Gäste am Methodenzentrum

Prof. Dr. Steve Tonah

Bild_Tonah I Wir freuen uns im November 2019 Prof. Dr. Steve Tonah des Department of Sociology der University of Ghana als Gast am Methodenzentrum Sozialwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen zu begrüßen.

Steve Tonah studierte nach einem BA-Studium in Economics and Sociology an der University of Cape Coast (Ghana) Soziologie an der Universität Bielefeld. Nach Abschluss seines Diploms 1989 promovierte er 1993 ebenfalls in Bielefeld. Während der sieben Jahre, die er in Deutschland lebte, führte er Feldforschungen sowohl in Ghana als auch in Kenia durch und arbeitete zeitweilig in den USA als Forschungsassistent an der University of Pennsylvania. Darüber hinaus war er von 2000 bis 2010 als Research Associate am Max-Planck-Institut für Ethnologie in Halle und von 2007 bis 2010 im VW-Projekt „States at Work. Public Services and Civil Servants in West Africa: Education and Justice in Benin, Ghana, Mali and Niger” tätig.
Derzeit ist Steve Tonah Professor an der University of Ghana, wo er 2009 aufgrund seiner beachtlichen Forschungs- und Publikationsaktivitäten als „Best Researcher“ ausgezeichnet wurde. Die zentralen Bereiche seiner Arbeit sind die soziologische Konflikt- und Migrationsforschung. Die Migrationsgeschichte der Fulanis, ihre Konflikte und Machtkonstellationen mit anderen ethnischen Gruppierungen sowie den lokalen und nationalen Regierungen, war in seiner Forschung über 30 Jahre lang eines einer zentralen Themen. In den letzten Jahren erweiterte sich seine Forschung zudem auf empirische Untersuchungen zu sogenannter irregulärer und nationale Grenzen überschreitender Migration. Dabei untersucht er u.a. die in Ghana von staatlicher und gesellschaftlicher Seite unterstützten Programme zur Rückkehr von MigrantInnen und welche Rolle der Familien sowie Verbände von MigrantInnen dabei einnehmen.
Im November dieses Jahres wird Steve Tonah an der internationalen Konferenz zum Thema „Exil - Flight – Persecution“ (mitfinanziert von der DFG) als Keynote-Speaker teilnehmen. Er wird hier über seine Forschungen zu Migrationsverläufen aus Westafrika nach Libyen und Europa sprechen. Weiterhin werden wir mit ihm während seiner Zeit in Göttingen über die Möglichkeiten gemeinsamer Forschung zu Flucht und Migration diskutieren.

Memberships: Ghana Academy of Arts and Sciences; Ghana Sociological Association; International Sociological Association (ISA); Ghana Association of Writers.


Prof. Dr. Hermílio Santos

Hermilio Bild kleinWir freuen uns im November 2019 Prof. Dr. Hermílio Pereira dos Santos Filho, Pontifical Catholic University of Rio Grande do Sul (PUCRS) erneut als Gast am Methodenzentrum Sozialwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen begrüßen zu können. Sein Aufenthalt findet im Rahmen des Kooperationsprojektes: „Research with Biographical Narratives“ statt und wird finanziert von: EDITAL FAPERGS/CAPES 06/2018, einem Programm zur Internationalisierung der Aufbau- bzw. Promotionsstudiengänge im Bundesstaat Rio Grande Do Sul, Brasilien.

Prof. Hermílio Santos war bereits unterstützt durch Stipendien des DAAD und CAPES (Brasilianisches Bundesministerium für Bildung) von Dezember 2011 bis Ende Februar 2012, im Dezember 2013, von Juni bis Juli 2014 und von Dezember 2017 bis März 2018 Gast am Methodenzentrum Sozialwissenschaften.

