Sowi und was dann? - Fünf Fragen an Absolvent*innen zum Berufseinstieg

Neben der Frage, was man in dem Studiengang eigentlich macht, ist es natürlich auch wichtig zu wissen, was man denn am Ende damit wird. Um Ihnen einen möglichst realistischen Einblick in den Beruf zu geben und zu zeigen, welche Berufsfelder Ihnen nach Abschluss Ihres Studiums offen stehen, stellen wir Ihnen hier kurze Interviews mit Absolvent*innen der Sozialwissenschaftlichen Fakultät zur Verfügung.

Die beruflichen Werdegänge und Berufsfelder für Absolvent*innen eines sozialwissenschaftlichen Studiums sind, je nach spezieller Ausrichtung und Kombination der Fächer, sehr unterschiedlich. Die hier vorgestellten Beispiele erheben deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit und werden nach und nach ergänzt.

Mitarbeiter im strategischen Vertrieb & Marketing (AOK Niedersachsen) I Absolvent BA Sozialwissenschaften

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe im Bachelor Sozialwissenschaften mit den Fächern Politikwissenschaft, Soziologie und öffentliches Recht studiert. Da ich mir lange unsicher war, welches akademisches Fach mich interessiert und später auch einen Nutzen im Berufsleben hat, war das die ideale Kombination zur Selbstverwirklichung mit vielen Möglichkeiten, dieses Wissen dann auch zu nutzen.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Sowis sind Generalisten; und das ist auch gut so. Wir können uns schnell selbstständig in fremde und nicht vergleichbare Sachverhalte einarbeiten, sehen aber den größeren Zusammenhang und erkennen Hintergründe und Verbindungen. Da wir fachlich breit aufgestellt sind und im Studium vieles ausprobiert haben, sind wir flexibler im Berufsleben und nicht mit Expertenwissen auf kleine Nischen festgelegt. Durch die Vorstellung vieler Unternehmen, die ehemalige Göttinger Studierende beschäftigen, konnte man schnell die Bandbreite der Möglichkeiten erkennen. Das heißt in Bezug auf den Berufseinstieg aber auch: anpassen, umorientieren, neugierig sein.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Derzeit arbeite ich im strategischen Vertrieb & Marketing der AOK Niedersachsen. Ich habe zunächst meine dreijährige Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellter absolviert und mich zwei Jahre nach dem Berufseinstieg schnell nach neuen Herausforderungen umgesehen. Es folgten das Studium neben dem Job, verschiedene Sonderaufgaben und wiederum zwei Jahre nach dem Bachelor die Bewerbung vom operativen Geschäft hin zur Strategie. Nun arbeite ich in der Direktion in Hannover und betreue „meine alten“ Aufgabengebiete wie Schul- und Studierendenservice, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit landesweit.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Da ich vordergründig für die interne Kommunikation meines Unternehmens tätig bin, liegt mein Schwerpunkt auf der Kommunikation rund um die internen Stakeholder MitarbeiterInnen, Management und Betriebsrat. Hierbei bin ich schwerpunktmäßig für die Erstellung interner Konzepte, Nachrichten und die Entwicklung des Intranets zuständig. Außerdem betreue ich den Social Media-Auftritt des Unternehmens und unterstütze andere Abteilungen in der kommunikativen Projektarbeit.

In diesem Job sind vor allem Offenheit, strukturiertes Arbeiten, ein gutes Gespür für menschliche Bedürfnisse, Eigenverantwortung, Stressmanagement, Kreativität und extrovertiertes Verhalten gefragt.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in Ihrem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Sowis sind gut aufgestellt, nutzt es!

Ich fand es immer sinnvoll, meine Erfahrungen aus dem Job mit dem Studium und die Inhalte des Studiums im Job zu spiegeln. Berufserfahrung macht viel aus: Wie Hierarchien und Abläufe in Firmen funktionieren, wie man strukturiert auf ein Ergebnis hinarbeitet und wie sehr sich die Leistungssituation im Job von der im universitären Umfeld unterscheidet. Das alles kann man nur durch Praktika und Nebenjobs lernen. So erfährt man, ob man sich selbst in diesem Job sieht und wo die eigenen Stärken liegen. Vielen meiner Kommiliton*innen hat der Berufsalltag viel besser gefallen als die Theorie der Vorlesungen. Praxiserfahrungen sammeln und die Kurse belegen, die einen wirklich interessieren - und dabei nicht auf die Regelstudienzeit schielen, denn das interessiert später nicht mehr.

Leiter des Referats Grundsatzfragen, Bundes- und Europaangelegenheiten (Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen) I Absolvent BA Politik/Soziologie & MA Politikwissenschaft

