Festakt in Stockholm
Nr. 34.6 - 27.10.2026
Prof. Dr. Holger Militz von der Universität Göttingen erhält Marcus-Wallenberg-Preis
(pug) Der Holzwissenschaftler Prof. Dr. Holger Militz von der Universität Göttingen hat den Marcus-Wallenberg-Preis 2026 erhalten. Die schwedische Marcus-Wallenberg-Stiftung ehrt ihn damit für seine Beiträge zur Erforschung und industriellen Umsetzung von Holzmodifizierungstechnologien. Prinz Carl Phillip von Schweden überreichte die Auszeichnung bei einem Festakt in Stockholm. Das Prozedere der Feierstunde folgt dem der Nobelpreisverleihung.
Der Marcus-Wallenberg-Preis gilt als weltweit renommiertester Forschungspreis im Forst- und Holzbereich. Er zeichnet bahnbrechende wissenschaftliche Leistungen aus, die einen wesentlichen Beitrag zum Wissensstand oder zur technischen Entwicklung in den für die Forst- und Holzwirtschaft relevanten Bereichen leisten. Militz untersucht unter anderem, wie Holz durch Modifizierungsverfahren gezielt in seinen Eigenschaften verändert werden kann, um es an unterschiedliche industrielle Anforderungen anzupassen.
Dabei habe er das grundlegende Verständnis maßgeblich vorangetrieben, wie chemische Modifikationsprozesse die Eigenschaften von Holz auf verschiedenen Hierarchieebenen verbessern, so die Marcus-Wallenberg-Stiftung in ihrer Begründung. Seine Forschung führe zur Verbesserung der Dimensionsstabilität und der Widerstandsfähigkeit von Holz gegen biologischen Abbau. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, verschiedene Holzmodifizierungsverfahren auf industriellen Maßstab zu bringen. Das Ergebnis seien Holzprodukte mit außergewöhnlicher Haltbarkeit und Formstabilität, die gleichzeitig recycelbar und ungiftig bleiben.
Holger Militz, Jahrgang 1960, studierte Holzwissenschaft an der Universität Hamburg. 1990 wurde er an der Universität Wageningen in den Niederlanden promoviert. Anschließend war er mehrere Jahre bei der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO), der Stiftung für Holzforschung (SHR) und der Agrarwissenschaftlichen Universität Wageningen tätig. Im Jahr 2000 folgte er dem Ruf auf eine Professur für Holzwissenschaften an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem der Holzschutz und Holzbefall sowie die Holzmodifizierung und die Holztrocknung. Militz ist Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Schweighofer-Preis (2007), dem Josef-Umdasch-Forschungspreis Wien (2012) und dem Ternryd-Preis der Universität Växjö in Schweden (2016) ausgezeichnet.
Kontakt:
Prof. Dr. Holger Militz
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte
Telefon: (0551) 39-23541
E-Mail: holger.militz@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/584638.html