Studiengangsrenovierung Mathematik
Für die Einführung der Bachelor-Master-Struktur zum Wintersemester 2006/2007 hatte die Lehreinheit Mathematik ein Konzept erarbeitet, das den Studierenden vom Ende des Bachelorstudiums bis zur Masterarbeit eine einmalige Vertiefungsmöglichkeit für forschungsorientierte Abschlussarbeiten bot. Ab dem fünften Semester konnten viersemestrige Zyklen belegt werden, die in einem Themengebiet schnell an Fragestellungen der aktuellen Forschung heranführten. Oft wurden die Studierenden dabei über längere Zeit von den gleichen Dozentinnen und Dozenten begleitet. Die Struktur der Zyklen bot eine gewisse Abwechslung, da man sie an jedem Institut hören konnte.Die Spezialisierung hatte für alle Beteiligten einen gewissen Reiz, brachte aber für das System einige Probleme mit sich. Neue Masterstudierende konnten nicht verlässlich für bestimmte Kurse gewonnen werden, da ein Zyklus in der Regel nur alle 4-5 Jahre angeboten werden konnte. Die Integration internationaler Studierenden gestaltete sich zunehmend schwierig, da oft noch einiges an Wissen nachgeholt werden musste. Zudem war es bei einem Auslandsaufenthalt schwierig, in den Zyklen den Anschluss zu behalten.
Die neue Struktur des Bachelorstudiengangs ab dem Wintersemester 2025/2026 will im zweiten Studienjahr verlässlich diese Grundlagen vermitteln, auf denen die Vertiefungsmodule ab dem dritten Studienjahr aufbauen. Um im dritten Studienjahr eine große Wahlfreiheit zu ermöglichen, sollen acht kürzere Module im 3./4. Semester eine verlässliche Basis für alle bieten und einen Mindeststandard für die Zulassung zum Master definieren. Für diese kürzeren Module im 3. und 4. Studienjahr wird der Stoff angeboten, der für die meisten weiterführenden Lehrveranstaltungen und das Masterstudium von Bedeutung ist: je zwei Module in Algebra sowie in Numerik und Optimierung, Funktionentheorie, Funktionalanalysis, Maß- und Integrationstheorie und Stochastik.
Darauf aufbauend soll im dritten Studienjahr und im Masterstudiengang weiterhin forschungsorientierte, spannende Lehre angeboten werden - jedoch mit weniger Redundanzen zwischen den Veranstaltungen und mit mehr Verlässlichkeit für Masterstudierende von außerhalb. Ein neues Modul soll im Kontext eines Seminars auf das wissenschaftliche Schreiben und die Grundlagen guter wissenschaftlicher Praxis Abschlussarbeiten besser vorbereiten.
Im ersten Studienjahr soll es bei Schwierigkeiten differenzierte Angebote geben, die in diesem Jahr bereits im Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang vor allem im Lehramtsprofil angeboten werden. Darüber hinaus wird die Bedeutung der Methoden der diskreten Mathematik im zweiten Semester der reinen Mathematik und in einem ersten Modul der diskreten Stochastik gestärkt.