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe zwischen dem Wintersemester 2008 und dem Wintersemester 2015 Politikwissenschaft und Soziologie in Göttingen studiert. Insbesondere das Institut für Demokratieforschung war für mich ein Grund, auch meinen Master in Göttingen zu absolvieren. Bereits seit meiner Schulzeit haben mich das politische System der Bundesrepublik Deutschland, die Mechanismen hinter politischen Entscheidungen sowie die Einbringung von politischen Interessen interessiert. Da mich insbesondere politische Repräsentation und Entscheidungsprozesse in der Stadtentwicklungs- und Quartiersentwicklung begeistern, habe ich Soziologie als Nebenfach gewählt.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Ich bewege mich seit längerem im politischen Betrieb und kann viele Kompetenzen aus meinem Studium gewinnbringend in meinem Berufsalltag einbringen. Natürlich hilft mir regelmäßig mein Fachwissen über politische Systeme und die verschiedenen Dimensionen politischen Handelns. Als besonders hilfreich empfinde ich jedoch die vielfältigen Softskills. Durch mein Studium habe ich verinnerlicht, mir Themenkomplexe schnell und tiefgreifend zu erarbeiten. Auch die Präsentation von Inhalten oder die Arbeit in Gruppen hilft mir immer wieder. Für mich war jedoch auch das Ehrenamt eine wichtige Erfahrungsquelle, wo ich die Funktionsweisen politischer Interessenvertretung ausprobieren und meine Networking-Skills sowie das Projektmanagement üben konnte.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Ich bin Referatsleiter in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg. Ich wollte immer im direkten Politikumfeld arbeiten, also entweder in einem Ministerium, der Fraktion oder in einem Abgeordnetenbüro. Nach mehreren Hürden und vielen kleinen und großen Rückschritten hat es schlussendlich funktioniert. Bei der Behörde habe ich mich ganz klassisch beworben. Bei meiner Bewerbung war insbesondere meine Berufserfahrung in Wissenschaft, Verwaltung und Politik, aber auch mein Vorwissen im Bereich der Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik entscheidend.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Mein Referat ist die Schnittstelle zwischen der Behörde sowie dem politischen Betrieb in Berlin und Brüssel. Wir arbeiten im direkten Umfeld der Senatorin, bereiten die Bundesratssitzungen und Fachministerkonferenz vor. Wir halten den Kontakt zu anderen politischen Akteuren, wie Bundestagsfraktionen, zu anderen Landesregierungen oder direkt zu Abgeordneten. Daneben übernehmen wir auch Aufgaben des politischen Tagesgeschäfts, wie beispielsweise die Terminvorbereitung und -begleitung, das Verfassen von Reden und Grußworten sowie Themenmonitoring und Net-working über Fachveranstaltungen.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in Ihrem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Tipps könnte ich viele geben, denn nachher ist man immer schlauer. In erster Linie ist Orientierung ist ein wesentlicher Schritt, der beim Berufseinstieg hilft. Klingt relativ unspektakulär, ist aber tatsächlich wichtig. Macht euch außerdem bewusst, welche Möglichkeiten die Uni Göttingen euch bietet. Neben kurzen Wegen und einem netten Campus sind das vor allem tolle Beratungs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Nutzt das! Und ansonsten empfehle ich, sich nicht von der Regelstudienzeit verunsichern zu lassen. Ein Praktikum, ein Ehrenamt, eine Reise oder auch ein Semester, in dem man nur dem eigenen Interesse folgt, hilft euch unglaublich viel. Nach der Regelstudienzeit fragt euch tatsächlich keiner.

Referentin Unternehmenskommunikation (Gasunie Deutschland) I Absolventin BA Politikwissenschaften

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe meinen Bachelor im Fach Politikwissenschaften absolviert - zunächst in einer Kombination mit Soziologie. Nach kurzer Zeit stand aber fest, dass ich mich vollständig auf die Mono-Bachelor-Variante mit Schwerpunkt Sozial-und Wirtschaftspsychologie konzentriere. Mit dem Studium habe ich auf mein späteres Ziel - ein Volontariat - hingearbeitet.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Zu meinem Studium muss ich grundsätzlich sagen, dass neben dem Inhaltlichen vor allem meine damalige Fakultät in der Uni Göttingen besonders hervorzuheben ist. Hier wird jedem Studierendem von Beginn an klargemacht, dass Berufspraxis sehr wichtig und essentiell ist. Deshalb habe ich frühzeitig Alumni-Vorträge und Berufsmessen besucht.

Da ich ursprünglich Journalistin werden wollte, empfand ich mein Studium als sehr sinnvoll, um ein breites Fachwissen rund um das Geschehen in der Welt zu entwickeln. Gesellschaft und Mensch im Fokus - ein wichtiges Merkmal für meine heutige Arbeit.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Nach meinem Studium habe ich ein Volontariat im Bereich Unternehmenskommunikation und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Deutschen Messe AG absolviert. Daraufhin habe ich mich für meine jetzige Position als Referentin in der Unternehmenskommunikation des Fernleitungsnetzbetreibers Gasunie Deutschland entschieden.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Der Alltag ist von Sitzungen, Abstimmungen, Vernetzungsgesprächen und vielen TelKos geprägt. Dazwischen arbeite ich Vorlagen aus, präsentiere sie in größeren Runden, schreibe Konzepte und schaue in der Qualitätssicherung, ob etwas gut funktioniert. Wir erarbeiten in wechselnden Teams und Projektrunden mit jungen und erfahrenen Kolleg*innen gemeinsam Kampagnen für uns unsere Kund*innen. Gerade durch die Corona-Pandemie wurde ein wahrer Digitalisierungsschub ausgelöst, den wir derzeit umsetzen. Jede Woche ist voll und die Aufgaben enden nie, dafür wird es auch nie langweilig.

Die Termine mit unseren Werbeagenturen, oder mit neuen Kolleg*innen, hier in Hannover oder in ganz Niedersachsen sind dann die spannenden Highlights. Da ich selbst jahrelang vor Ort nah an den Kund*innen gearbeitet habe ist mir der Austausch mit den Kolleg*innen vor Ort sehr wichtig. Hier telefoniert man viel, beteiligt, lässt die Kolleg*innen mitentscheiden; das verspricht langfristig bessere Ergebnisse, die dann auch von allen mitgetragen werden. Agiles Arbeiten, die Vernetzung mit vielen Menschen und das Filtern von Informationen sind wichtige Fähigkeiten, die auch aus dem Sowi-Studium erwachsen sind. Daneben ist es wichtig, immer nach Neuem zu schauen und die Gesundheitspolitik als Ganzes im Blick zu behalten.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in Ihrem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

In meinen Augen zählen am Ende nicht nur gute Noten, sondern Engagement, Eigenverantwortung und Initiative. Ihr solltet euch von Anfang an bewusstmachen, dass am Ende des Studiums nie-mand an eurer Tür klopfen wird, wenn ihr nicht zuvor tätig geworden seid.

