GEOGRAPHISCHES KOLLOQUIUM DER UNIVERSITÄT GÖTTINGEN

An nachstehenden Terminen finden im Sommersemester 2021 Kolloquiumsvorträge am Geographischen Institut statt.


Die Vorträge finden online von 16:15-17:45 Uhr statt. Zoom-Links siehe unten.


  • 06.07.2021
    Dr. Marius Mayer, Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus, Universität Innsbruck
    „Evolutionäre Wirtschaftsgeographie im Tourismus am Beispiel alpiner Gletscherskigebiete“
    In der geographischen Tourismusforschung ist man seit längerer Zeit auf der Suche nach geeigneten Erklärungsmodellen für die Entwicklung touristischer Destinationen in Nachfolge von BUTLERS Destinationslebenszyklus. Derzeit erscheint die Übertragung von Ansätzen der evolutionären Wirtschaftsgeographie auf Fragen der Destinationsentwicklung vielversprechend, obwohl nach wie vor ungelöste Probleme bestehen, wie etwa der konzeptionelle Einbezug von im Tourismus häufig bedeutsamen Natur- und Umweltfaktoren. Dieser Vortrag gibt einen Überblick dieses Forschungsfeldes und zeigt die Anwendbarkeit des evolutionären Ansatzes auf die Thematik des raumzeitlichen Wandels von Gletscherskigebieten in den Alpen – einem häufig im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Destinationstyp, der von den Auswirkungen des Klimawandels vielfältig betroffen ist.

    https://uni-goettingen.zoom.us/j/98505907507?pwd=T3NQc3ZWVzVJeFQ3UmNRa1pRdnRaUT09
    Meeting-ID: 985 0590 7507
    Kenncode: 110381


  • 22.06.2021
    Tatiana López, Wirtschafts- und Sozialgeographisches Institut, Universität Köln
    „Arbeitskontrolle und gewerkschaftlicher Widerstand in der Export-Bekleidungsindustrie in Bangalore“
    Die globale Bekleidungsindustrie steht seit langem wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Löhnen unter dem Existenzminimum in der Kritik. Im Fokus wissenschaftlicher und öffentlicher Diskurse um die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie stehen dabei vor allem Initiativen von Akteuren aus dem Globalen Norden, wie beispielsweise das Lieferkettengesetz. Eine Ausnahme bildet die Labour Geography, die Bekleidungs-Arbeiter*innen selbst als handlungsmächtige Akteure in den Fokus stellen. Dieser Vortrag knüpft an Labour Geography-Debatten um Arbeitskontrolle und Widerstand von Arbeiter*innen in globalen Produktionsnetzwerken an. Am Beispiel der Export-Bekleidungsindustrie in Bangalore zeige ich einerseits wie ausbeuterische Arbeitsbedingungen durch Verflechtungen globaler Einkaufspraktiken von Modehändlern mit lokalen Arbeitskontrollpraktiken hervorgebracht werden. Andererseits illustriere ich die multi-skalaren Widerstands-Praktiken lokaler Gewerkschaften und nehme dabei eine kritische Bewertung transnationaler Solidaritätsnetzwerke vor.



Im Namen des Vorstandes des Geographischen Institutes lade ich sie herzlich zu den
Vorträgen des Geographischen Kolloquiums ein.
gez. Prof. Dr. Christoph Dittrich