
Not in our names!
Terrorismusopfer als politische Akteure in Deutschland und Europa seit den 1980er Jahren.
Das Forschungsprojekt untersucht die Rolle von Betroffenen terroristischer Gewalt als politische Akteure und ihre Kämpfe um Anerkennung. Anhand verschiedener Fälle terroristischer Gewalt in den USA, Deutschland und weiteren europäischen Ländern seit den 1980er Jahren analysiert die Studie, unter welchen Bedingungen sich Betroffene vor dem Hintergrund eines global zu beobachtenden „Turn to the Victim“ politisierten, in Initiativen und Vereinen organisierten und als politische Akteure auftraten. Welche Ziele und Strategien verfolgten sie? Wie äußerten sich diese in ihrer Sprache und ihren Praktiken? Welche Beziehungen entwickelten sich zu anderen Akteuren und größeren emotionalen, moralischen oder politischen Gemeinschaften? Der synchron wie diachron angelegte, vergleichende Blick zielt darauf ab, kulturelle und nationale Vorbedingungen für den Umgang mit Gewaltopfern offenzulegen.
Ezra Rudolph studierte Geschichte und Deutsche Philologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Den Bachelor schloss er:sie 2016 und den Master of Education 2019 ab. (weiterlesen...)
- Geschichte der Opferschaft
- Geschichte des Terrorismus
- Geschichte sozialer Bewegungen
- Geschichte rechter Gewalt
- Emotionsgeschichte, Moral History und Visual History
Publikationen
- Rezension zu: Ana Milošević, Victims and Memory After Terrorism London 2024, in: H-Soz-Kult, 21.08.2025.
- Rezension zu: Kevin Lenk, Tod und Gemeinschaft. Die politische Instrumentalisierung der Toten des deutschen Linksterrorismus 1971–1977, Berlin 2024, in: in: Arbeit-Bewegung-Geschichte. Zeitschrift für Historische Studien, 25/2 (2025), S. 165–168.
- Icons of a Wounded Nation. The 9/11-Widows in US-Media, in: Petra Terhoeven (Hrsg.), 'Opferbilder'. The visualization of victimhood after 1945.
(erscheint 2026 bei Berhahn Books)
Vorträge
- 02/2026 – „From Bedrock zu Infinity“ – Memorializing Terrorism as a Democratic Struggle for Space, Tagung “Lieux et espaces de la démocratie. Perspectives transnationales depuis 1848“, Deutsches Historisches Institut Paris.
- 09/2025 - Von München nach Bologna: Die Überlebenden rechter Gewalt und ihr Kampf um die Erinnerung, Vortrag auf der Gedenkveranstaltung der Stadt München anlässlich des 45. Jahrestages des Oktoberfest-Attentats, München.
- 06/2025 - Anerkennung, (Ohn-)Macht und Moral. Betroffene terroristischer Gewalt als politische Akteure in den USA und Europa seit 1980, Kolloquium Neuere und Neueste Geschichte der Universität Münster.
- 10/2024 – In the Aftermath: Researching Victim Support Groups, Syracuse University Remembrance Week, Syracuse NE.
- 09/2022 - “We are the Moral Compass!” - 9/11-Families as Public Symbols and Political Stakeholders, International Workshop “Victims of Terrorism in Historical Perspective”, Georg-August-Universität Göttingen.
- 08/2022 - Gedenken an die Opfer von terroristischen Anschlägen: Die Rolle des (deutschen) Staats und der Zivilgesellschaft im Wandel der Zeit, Fachtagung des Bundesopferbeauftragten der Bundesregierung (BMJV), Ahrweiler.
- 05/2022 - Icons of a Wounded Nation. The Widows of September 11, Workshop „'Opferbilder'. The Visualization of Victimhood After 1945”, St. Antony’s College, Oxford.
- 10/2021 - Wem gebührt unser Mitleid? Eine Geschichte der Opfer terroristischer Gewalt in der Moderne, Fachtagung „Opferschutz und rechte Gewalt“ des Bundesopferbeauftragten der der Bundesregierung (BMJV), gem. m. P. Terhoeven, Berlin.
Lehre
Wintersemester 2025/26
- Fernsehserien als Quelle der Kultur- und Zeitgeschichte (Seminar, Fr 09–12 Uhr)
Wintersemester 2024/25
- Vergessen und verdrängt? Der Anschlag auf das Oktoberfest 1980 und seine Opfer (Seminar, Do 14–18 Uhr)
Sommersemester 2024
- Baseballschlägerjahre - Rechte Gewalt und Rechtsterrorismus in der Wendezeit (Seminar, Do 12–14 Uhr)
Sommersemester 2022
- 9/11 als globales Medienereignis (Seminar) Wintersemester 2022/23
- 9/11 als globales Medienereignis (Seminar)
Betreute Abschlussarbeiten
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Bachelorarbeiten
- Nils Bestian: „Mölln und die Medien. Eine Untersuchung der Täter- und Opferbilder, die die Berichterstattung über den rassistischen Brandanschlag prägten, (Erstbetreuung).
- Leah Strobel: Die Reaktionen der SPD und CDU/CSU auf die Ausschreitungen in Hoyerswerda 1991: Zwischen Zusammenarbeit und Schuldzuweisungen, (Erstbetreuung).
- Larissa Lömpel: „,Laß das mit der Anne Frank“ - Die Debatte um eine „Anne-Frank-Straße‘ in Bergen 1985“ (Erstbetreuung).
- Natalia Lucas: „Die Duisburger Brandnacht von 1984: Ein Auftakt rechter Gewalt in der BRD und der lange Kampf um Anerkennung“ (Zweitbetreuung).
- Torben Gebke: „Emanzipationsbremse Nachkriegskino. Eine Analyse der Darstellung von Hausfrauen im westdeutschen Film der Nachkriegszeit und dessen gesellschaftlicher Funktion“ (Zweitbetreuung).
- Sarah Witt: „Die französische Nouvelle Vague als Sprachrohr einer Generation. Eine Analyse der filmischen Gestaltungsmittel Jean-Luc Godard‘s „À bout de souffle“ (1960)“ (Zweitbetreuung).
- Inka Gerhardt: „‘Die Seuche bricht aus dem Schwulen-Getto aus‘. Die Repräsentation von HIV und Homosexualität in Bild und Schrift in der Wochenzeitschrift ‚Der Spiegel‘ (1982-1988)“ (Zweitbetreuung).
- Timo Grube: „Emanzipation durch Eugenik? Biopolitische Argument in Magnus Hirschfelds Kampf gegen die Kriminalisierung und Pathologisierung homosexueller Menschen um 1900“ (Zweitbetreuung).
- Valentina Jaensch: „‘Hier haben eiskalte Profis gearbeitet‘. Linksterrorismus, Medien und Emotion am Beispiel der Lorenz-Entführung vom 27.2.1975“ (Zweitbetreuung).
- Lea Brock: „‘Wir Frauen fühlen uns besonders dazu berufen, das Leben zu schützen.‘ Weiblicher Protest gegen den Wehrdienst für Frauen in der DDR (1982-1989)“ (Zweitbetreuung).
- Yara Zoch: „Göttinger Kriegerdenkmäler. Eine Untersuchung der öffentlichen Darstellung und Bedeutungskonstituierung in Lokalmedien zwischen 1924 und 1939“ (Zweitbetreuung).
- Sema Alarslan: „‘Halitstraße oder ich will meinen Sohn zurück!‘ Ismail Yozgat und sein Einsatz für das öffentliche Gedenken an die Opfer des NSU in Kassel“ (Zweitbetreuung).
Masterarbeiten