Presseinformation: Auszeichnung für Poster und 3D-gedruckte Spezialwerkzeuge
Nr. 154 - 02.11.2026
Physik-Doktorand der Universität Göttingen erhält Best Poster Award auf Tagung in Fukuoka
(pug) Der Doktorand Ruben Förster aus dem II. Physikalischen Institut der Universität Göttingen ist auf der Inner Tracking Detector Upgrade-Woche in Fukuoka, Japan, für sein Poster und seine selbst entwickelten und 3D-gedruckten Spezialwerkzeuge mit dem „best poster award“ ausgezeichnet worden. Förster arbeitet am Upgrade des inneren Spurdetektors der internationalen ATLAS-Kollaboration, der ab 2030 bei zehnfach gesteigerter Strahlintensität des Large Hadron Colliders Kollisionsdaten unter enorm herausfordernden Bedingungen aufzeichnen soll. Aufgrund der hohen Strahlintensität müssen die Silizium-Sensoren und die Ausleseelektronik mit rund fünf Milliarden Pixeln strahlenhart und deutlich schneller sein als bisher. In jeder der 40 Millionen Kreuzungen von Strahlpaketen finden jeweils bis zu 200 Proton-Proton-Kollisionen statt.
Unter den 104 am Projekt beteiligten internationalen Instituten bilden die deutschen Universitäten Bonn, Göttingen und Siegen ein Cluster, das 1.800 Pixeldetektormodule baut und durch verschiedene mechanische und elektrische Tests deren Funktionalität sicherstellt. Förster hat in seiner Masterarbeit einen Teststand entwickelt, mit dem die letzten Produktionsschritte und Tests fast aller in Deutschland gebauten Pixeldetektormodule durchgeführt werden, bevor sie auf Carbonfaser-Zellen geklebt und dann zu Halbschalen oder Ringstrukturen weiterverarbeitet werden. Im ersten Jahr seiner Promotion baute er ein studentisches Team auf, das bereits mehrere hundert Pixeldetektormodule geprüft und die besten zur Weiterverarbeitung freigegeben haben. Dafür entwickelte er Spezialwerkzeuge, die er im 3D-Druck erstellte und an die ATLAS-Partnereinrichtungen verteilte.
„Ruben Förster ist es gelungen, zahlreiche signifikante Beiträge in kürzester Zeit zu leisten und sich damit innerhalb weniger Monate zu einem international anerkannten Experten zu entwickeln“, erklärt sein Gruppenleiter Prof. Dr. Arnulf Quadt. Sein Teilprojektleiter Prof. Dr. Jörn Große-Knetter ergänzt: „Es ist sehr selten, dass schon Doktoranden einen solchen Expertenstatus erreichen. Durch Ruben Försters Einsatz und Expertise haben wir gute Chancen, die geforderte Anzahl voll funktionsfähiger Pixeldetektormodule zu liefern.“
Kontakt:
Prof. Dr. Arnulf Quadt
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik
I. Physikalisches Institut
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon: (0551) 39-27635
E-Mail: aquadt@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/550901.html