Das heißt: Versucht so viel Berufspraxis (z.B. mithilfe von Praktika) wie möglich zu sammeln, ver-netzt und informiert euch über eure präferierten Berufsfelder. Jede praktische Erfahrung macht euch für die Berufswelt stärker und vor allem interessanter! Viel Erfolg!

Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Bundestagsbüro Lars Klingbeil, MdB) I Absolventin MA Soziologie

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe in Göttingen meinen Master in Soziologie gemacht. Ich habe Soziologie studiert, weil es ein unglaublich vielfältiges Fach ist, in dem man lernt, Zusammenhänge zwischen allen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens zu erkennen. Das hat mich als sehr neugieriger Mensch mit vielen unterschiedlichen Interessen angesprochen. Der Soziologie-Master in Göttingen deckt die Vielfalt des Fachs gut ab und lässt den Studierenden viele Wahlmöglichkeiten. Deshalb habe ich mich für diesen Studiengang entschieden.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

In einem sozialwissenschaftlichen Studium lernt man, Strukturen und Mechanismen hinter gesellschaftlichen Phänomenen zu erkennen. Durch diese Fähigkeit geht man Aufgaben, Themen und Probleme strukturiert an und erkennt so oft Lösungen und Zusammenhänge, die auf den ersten Blick zu sehen sind.

Ich habe im Studium gelernt, eine große Menge Text in kurzer Zeit zu erfassen und die Informationen aus diesen Texten strukturiert wiedergeben zu können. Das muss ich auch heute in meinem Beruf können.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Abgeordnetenbüro eines Mitglieds des Deutschen Bundestages. Ich bin zu dieser Stelle gekommen, weil ich in diesem Büro vor Beginn meines Studiums ein freiwilliges Praktikum absolviert habe und während meines Studiums dort als Werkstudentin tätig war.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Zu meinen Aufgaben gehören die Organisation und die Beantwortung von E-Mails und Briefen von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Wahlkreis, die Erstellung von inhaltlichen Vorbereitungen für Termine im Wahlkreis sowie die allgemeine Büroorganisation. D.h. ich plane Termine im Bundestag, beschaffe Büromaterialien, bin für die Finanzen des Büros zuständig und betreue Besucherinnen und Besucher. Außerdem nehme ich das zentrale Telefon des Abgeordnetenbüros entgegen.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in Ihrem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Praktische Erfahrung ist für den Berufseinstieg unabdingbar. Die Basics, die für sein jeweiliges Arbeitsfeld wichtig sind, sollte man sich möglichst schon während seines Studiums aneignen. Nutzt Euer Studium unbedingt auch dafür. Es muss nicht immer ein langes Praktikum sein. Auch Engagement ist wichtig. Ein Nebenjob, der zum Studium passt, kann auch ein Türöffner für den Berufseinstieg sein.

Personalerin (ASC Göttingen von 1846 e.V.) I Absolventin BA Sozialwissenschaften & MA Sportwissenschaften

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ob in Jogginghose, Tutu oder Businessoutfit – ich bin gern unter Menschen. Bereits in jungen Jahren engagierte ich mich im heimischen Ballettverein als Übungsleiterin, gab Nachhilfeunterricht und absolvierte ein FSJ im ambulanten Pflegedienst. Mein Interesse am Erleben einer Gemeinschaft, die Freude an gemeinsamen Tätigkeiten und die Dankbarkeit von Menschen für die ich mich engagiere, erfüllen mich seitdem.

Durch mein Studium erlangte ich die wissenschaftliche Perspektive auf soziale Beziehungen und Handlungen. Im Bachelor habe ich den Studiengang Sozialwissenschaften besucht mit den Hauptfächern Erziehungswissenschaft sowie Sportwissenschaften und mit dem Nebenfach Geschlechterforschung. Im Masterstudiengang Sportwissenschaften hatte ich die Schwerpunkte Prävention und Rehabilitation.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Vor allem den Umgang mit schwierigen Texten (z.B. alte Texte, Gesetzestexte) habe ich im Studium gelernt. Mich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen und mit diesen zu arbeiten. Das stetige Reflektieren von Texten und der eigenen Denkweise im Studium helfen mir heute sehr, um mir über mein eigenes Handeln bewusst zu werden und das Verhalten von meinem Gegenüber in den Ansätzen nachvollziehen zu können.

Durch das Wissen von Handlungs- und Verhaltensmustern kann ich zwischenmenschliche Handlungen und Beziehungen schneller einschätzen, verstehen welche Motivation dahintersteckt und entsprechend handeln. Auch Beobachtung im Forschungsfeld, welche eine annähernde objektive Betrachtung ermöglichen, helfen bei diesem Prozess.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Ich tanze im ASC Göttingen Ballett seit vielen Jahren und bin Übungsleitende für Kinder von 8-11 Jahren. Nach einem Praktikum im Master begann ich mit einem Minijob im Integrationsprojekt und arbeitete als freie Referentin für den Freiwilligendienst im Sport.

Neben meiner Masterarbeit bewarb ich mich für eine Stelle als hauptamtliche Referentin im Seminarteam für den Freiwilligendienst im Sport. Zwei Jahre lang arbeitete ich dort als Referentin und bekam die Chance Inklusionsprojekte zu organisieren. Seit März 2019 arbeite ich als Personalerin für den ASC Göttingen und begleite nebenbei Inklusionsprojekte.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

In der heutigen Zeit sind viele Tätigkeiten zu mindestens 40 % mit Verwaltungsaufgaben belastet. Diese nehmen einen großen Teil der täglichen Arbeitszeit ein, z.B.: Emails beantworten, Daten und Zahlen verwalten, Anträge schreiben etc. Durch die fortschreitende Digitalisierung wird es immerhin weniger Papierkram.

