Presseinformation: Universität Göttingen stärkt Forschung zu KI
Nr. 151 - 28.10.2026
Drei neue Forschungsgruppen starten am Campus-Institut Data Science
(pug) Die Universität Göttingen stärkt die Forschung an Künstlicher Intelligenz (KI): Am Campus-Institut Data Science starten in diesem Herbst drei neue Forschungsgruppen zum Thema. Der Mathematiker Dr. Johannes Hertrich leitet die Forschungsgruppe „Flow-basierte Generative Modelle und Optimaler Transport für Sampling und Inverse Probleme“, der Informatiker Dr. Alireza Modirshanechi die Gruppe „Kontrollsinn in natürlicher und künstlicher Intelligenz“. Beide Gruppen werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Emmy Noether-Programm gefördert, die Gruppe von Hertrich im Rahmen der DFG-Beteiligung am 1000-Köpfe-Plus-Programm der Bundesregierung (Global Minds Initiative Germany).
Hertrich studierte Mathematik an der TU Kaiserslautern und wurde 2023 an der TU Berlin promoviert. Als Postdoc war er zunächst am University College London und zuletzt an der Université Paris Dauphine und der École Normale Supérieure in Paris tätig. „Ich halte es für wichtig die mathematischen Hintergründe von generativen Modellen zu verstehen“, erläutert Hertrich. „Nur so lassen sich die zugehörigen Chancen und Risiken adäquat einschätzen.“
Modirshanechi studierte Elektrotechnik an der Sharif University of Technology in Teheran, Iran. Er wurde 2024 an der École Polytechnique Fédérale (EPFL) in Lausanne promoviert. Als Postdoc war er zuletzt am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen und bei Helmholtz Munich beschäftigt. „Wenn wir KI einsetzen, lagern wir einen Teil der Entscheidungen aus, die wir früher selbst getroffen haben“, so Modirshanechi. „Das bedeutet, dass wir einen Teil der Kontrolle abgeben – aber wie viel? Viele Menschen, die KI bereits zum Programmieren oder Schreiben genutzt haben, kennen wahrscheinlich schon das seltsame Gefühl, dass sich die Dinge auf eine Weise entwickeln, die sie nicht mehr ganz als ihre eigene erkennen. Wir möchten verstehen, wodurch dieses Gefühl entsteht, wie viel Kontrolle jeder Einzelne behalten möchte und wie sich KI-Systeme entsprechend anpassen können.“
Das Emmy Noether-Programm der DFG richtet sich an hervorragend qualifizierte Postdocs sowie befristet beschäftigte Juniorprofessorinnen und -professoren in einer frühen Phase ihrer wissenschaftlichen Karriere. Es ermöglicht ihnen, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Emmy Noether-Gruppe über einen Zeitraum von sechs Jahren für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.
Darüber hinaus fördert das Land Niedersachsen ein Projekt des Physikers Dr. Timo Janßen am CIDAS. Janßen ist am Institut für Theoretische Physik der Universität Göttingen beschäftigt; sein Projekt „Production-ready AI for unbiased simulation in high energy physics“ erhält in den kommenden fünf Jahren rund 1,8 Millionen Euro in der Förderlinie „KI-Forschungsgruppen Niedersachsen“ im Programm „zukunft.niedersachsen“. Weitere Informationen sind unter www.uni-goettingen.de/de/709842.html zu finden.
Kontakt:
Dr. Isabelle Matthias
Georg-August-Universität Göttingen
Campus-Institut Data Science
Goldschmidtstraße 1, 37077 Göttingen
Telefon: (0551) 39-21289
E-Mail: isabelle.matthias@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/cidas