Befragungen zu Diversität und Diskriminierungserfahrungen der Studierenden

Wichtiger Ausgangspunkt der Diversitätsarbeit der Universität sind Bedarfe und Anliegen, die Studierende und Beschäftigte ausgehend von ihren unterschiedlichen Lebenssituationen und Erfahrungshintergründen formulieren. Eine gute Datenbasis, die die Diversität der Befragten abbildet, Diskriminierungserfahrungen und mögliche Diskriminierungsrisiken sichtbar macht, ist zudem wesentliche Grundlage eines wirkungsvollen Diskriminierungsschutzes.

Die Stabsstelle Chancengleichheit und Diversität hat im Projekt „Konzeption von Befragungsmodulen zur Diversität der Studierenden“ (siehe unten) hierfür einen Fragebogen entwickelt: Er beinhaltet qualitätsgesicherte Fragen zur Lebenssituation der Studierenden und ihren Erfahrungen von Benachteiligung/ Diskriminierung. Darüber hinaus werden die Nutzung von Beratungsangeboten, Belastungen, Gründe für Studienverlängerung und Abbruchgedanken abgefragt. Ermöglicht den Befragten zudem eine differenzierte Bewertung der Studienbedingungen.

Der bisherige Einsatz hat gezeigt, dass der Fragebogen auch für das dezentrale Qualitätsmanagement im Rahmen der Systemakkreditierung eingesetzt werden kann (insbesondere Kriterium 6.1 „Gewährleistung von Chancengleichheit“). Die Befragungsergebnisse unterstützen bei der Entwicklung von passgenauen Maßnahmen z.B. in den Bereichen Stu-dierendengewinnung, Gestaltung der Studieneingangsphase oder Verbesserung des Diskriminierungsschutzes (bspw. Befragung ZEWIL Nov. 2021).

Angebot: Unterstützung bei einrichtungsspezifischen Erhebungen

Gerne unterstützen wir Fakultäten und zentrale Einrichtungen bei der Umsetzung von Befragungen zu Diversität und Diskriminierungserfahrungen, insb. im Bereich Studium und Lehre. Wir beraten u.a. zu Einsatzmöglichkeiten, Organisati-on und Arbeitsaufwand, begleiten bei der Umsetzung und Auswertung der Befragung und beraten bei der Entwicklung von Maßnahmen im Anschluss an die Ergebnisse..

Hintergrund

Im Kontext des Diversity Audit (2016-2019) hat die Universität Göttingen daran gearbeitet, die Datenlage zu Chancengleichheit und Diversität zu verbessern. Im Projekt „Konzeption von Befragungsmodulen zur Diversität“ wurde ein In-strument entwickelt, mit dem Daten zur Diversität von Studierenden und ihren Erfahrungen von Diskriminierung erhoben werden können. Für die Fragebogenkonzeption wurden Standards der Erhebung von Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten berücksichtigt. Der erstellte Fragebogen beinhaltet bereits getestete und damit qualitätsgesicher-te Items anderer Befragungen sowie einige eigene Weiterentwicklungen.

Um die Diversität der Studierenden zu erheben, werden sowohl die Diversitätsdimensionen Alter, Geschlecht/ geschlechtliche Identität, Beeinträchtigungen, Herkunft/Sprache/Religion, sexuelle Orientierung, Bildungshintergrund sowie Verantwortung für Kinder oder durch Pflege als auch Erfahrungen von Diskriminierung und Privilegierung in den Blick genommen, die die Erfahrungshintergründe und Lebenssituationen von Studierenden prägen.

Im Januar/Februar 2020 wurde der entwickelte Fragebogen an der Fakultät für Mathematik und Informatik, an der Phi-losophischen Fakultät sowie an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät im Rahmen eines Pretests als eigenständiges In-strument erprobt. Dabei konnte eine gute Rücklaufquote erreicht werden, so dass zahlreiche Studierende durch ihr Feedback an der Verbesserung des Fragebogens mitwirkten.