Hermílio Santos promovierte in der Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und ist derzeit Professor am Fachbereich Sozialwissenschaften der PUCRS in Porto Alegre, Brasilien. Seit 2018 ist Prof. Santos Präsident des Research Committes: “Biography and Society” der International Sociological Association (ISA) und derzeit Vorsitzender des lokalen Organisationskomitees des IV ISA Forums für Soziologie, das 2020 in Porto Alegre stattfinden wird.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Jugend und Gewalt, Frauen und Kriminalität, Erzähl- und Biographieforschung sowie der Soziologie Alfred Schütz'. In Verbindung mit seiner Forschungstätigkeit produzierte Prof. Hermílio Santos Dokumentarfilme zu denen Themen: "Surveiled Intimancy" (2010), "Infância Falada – Histories of Transformation Based on Dialogue” (2016) und "Lebenswelt - Die Soziologie von Alfred Schütz" (2018). Gegenwärtig sind Filme zu den brasilianischen Grenzen und zur internationalen Biographieforschung im Entstehen.

Wasey Khalil, M.A.

Foto_Khalil_klein Wasey Khalil (Pakistan) – Forschungsprojekt/PhD-Projekt über “Migration in the context of social transformation and figurations – Perspectives and experiences of Afghan and Pakistani refugees in Germany”.

Wasey Ullah Khalil kommt ursprünglich aus Pakistan und hat dort an der Universität Peshawar zum Thema „Proxy wars and migration“ studiert. In dessen Rahmen führte er Interviews zunächst nur mit Binnengeflüchteten und Migrant*innen und deren Familien, später ebenfalls mit illegalisierten Geflüchteten aus Afghanistan in Pakistan. Dies motivierte ihn seine Forschung auf illegalisierte Migrant*innen zu erweitern. Nebenbei engagierte er sich als Leiter einer Organisation, die sich auf die Bildung über Religion und religiösen Extremismus fokussierte. 2013 wurde er der Gotteslästerung angeklagt und befand sich in Lebensgefahr, weshalb er im Oktober 2015 nach Deutschland kam, Asyl beantragte und seit Anfang 2016 in Göttingen lebt. In Göttingen studierte er zunächst als Gastzuhöreran der Georg-August-Universtität und nahm dann als PhD bei Prof. Dr. Gabriele Rosenthal seine Forschung wieder auf und beschäftigte sich mit biographischen Methoden. Als Stipendiat des Programms “Wissenschaft.Niedersachen.Weltoffen” für gefährdete Wissenschaftler*innen wird er vom niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gefördert.

Seine Dissertation handelt von Familien- und Lebensgeschichten von illegalisierten Migrant*innen aus Afghanistan und Pakistan in Deutschland. Das Hauptziel seiner Arbeit ist es, die Migrationsprozesse und die Erfahrungen, die auf der Migrationsroute gemacht wurden sowie die aktuellen Perspektiven der Migrant*innen zu rekonstruieren, d.h. die Prozesse, die zu einer Flucht geführt haben und ihre anschließende biographische Entwicklung. Das zweite Ziel seiner Forschung ist die Herausarbeitung von Aktionsmustern und Transformationen von Gefühlen illegalisierter Migrant*innen während ihres Weges nach Deutschland. Sein Forschungsinteresse möchte er methodisch mit einem biographischen Ansatz untersuchen.


Sevil Çakır-Kılınçoğlu, M.A.

Foto_Sevil_sehrkleinSevil Çakır-Kılınçoğlu hat für einen Zeitraum von drei Jahren, 2018 bis 2020, das Stipendium “Wissenschaft.Niedersachen.Weltoffen” erhalten. Sie ist Doktorandin im Gebiet der Middle Eastern Studies an der Leiden Universität in den Niederlanden und zur Zeit als Gastforscherin am Methodenzentrum für Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen.

Zuvor arbeitete sie als Dozentin an der Technischen Universität des Nahen Ostens in Nordzypern und gab Kurse über soziale Bewegungen im Nahen Osten. Ihre Forschungsinteressen beziehen sich auf politische Gewalt, kontroverse Politikprozesse, Gender und Lebensgeschichten. Sie beschäftigt sich hauptsächlich damit, zu erforschen, wie Individuen in einen „high-risk activism“ einbezogen werden und sich generell dazu entschließen, an riskanten oder gewalttätigen Aktivitäten teilzunehmen. Ihre Dissertation ist eine vergleichende Studie iranischer und türkischer Frauen, die in den 1960ern und 1970ern in Aktivitäten linksradikaler Organisationen involviert waren. Ihre Forschung wurde von dem Institute for Area Studies der Leiden Universität und dem Leiden University Fund unterstützt. Sie spricht türkisch, englisch, persisch und arabisch.