Ein anderer großer Teil ist die Beratung und Begleitung von Menschen, darunter sind Bewerbungsgespräche, Personalgespräche, Beratung von persönlichen bis zu betrieblichen Themen, aber auch Beratung von inklusiven Sportler_innen, Bearbeitung von Beschwerden und vieles mehr.

Zudem ist das Netzwerken ein wichtiger Baustein. Hier stehen der Austausch untereinander, das Lernen voneinander und das gegenseitige Unterstützen im Vordergrund. Zusätzlich kommen Projektarbeiten dazu. Hier müssen Fördergelder beantragt, Projekte geplant, organisiert und durchgeführt werden. Eine Reflektion soll anschließende Projekte von vornherein verbessern.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in meinem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Sei du selbst! Sei Neugierig! Mach das, was dir Spaß macht! Und ja, man muss auch mal das machen, was kein Spaß macht ;)

Sportwissenschaftler (Sportmarke eines Sanitätshauses) I Absolvent BA Sozialwissenschaften & MA Sportwissenschaften

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe zunächst den BA Sozialwissenschaften (Erziehungswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Sportwissenschaften) und im Master Sportwissenschaften mit den Schwerpunkten Rehabilitation und Prävention studiert. Da ich mir anfangs nicht sicher war, was zu mir passt, wollte ich mich mit dem Bachelor breit aufstellen. Im Master konnte ich dann gezielter auf meine Leidenschaft, den Sport, eingehen.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Das Besondere im sozialwissenschaftlichen Studium ist die Bandbreite an Fächern und Modulen. Man kann sich so breit aufstellen und hat im späteren Berufsalltag/bei der Berufsfindung viel mehr Möglichkeiten.

Während meines Studiums habe ich insbesondere das selbstständige Arbeiten, Organisieren und Strukturieren gelernt. Natürlich habe ich auch viele inhaltliche Sachen für mich mitgenommen, dennoch ist mir in meiner beruflichen Laufbahn immer öfter aufgefallen, dass strukturiertes Arbeiten sowie Zeitmanagement in anderen Studiengängen nicht oberste Priorität hatten.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Ich bin zurzeit als Sportwissenschaftlicher Mitarbeiter bei einer Sportmarke in einem Sanitätshaus in Göttingen tätig. Den Arbeitsplatz habe ich direkt über mein Pflichtpraktikum bekommen.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Ich habe keinen „normalen“ Arbeitsalltag, da er bei mir sehr abwechslungsreich ist. Ich führe sowohl Analysen (Bikefitting, Leistungsdiagnostik, Laufanalysen) durch, aber arbeite auch handwerklich (Einlagen bauen, Orthesen anpassen). Und gerade in diesem sehr abwechs-lungsreichen Arbeitsfeld mache ich es mir zunutze, mich sehr gut strukturieren zu können.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in meinem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Zunächst sollte man sich beim Berufseinstieg nicht zu sehr am Gehalt orientieren oder an größeren Firmen. Vielmehr ist es wichtig, zunächst einen Job zu finden, bei dem man mit vollem Elan und auch vor allem Freude an die Arbeit geht. Ich würde hierbei eher meinen Fokus auf ein gutes Arbeitsumfeld legen.

Recruiterin (Ricoh Deutschland GmbH) I Absolventin BA Sozialwissenschaften

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe Sozialwissenschaften mit den Schwerpunktfächern Wirtschaftswissenschaft, Erziehungswissenschaft und Geschlechterforschung studiert. Die Auswahl traf ich aufgrund meines Hochschulwechsels zum Wintersemester 2014. Ich hatte zuvor in Erfurt Erziehungswissenschaften mit dem Nebenfach Management studiert und konnte durch die Zusammenstellung in Göttingen möglichst viele meiner Leistungen für die Weiterführung meines Studiums anrechnen lassen.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Ich denke, dass es nur wenige Studiengänge ermöglichen, so viele verschiedene Fachrichtungen miteinander zu kombinieren und gleichzeitig in einem Ganzen zu vereinen.

Neben den vielen Inhalten des Studiums, von denen ich vor Allem die wirtschaftlichen und pädagogischen Grundlagen in meinem Berufsleben einsetzen kann, sind es aber insbesondere Kompetenzen wie strukturiertes und selbstständiges Arbeiten, Priorisieren, Präsentationsfähigkeit oder Gesprächsführung, die ich täglich brauche. Meiner Meinung nach, habe ich mir all diese Dinge durch die geforderte Selbstständigkeit im Studium, die Seminare mit Vorträgen und Gruppenarbeiten angeeignet.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Aktuell bin ich bei der Ricoh Deutschland GmbH im Recruiting tätig. Ich wollte nach dem Studium in den Personalbereich und habe mich damals zunächst bei einem Personaldienstleister beworben, um erste Berufserfahrung zu sammeln und einen „Fuß in die Branche“ zu bekommen. Nach gut zwei Jahren habe ich mich für das Recruiting entschieden und mich auf entsprechende Stellen beworben.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Ich bin für die Besetzung der kaufmännischen und technischen Stellen bei Ricoh in Deutschland zuständig. Mein Tagesablauf besteht also darin, eingehende Bewerbungen zu screenen, Telefon- und Bewerbungsinterviews mit den Kandidat_innen zu führen, Verträge vorzubereiten und den Kandidat_innen während des gesamten Bewerbungsprozesses zu begleiten.

