mehr zur Technikwissenschaftlichen Kommission
Die Politik besitzt ein oft ambivalentes Verhältnis zur Wissenschaft. Einerseits benennt sie mit der Bildung den für unser Land wichtigsten Rohstoff, andererseits sind die öffentlichen Mittel für Bildung und Forschung begrenzt. Einerseits betont sie die wissenschaftliche Exzellenz als eine Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs, andererseits fördert sie mit Vorliebe nur kurzfristig aktuelle Themen mit vermeintlich hohem Innovationsgrad. Einerseits beruft sie sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse als die Grundlage politischen Handelns, andererseits wird die Politikberatung durch wissenschaftliches Expertentum öffentlichkeitswirksam instrumentalisiert.
Im Gegensatz dazu sollen die Aktivitäten der Technikwissenschaftlichen Kommission dazu beitragen, die eher langfristig und wenig zielorientiert angelegte Verzahnung von grundlegender (Natur-) Wissenschaft und anwendungsorientierter Technik als die eigentliche Quelle von Fortschritt und Innovation aufzuzeigen.
Statt einen allgemeinen Anspruch auf Vollständigkeit in der Behandlung technik- wissenschaftlicher Fragen zu erheben, wird die Kommission eigene Leistungen identifizieren, vorhandene Kompetenzen nutzen und regionale Stärken vernetzen, um gezielt Beiträge zu wichtigen aber überschaubaren Problemen zu erarbeiten. Zu diesem Zweck soll die gute Zusammenarbeit mit der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft genutzt werden.
In qualitativer Hinsicht wird eine spezifische Vorgehensweise darin bestehen, für einzelne Themen die Verknüpfung von Erkenntnissen der Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Forschung, technikwissenschaftlicher Umsetzung und wirtschaftlich orientierter Produktentwicklung aufzuzeigen. In einer derart aufeinander aufbauenden Zusammenstellung wird eine besonders gute Möglichkeit gesehen, die Akzeptanz von Technik in der Öffentlichkeit zu verbessern und ihre allgemeine Bedeutung für unser Leben zu vermitteln.
Praktische Maßnahmen zur Umsetzung bestehen in Berichten vor dem Plenum der Akademie, die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen (Vorträge, Symposien, Ringvorlesungen) und Berichte im Niedersächsischen Landtag (Hannover) und der Niedersächsischen Landesvertretung (Berlin).