit zunehmendes Phänomen. Das Projekt befasst sich mit der Salztoleranz (NaCl) von Schafen und Ziegen im Tränkwasser.
Als ganzheitliche Methode wird das Tierverhalten in Wahlversuchen geprüft, wobei die Tiere zwischen verschiedenen Salzkonzentrationen wählen können. Zusätzlich werden physiologische Parameter erfasst.