Wie bereits oben beschrieben, ist bei mir dementsprechend strukturiertes und selbstständiges Arbeiten, Kommunikation und Organisationsfähigkeit von besonderer Bedeutung.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in Ihrem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

In jedem Fall sollte man während des Studiums Chancen nutzen, um einen Einblick in verschiedene Berufsbilder zu bekommen. Durch das sozialwissenschaftliche Studium in Göttingen stehen Absolvent_innen nach dem Abschluss ziemlich viele Türen in die Berufswelt offen. Dies ist einerseits eine sehr komfortable Situation, macht es aber andererseits auch sehr schwer aus der Gänze der Möglichkeiten das Richtige zu finden. Ich habe in nahezu allen Semesterferien Praktika in unterschiedlichen Bereichen gemacht, um mir ein Bild von dem zu machen, wo es für mich hingehen soll.

Wenn man sich für den Personalbereich entscheidet, kann es definitiv nicht schaden, Module im Bereich der Erwachsenenbildung und den Wirtschaftswissenschaften zu belegen. Außerdem sind auch hier vorzuweisende Praktika oder zusätzliche Fortbildungen im HR-Bereich sicherlich nützlich.

Fachkraft im Zivilen Friedensdienst (AGIAMONDO e.V.) I Absolventin BA Ethnologie & MSc Public Health (letzteres an der Universität Bielefeld)

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe von 2009-2013 Ethnologie im Mono-Bachelor mit dem Nebenfach Humangeographie studiert. Das Institut für Ethnologie hat mich damals insbesondere wegen des regionalen Schwerpunkts Afrika und wegen der spannenden Kooperationen mit anderen Universitäten im außereuropäischen Ausland interessiert. Ich hatte zuvor durch Freunde und Bekannte gehört, dass die Lern- und Arbeitsatmosphäre am Institut sehr familiär sei, was meinen Wunsch, in Göttingen zu studieren, noch bestärkt hat.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Das Erlernen von qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden hat mir sowohl bei einigen Praktika als auch im ersten Job viel geholfen. Interviewpartner auszuwählen und zu wissen, wie genau man Interviews durchführt ist etwas, wovon ich immer noch profitiere. Außerdem ist mir im Studium bewusstgeworden, wie wichtig es für die Planung eines Projekts ist, verifizierte Informationen einzuholen, um ein gutes Fundament für die Arbeit zu haben.

Ich habe also gelernt, wie ich wissenschaftlich recherchiere und wo ich die Informationen herbekomme, die ich benötige. Nicht zuletzt hatten wir am ethnologischen Institut immer eine bereichernde Diskussionskultur, durch die ich mich und meine Position zu gesellschaftlichen Themen weiterentwickelt habe.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Ich befinde mich momentan in der Vorbereitung auf einen Fachkrafteinsatz mit dem Zivilen Friedensdienst (ZFD) in Uganda. Der ZFD ist ein Programm des Bundesministeriums für wirt-schaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. In Uganda werde ich zunächst für 3 Jahre eine kleine Nichtregierungsorganisation dabei unterstützen, den Dialog zwischen der loka-len und der geflüchteten Bevölkerung an der südsudanesischen Grenze anzuregen, da es in dieser Region viele Ressourcenkonflikte und Spannungen zwischen Einheimischen und neu ankommenden Menschen gibt.

Um in der Entwicklungszusammenarbeit Fuß zu fassen, habe ich nach meinem Masterstudi-um Public Health an der Universität Bielefeld erst einmal drei Jahre Berufserfahrung gesammelt, meine Fremdsprachenkenntnisse verbessert und eine Weiterbildung im Internati-onalen Projektmanagement absolviert. Nach einem Traineeship bei der GFA Consulting Group in Hamburg, einem Praktikum bei der GIZ in Tansania und einem Kurzzeiteinsatz in Ghana habe ich mich für meine aktuelle Aufgabe bereit gefühlt.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Mein Arbeitsalltag in Uganda wird eine Mischung aus Büroarbeit und Arbeit im Feld sein. Im Büro kümmern wir uns um das operative Projektmanagement, d.h. wir machen zum Beispiel monatliche Abrechnungen oder steuern die Abläufe der Projektaktivitäten. Im Feld werde ich zusammen mit meinem Team verschiedene Workshops an Schulen und in der Gemeinde durchführen sowie an regelmäßigen Veranstaltungen mit unseren Projektpartnern teilnehmen.

Kompetenzen, die für diese Tätigkeit wichtig sind, sind nicht nur interkulturelle Sensibilität, sondern auch ein grundsätzliches Verständnis von Projektarbeit und eine gewisse Flexibilität, da sich die eigenen Aufgaben in einem solchen Arbeitsumfeld schnell ändern können oder angepasst werden müssen. Außerdem wird von mir eine gewisse Moderationskompetenz erwartet, da ich eigene Workshops und Meetings moderieren werde.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in meinem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Ohne jegliche Auslandserfahrung ist es sicherlich schwer, in die Entwicklungszusammenarbeit einzusteigen. Daher empfehle ich auch schon während des Bachelorstudiums Auslandspraktika oder einen Freiwilligendienst in Ländern des globalen Südens zu absolvieren und sich möglichst früh ein Netzwerk in der EZ aufzubauen. Akteure aus diesem Arbeitsfeld lernt man zum Beispiel auf Jobmessen wie der „Engagement weltweit“ kennen.

Zusätzlich rate ich Sprachkurse zu absolvieren. Französisch ist zurzeit eine sehr gefragte Sprache, die man z.B. durch die Schlüsselkompetenzen am ZESS der Uni Göttingen lernen oder verbessern kann. Nicht zuletzt ist es wichtig sich zu überlegen, ob für einen selbst eher ein Job im Ausland oder eine Referententätigkeit in Deutschland in der internationalen Zusammenarbeit in Frage kommt. Um sich darüber bewusst zu werden, ist erste Berufserfahrung unabdingbar.

