Nachhaltige ländliche Stadtentwicklung – Ressourcen, Gesellschaft und Regulierungssysteme


Rurbane Transformationsprozesse sind eng mit Veränderungen der Landnutzung und des Bodenmanagements verbunden und beeinflussen das Niveau sowie die Stabilität von Bodenfunktionen. Intensivierung und Extensivierung der Landwirtschaft sowie die Homogenisierung und Diversifizierung der Landnutzung treten nebeneinander als Teil eines rurbanen Gefüges auf und wirken sich unter anderem auf die Primärproduktion sowie auf die Kreisläufe von Nährstoffen, Wasser und Kohlenstoff aus.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, Zielkonflikte zwischen Bodenfunktionen, die von privaten Nutznießern (z. B. Landwirten mit Fokus auf Produktion), und solchen, die von der Öffentlichkeit geschätzt werden (z. B. Kohlenstoffspeicherung und Nährstoffrückhalt), unter klimatischen und sozioökonomischen Veränderungen in Einklang zu bringen. Gehölzbasierte Systeme könnten eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung dieser Zielkonflikte spielen, wie bereits für gemäßigte und semiaride Regionen gezeigt wurde. Allerdings gibt es bislang nur begrenzte empirische Erkenntnisse darüber, wie solche Systeme Zielkonflikte verringern oder verstärken, insbesondere unter den vielfältigen sozial-ökologischen Bedingungen rurbaner Landwirtschaftsbetriebe.

Im Teilprojekt A2: „RurbanSoilFunctions: Synergien und Zielkonflikte von Bodenfunktionen in rurbanen Räumen“ arbeiten wir gemeinsam mit der Universität Kassel sowie internationalen Partnern in Marokko von der Universität IAV Hassan II. In unserer Abteilung möchten wir landwirtschaftliche Praktiken anhand von Daten aus Statistiken, Expertenwissen und Betriebsbefragungen identifizieren und charakterisieren. Anschließend bewerten wir ökonomische Risiken und erheben detaillierte Informationen zu Betriebsführung, Einkommen und Anpassungsstrategien. Darauf aufbauend wenden wir betriebsbezogene Modellierungen an, um zu untersuchen, wie verschiedene Landnutzungsoptionen unter Unsicherheit zu stabilen und robusten landwirtschaftlichen Einkommen beitragen können, wobei Ressourcen, Einschränkungen und Risikoeinstellungen der Landwirte berücksichtigt werden.

Im nächsten Schritt erweitern wir diesen Ansatz durch die Integration ökonomischer, ökologischer und sozialer Zielsetzungen in ein multikriterielles Modell. Dieses analysiert, wie Betriebe und Landschaften Einkommen, Nahrungsmittelproduktion und Ökosystemleistungen wie Bodenfunktionen in Einklang bringen können. Zudem untersucht das Modell Zielkonflikte, die Rolle gehölzbasierter Systeme in multifunktionalen Landschaften sowie Unterschiede zwischen verschiedenen Betriebstypen.


Verantwortliche Personen

Paul, C.
Ibarra, L.

Gefördert durch

DFG LOGO
Deutsche Forschungsgemeinschaft unter der Projektnummer: 548312187

Dauer des Projekts

10.2025 to 09.2029
(4 Jahre)

Projekt Partner

Deutsche Institutionen
Universität Kassel (UKS)
Georg-August-Universität Göttingen (UGOE)
Leibniz Universität Hannover (LUH)
Universität Vechta (UV)
Universität Leipzig (UL)
Freie Universität Berlin (FUB)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Weßling (DLR)
Deutsches Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft GmbH, Witzenhausen (DITSL)

Internationale Institutionen
Indian Council of Agricultural Research (ICAR)
National Institute of Animal Nutrition and Physiology (NIANP)
Ashoka Trust for Research in Ecology and the Environment (ATREE)
University of Agricultural Sciences Bangalore (UASB)
Azim Premji University (APU)
Indian Institute of Human Settlements (IIHS)
Institute for Interdisciplinary Sustainability Research and Education (IISRE)
Institut Agronomique et Vétérinaire (IAV) Hassan II de Rabat (IAV Rabat)
Université de Hassan II de Casablanca (UCasa)
Université Mohammed VI Polytechnic (UM6P)
University of Ghana (UG)
University of Cape Coast (UCC)
University for Development Studies (UDS)
Council for Scientific and Industrial Research – Soil Research Institute (CSIR-SRI)
Council for Scientific and Industrial Research – Water Research Institute (CSIR-WRI)