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SCIENCE & ARTS

Veranstaltungsreihe „science & arts“ der Universität Göttingen beim Literaturherbst

Die Universität Göttingen ist auch in diesem Jahr mit vier Veranstaltungen in der Reihe „science & arts“ beim Göttinger Literaturherbst vertreten. Die Reihe betrachtet Kunst und Wissenschaft aus verschiedenen Blickwinkeln und bringt die Disziplinen miteinander ins Gespräch.

Den Auftakt bilden am Samstag, den 13. Oktober 2018, die Veranstaltungen „Viel zu langsam viel erreicht“ mit Barbara Sichtermann um 11 Uhr und „Die Wurzeln der Welt“ mit Emanuele Coccia um 19 Uhr:
Barbara Sichtermann wird im Hainberg Gymnasium Göttingen aus ihrem Buch „Viel zu langsam viel erreicht“ lesen, in dem sie sich nicht nur mit den Fort-, sondern auch den Rückschritten der Frauenbewegung auseinandersetzt. Sie wird im Anschluss mit der Göttinger Geschlechterforscherin Konstanze Hanitzsch und der Präsidentin des Niedersächsischen Landtags, Gabriele Andretta, über den Prozess der Emanzipation und die Errungenschaften nach 100 Jahren Frauenwahlrecht diskutieren. Im Anschluss an die Veranstaltung eröffnet Gabriele Andretta um 13 Uhr eine Plakatausstellung zu 100 Jahren Frauenwahlrecht. Die Ausstellung kann vom 15. bis 19.10.2018 zu den Öffnungszeiten des Gymnasiums (Montag bis Donnerstag von 7:00 bis 17:30 Uhr, Freitag von 7:00 bis 16:00 Uhr) kostenfrei besucht werden
Um 19 Uhr geht es am selben Tag im Auditorium um die Philosophie der Pflanzen. Können Pflanzen denken? Sind sie gar der Ursprung des menschlichen Lebens? Nichts geringeres als eine Philosophie der Pflanzen legt Emanuele Coccia in seinem Werk „Die Wurzeln der Welt“ nämlich vor. Seine Theorie wird Coccia mit dem Göttinger Philosophieprofessor Holmer Steinfath an dem Abend diskutieren. Im Anschluss an die Veranstaltung lädt das Team des FREIgeist Hotels Göttingen zu einer Von Haller Gin-Verkostung im Foyer des Auditoriums ein. Das Rezept basiert auf Kräutern und Pflanzen, die noch heute im von Albrecht von Haller gegründeten Botanischen Göttingen wachsen.

Am 15. Oktober 2018 um 19 Uhr in der Alten Mensa geht es unter anderem um die Familiengeschichte Sujatha Gidlas: In ihrem Werk zeichnet sie eindrucksvoll und nachhaltig den Alltag ihrer Familie und Freunde als Dalit (früher „Unberührbare“) in Indien nach. Als Dalit geboren zu sein und damit außerhalb des Kastensystems zu stehen, ist gleichbedeutend mit einem Leben in Unterdrückung und Marginalität.
Nach dem Studium der Physik und einer Forschungstätigkeit am Indian Institute of Technology Madras in Chennai ging Sujatha Gidla in die USA, wo sie heute als Schaffnerin in der U-Bahn in New York arbeitet. Die Freiheiten ihrer amerikanischen Wahlheimat New York lassen sie die gesellschaftlichen Zwänge und Unterdrückungen der hierarchischen indischen Gesellschaft reflektieren und anhand ihrer eigenen Geschichte aufarbeiten. Ihr Buch ist eine kraftvolle Familiengeschichte, die zeigt, dass in Indien trotz Unabhängigkeit und Demokratie die gesellschaftliche Unterdrückung und Ausgrenzung von Kastenlosen bestehen bleibt. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wird von Dr. Nathaniel Roberts, Wissenschaftler am Centre for Modern India Studies (CeMIS) der Universität Göttingen, moderiert.


Ganz um das Pferd und Kommunikation dreht es sich bei der Veranstaltung am Dienstag, den 16. Oktober um 19 Uhr in der Wellenreiter Seeburg: Dr. Vivian Gabor, Göttinger Wissenschaftlerin und Trainerin mit eigenem Ausbildungsbetrieb, stellt ihr Buch „Pferdegerecht kommunizieren“ vor. Sie beschreibt in ihren Büchern wie unter Berücksichtigung des natürlichen Verhaltens und der Bedürfnisse des Pferdes ein pferdegerechter Umgang möglich ist. Der Abend besteht dabei aus einer Lesung, einem Gespräch und einer Vorführung von Vivian Gabor und ihrem Pferd. Die Moderation übernimmt Gabrielle Jaskulla.

Studierende erhalten mit dem Kulturticket freien Eintritt an der Abendkasse, soweit freie Plätze vorhanden sind.