Recruiting Professional (Sartorius) I Absolventin BA Sozialwissenschaften

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe meinen Bachelor in Sozialwissenschaften mit den Spezialisierungsbereichen Soziologie, Geschlechterforschung und Erziehungswissenschaft gemacht. Den Studiengang kannte ich durch eine Freundin und vor allem die freie Wahl der verschiedenen sozialwissenschaftlichen Teildiszipli-nen hat mich überzeugt in Göttingen studieren zu wollen.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Vor allem schätze ich die Gender-Kompetenz, die ich aus dem Studium mitnehmen durfte. Gerade als Recruiterin ist es wichtig, dass man sich auf alle Menschen einlassen kann und eine gewisse Sen-sibilität im Umgang mit Menschen mitbringt. Auch das wissenschaftliche Arbeiten bringt seine Vor-teile für das Berufsleben mit. Die gängigen Microsoft Office-Anwendungen wie Word, PowerPoint und Excel beherrsche ich durch Hausarbeiten und Statistik sicher. Wenn man bereits im Studium eine gute Selbstorganisation beweisen konnte, wird man auch im Berufsleben eine gute Struktur und Organisation beibehalten.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Ich bin derzeit Recruiterin beim Göttinger Unternehmen Sartorius. Meinen Einstieg habe ich als Werkstudentin gefunden. Als das Ende meines Studiums immer näher rückte, wurde mir die Möglichkeit angeboten, dem Team erhalten zu bleiben und als Recruiting-Koordinatorin anzufangen. Nachdem ich als Werkstudentin und Koordinatorin wertvolle Berufserfahrung sammeln konnte, war ich bereit den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen und habe mich zur Recruiterin wei-terentwickeln können.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Jeder Tag ist anders, da ich jeden Tag von neuen Menschen umgeben bin. Aber im Kern sind es meist die gleichen Prozesse bzw. Aufgaben: Stellenausschreibungen vorbereiten, Bewerbungen screenen und weiterleiten, Vorstellungsgespräche wahrnehmen und Angebote aussprechen. Da-neben fällt natürlich auch noch die Kommunikation mit den Fachbereichen und Bewerber*innen an. Um all diese Aufgaben unter einen Hut bringen zu können, brauche ich eine gute Selbstorganisation und Struktur. Außerdem ist es wichtig kommunikationsstark zu sein, denn ich übernehme die Korrespondenz zwischen allen Beteiligten eines Recruitingprozesses und gewährleiste letztlich auch eine positive Candidate Experience.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in meinem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Fangt früh an Berufserfahrung zu sammeln und pflegt eure Kontakte. Die Berufserfahrung ist nicht nur wichtig, um sich später den Berufseinstieg zu ermöglichen, sondern auch um herauszufinden, was einen wirklich interessiert. Der Bereich Personal ist groß und vielfältig, vor allem in großen Un-ternehmen, da sollte man auf jeden Fall eine Idee mitbringen, welcher Bereich zu einem passt. Ohne meine Berufserfahrung aus zurückliegenden Praktika wäre ich niemals auf das Werkstudium bei Sartorius aufmerksam geworden und hätte mich erfolgreich beworben. Praktika oder ein Werkstudium können schnell zum Türöffner werden. Genauso ist es empfehlenswert, seine Kontakte, die durch Bekanntschaften oder erste Berufserfahrungen entstanden sind, zu pflegen. Es kann immer gut sein, den Menschen, mit denen ihr bereits positive Erfahrungen gemacht habt, im Gedächtnis zu bleiben, woraus immer nochmal neue Chancen entstehen können.

Gewerkschaftssekretär bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg I Absolvent BA Sozialwissenschaften & MSc Public und Nonprofit Studien (letzteres an der Universität Hamburg)

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe den Bachelor Sozialwissenschaften mit den Fachgebieten Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft und nach einem wenig erfolgreichen Ausflug in das Zivilrecht dann die Spezialisierung Ethnologie studiert. Zuvor habe ich ein Studium des Bauingenieurwesens begonnen und relativ schnell festgestellt, dass ich zum einen lieber meinen Interessen nachgehen möchte und meine Stärken wohl eher in anderen Bereichen liegen. Ich hatte vor allem ein Interesse daran zu lernen und wusste erstmal noch nicht, wo die Reise hingehen wird.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

