Identifizierung und funktionelle Charakterisierung von Genen mit Einfluss auf das Federpicken beim Huhn

Federpicken und Kannibalismus stellen ein weit verbreitetes und ernst zu nehmendes Problem in der Geflügelhaltung dar. Schäden am Federkleid und Verletzungen haben massive Auswirkungen auf das Tierwohl und bedingen durch einen höheren Energiebedarf eine schlechtere Ressourceneffizienz. Bisher wurde dieses unerwünschte Verhalten durch die Amputation der Schnabelspitze kontrolliert, die jedoch aus Tierschutzgründen abzulehnen ist und in immer mehr Ländern, darunter auch Deutschland, verboten ist oder zukünftig verboten sein wird. Federpicken ist ein multifaktoriell verursachtes Phänomen und die genauen Ursachen sind bisher nicht vollständig bekannt.

Das Ziel diese Projektes ist die Identifizierung und funktionelle Charakterisierung der Gene, welche die Bereitschaft zum Federpicken beeinflussen. Die Arbeiten werden an divergent slektierten Hühnerlinien vorgenommen, d.h. an solchen, die entweder sehr stark oder kaum Federpicken zeigen. Basierend auf früheren Ergebnissen wird daraus eine Ressourcenpopulation erstellt. Diese wird durch Verhaltensbeobachtungen intensiv phänotypisiert und die gesamte Population wird mit hochdichten Markerpaneln genotypsiert sowie die Genome der Foundertiere vollständig sequenziert. Dadurch wird eine effiziente Kartierung der beteiligten Gene möglich. Zusätzlich werden die Transkriptome ausgewählter Tiere analysiert, um die kausalen Mechanismen möglichst exakt charakterisieren zu können. Die Ergebnisse dieser Expressionsstudien werden später durch sog. eQTL-Analysen auf das Genom abgebildet.

Veröffentlichungen zum Projekt
Lutz et al., GSE 2017