In meinem Studium habe ich vor allem gelernt, mich kritisch mit Themen auseinanderzusetzen und Dinge fundiert zu hinterfragen sowie zielgerichtet zu recherchieren, um Antworten auf meine Fragen zu finden. Das hilft mir im Berufsleben weiter, da ich immer wieder vor neue Aufgaben gestellt werde, in die ich mich hereinarbeiten muss, um professionell auftreten zu können.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Aktuell bin ich Gewerkschaftssekretär bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg und bin dort die Ansprechperson für die jungen Mitglieder. Zu dieser Stelle haben mir zum einen mein ausgeprägtes politisches Interesse, meine diversen beruflichen und ehrenamtlichen Erfahrungen im Studium sowie zum Teil auch die Studieninhalte selbst verholfen. Ich habe mich ursprünglich auf eine Stellenausschreibung bei der GEW beworben, die weniger meinen genauen Vorstellungen entsprach. Mit dieser Stelle war ich über eine längere Zeit relativ unzufrieden und bin vorerst als Referent zum Landesjugendring Baden-Württemberg gewechselt. Als dann jedoch die Stelle für den Bereich „Junge GEW“, die genau meinen Vorstellungen ent-sprach, zu besetzen war, habe ich mich erneut beworben und kam auf einem Umweg zu meiner Wunschstelle.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Meine Arbeit besteht aus unterschiedlichen Schwerpunkten. Ein Teil davon ist die Mitgliederberatung. Das bedeutet, dass ich unsere Mitglieder aus den Bereichen Studium, Ausbildung und Referendariat zu allen Themen rund um ihre Ausbildung und den Job rechtlich berate. Ein zweiter großer Teil ist die Präsenz der GEW an Hochschulen, wo ich gemeinsam mit Ehrenamtlichen Infostände und Info- und Fortbildungsveranstaltungen zu diversen Themen durchführe. Ein weiterer Bereich ist die Begleitung von Kampagnen zu den Themen Ausbildungsbedingungen, Arbeitsbedingungen, Tarifverträge, Bildungspolitik und Anti-Diskriminierung. Darüber hinaus beteilige ich mich an Gremien und vertrete die Interessen der „Jungen GEW“ innerhalb der Organisation und führe Workshops durch. Bei vielen dieser Aufgaben kommen mir Kompetenzen aus dem Studium zugute. Im Studium der Sozialwissenschaften habe ich vor allem gelernt, mich in Themen einzuarbeiten und für Bereiche, mit denen ich mich bisher wenig auskannte, zum Experten zu werden.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in meinem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Wenn ihr das Privileg habt, es euch leisten zu können, das Studium nicht in Regelstudienzeit abzu-schließen, dann nutzt die Zeit des Studiums dafür, euch auszuprobieren und Dinge außerhalb des Hochschulbetriebs kennenzulernen. Sei es als Aktivist*in, ehrenamtlich, im Nebenjob… Nicht alles im Leben muss auf eine steile Karriere ausgerichtet sein, auch wenn sich Vieles hinterher dann doch ausversehen als nützlich erweist.

Public Affairs Berater (365 Sherpas GmbH) I Absolvent MA Politikwissenschaft

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

Ich habe in Göttingen den MA Politikwissenschaft studiert. In den Studiengang konnte ich Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Öffentliches Recht als Nebenfach einbauen und so mein Bachelor-Nebenfach mit in den Master übernehmen. Dies war auch einer der Gründe, weswegen ich mich – neben den inhaltlichen Schwerpunkten, die das Institut für Politikwissenschaft und das Institut für Demokratieforschung bieten – für eben diesen Masterstudi-engang an der Universität Göttingen entschieden habe.

Das Öffentliche Recht mit Disziplinen wie Verwaltungsrecht, Europarecht, Völkerrecht oder Wirtschaftsrecht ist meiner Meinung nach eine sehr gute Ergänzung zum politikwissenschaftlichen Studium – vor allem, wenn man nach dem Studium eine Tätigkeit im politischen Bereich anstrebt.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Neben den maßgeblichen inhaltlichen Kompetenzen, v. a. über Funktionsweisen, Entscheidungswege und Logiken von politischen Systemen, die das Studium der Politikwissenschaft umfasst, habe ich aus dem Studium vor allem viele „Soft Skills“ mitgenommen, die mir heute die Arbeit erleichtern. Zentral ist dabei für mich die Fähigkeit schnell (politische) Zusam-menhänge/Situationen analysieren zu können und stetig Vorgehensweisen (auch die eigene) zu hinterfragen.

Dem großen Anteil von Seminararbeiten als Prüfungsleistungen habe ich es zudem heute mit zu verdanken, dass ich eine sichere Schreibe und auch einfach Spaß am Schreiben habe, was für meinen Beruf eine wichtige Voraussetzung ist. Das weitestgehend selbst organisierte Studium hat außerdem gezwungenermaßen meine organisatorischen Fähigkeiten gefördert, die mich heute im Projektmanagement unterstützen. Neben dem Fachstudium haben mir auf dem Weg zu diesen „Soft Skills“ vor allem auch die sehr empfehlenswerten Rhetorik-Kurse der ZESS sehr geholfen.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

In meinem letzten Semester habe ich ein Praktikum in einer Beratung für Politik und Kom-munikation absolviert. Dort wurde ich nach dem Praktikum übernommen und arbeite noch heute dort. Eigentlich wollte ich aufgrund vorheriger Praktika nach dem Studium in einem Parlament arbeiten, doch die Themen- und Aufgabenvielfalt in der Beratung haben mich absolut überzeugt – trotz Arbeitszeiten oft jenseits der 40 Stunden. Denn Berater_innen sind Dienstleister und arbeiten dann, wenn der Kunde anruft, egal ob nach der Tagesschau oder am Wochenende.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Wir arbeiten mit Kunden aus verschiedenen Bereichen. Neben Kunden aus der Privatwirtschaft betreuen wir auch öffentliche Auftraggeber oder beispielsweise Stiftungen. Jeder Kunde ist dabei anders und so variiert auch Arbeitsalltag.

Während der Beobachtung von politischen Prozessen müssen wir uns dabei stetig die Frage stellen, ob unsere Analysen auf dem aktuellsten Stand sind, die strategische Positionierung stimmt, das Narrativ passt, die Kernbotschaften wirken, das Timing gut gewählt ist oder über die passenden Kanäle mit den richtigen Zielgruppen kommuniziert wird. Besonders herausfordernd und spannend sind dabei Krisen- und Sondersituationen, durch die wir unsere Kunden begleiten.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in Ihrem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Mein zentraler Tipp ist leider so unspektakulär wie effektiv: Praktika, Praktika, Praktika. Pro-biert euch aus. Schnuppert dort hinein, wo ihr etwas spannend findet – zur Not auch wenn die Bezahlung nicht unbedingt die Beste ist. Nur durch praktische Erfahrung findet ihr her-aus, was euch persönlich Spaß macht und was euch liegt. Außerdem baut man so Schritt für Schritt ein Netzwerk auf, das für das Berufsleben unverzichtbar ist.

Traut euch auch Brüche im Lebenslauf zu, z. B. durch Freiwilligendienst, Sabbatical oder Ehrenamt. Meine Erfahrung, vor allem auch durch meinen aktuellen Arbeitgeber, ist dabei: So macht ihr euch interessant und zeigt, dass ihr auch einen Blick für Dinge außerhalb von „Karriere“ und Uni habt.

Teamleiterin Personal (IT-Unternehmen) I Absolventin MA Soziologie

Was habe ich an der Universität Göttingen studiert und welche Gründe hatte meine Studienwahl?

In Göttingen habe ich im Master Soziologie studiert. Während des Bachelors bekam ich ein sehr allgemeines Verständnis davon, welche Inhalte in der Soziologie behandelt werden. Besonders interessierte mich dabei die Art und Weise große Problemstellungen zu bearbeiten, indem man diese Hypothese für Hypothese untersucht und versucht den Wahrheitsgehalt der Aussagen zu falsifizieren.

In meinem Masterstudium, wollte ich diese Arbeitsmethoden und Theorien vertiefen und meine Fähigkeiten im Bereich qualitativer- und quantitativer Sozialforschung ausbauen. Für die Soziologie habe ich mich entschieden, da mir das Studium ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten bot und ich mir diese Vielfalt erhalten wollte.

Was ist das Besondere an einem sozialwissenschaftlichen Studium und welche Kompetenzen habe ich während des Studiums erworben, die mir im Berufsleben zu Gute kommen?

Ich hatte während meines Studium die Möglichkeit in einem wissenschaftlichen Projekt mit zu arbeiten. In diesem Projekt konnte ich den kompletten Prozess eines Forschungsprojektes miterleben und unterstützen. Neben der Recherche führte ich selbstständig Interviews und wertete diese auch im Rahmen meiner Masterarbeit aus.

Besonders wertvolle Erfahrungen sammelte ich bei der Akquise von Interviewpartnern. Auch in meiner aktuellen Tätigkeit muss ich zuerst herausfinden, welche Kollegen die richtigen Ansprechpartner für meine Themen sind, alle Beteiligten an einem Tisch versammeln, die Problemstellungen kurz und prägnant erläutern und mein Gegenüber für meine Ideen begeistern.

Welche Tätigkeit übe ich aktuell aus und wie bin ich zu meiner aktuellen Tätigkeit gekommen?

Ich arbeite als Teamleiterin in der Personalabteilung eines IT-Unternehmens und bearbeite Themen wie Personalgewinnung, -bindung und -weiterentwicklung. Zudem bin ich Ansprechpartnerin für Mitarbeiter_innen und Führungskräfte. Ich leite ein Team aus 3 Mitarbeiterinnen, zu deren Aufgabenbereichen sowohl die Mitarbeiteradministration, als auch die Weiterentwicklung gehören.

Nach meinem Studium habe ich eine Weiterqualifikation im Bereich Personalwirtschaft absolviert und begann dann bei einem StartUp in der Personalabteilung ein Praktikum. Durch ein Trainee-Programm im Bereich Personalmanagement sammelte ich weitere wertvolle Erfahrungen. Bei meinem aktuellen Arbeitgeber habe ich die Personalabteilung mit aufgebaut und entwickle diese kontinuierlich weiter.

Wie kann man sich meinen Arbeitsalltag vorstellen und welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind für meine aktuelle Tätigkeit wichtig?

Es gibt keinen typischen Alltag, wir verstehen unsere Abteilung als Servicestelle und Mediatoren, welche für alle Mitarbeiter_innen bei Problemen ansprechbar sind. So unterstützen wir Führungskräfte bei der Suche und Auswahl neuer Kolleg_innen, erstellen individuelle Entwicklungspläne und Schulungsmaßnahmen. Wir führen Mitarbeitergespräche, klären Unklarheiten mit Behörden und Ämtern und treiben individuelle Projekte zur Verbesserung des Unternehmensklimas voran. Zu unseren administrativen Aufgaben gehören zum Beispiel die Anlage und Pflege der Personalakten, Urlaubsfreigaben und Vorbereitungen der Lohnabrechnung.

Durch mein Studium fällt es mir leicht, die Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den Unternehmenszielen und einzelnen Abteilungen zu erkennen und diese für eine bestmögliche Zusammenarbeit der Mitarbeiter zu nutzen. Die anfallenden Aufgaben zu priorisieren und strukturiert abzuarbeiten, konnte ich durch die Vielzahl an parallelen Hausarbeiten im Studium erlernen.

Welchen Tipp möchte ich den Studierenden der Sozialwissenschaftlichen Fakultät für den Berufseinstieg, gerade auch in meinem Tätigkeitsfeld, mit auf den Weg geben?

Es ist wirklich sinnvoll, während des Studiums bereits erste Berufserfahrungen zu sammeln. So erhält man erste Eindrücke und kann entscheiden, ob man es sich vorstellen kann, permanenter Ansprechpartner für verschiedene Kolleg_innen zu sein und Kompromisse zu finden, welche am Ende die Ziele des Unternehmens vorantreiben oder ob man doch lieber für sich alleine arbeitet.

Weiterhin kann ich nur empfehlen, zuerst bei kleinen Unternehmen zu beginnen. Natürlich sind große Konzerne aufgrund des Gehaltes verlockend. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Aufgaben bei kleinen Unternehmen oder Startups vielfältiger sind und man viel schneller die Möglichkeit bekommt, Verantwortung zu übernehmen.