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Aktuelles Buchprojekt: Mysteria Orientis. Das geheime osmanische Erbe aus dem Nachlass von
Johann David Michaelis (1717–1791) im Spiegel seiner Zeit und Schriften

In der Nachlassbeständen der der Georg-August-Universität Göttingen befinden sich ca. 30 Handschriften mit magischen Inhalten, die einstmals im privaten Besitz von Johann David Michaelis (gest. 1791) und Georg Thomas von Asch (gest. 1807) waren. Diese unikalen, etwa 300 Jahre alten Handschriften, die für die individuellen Bedürfnisse ihrer Besitzer verfasst wurden, sind historisch und kulturell bedeutsam und bislang noch nicht in den Fokus der Wissenschaft gerückt.
Bei der Erschliessung dieser Handschriftten wurde ein besonderes Augenmerk auf die Fragen gerichtet, wie solche okkulte Schriften aus der islamischen Welt in den akademischen Wissenschaftsbetrieb der Universität des 18. Jahrhundert gelangten, welcher Stellenwert ihnen im Zeitalter der Aufklärung zukam und was man über die Inhalte dieser Schriften wußte.

Zum Aufbau dieser Monographie (erscheint ca. Oktober 2026)
Nach einer Einleitung skizziert Kapitel 2 zunächst den institutionellen Rahmen der Universität Göttingen und ihrer Bibliothek, woraufhin das 3. Kapitel in das akademische Wirken und das weltanschauliche Profil von Johann David Michaelis einführt. Um dessen Reaktion und Haltung zu den okkulten Handschriften, die sich in seinem Besitz befanden, präzise zu verorten, nähert sich die vorliegende Studie dem Untersuchungsgegenstand von den Objekten her: Nach einer historischen und theoretischen Einführung in den Lettrismus im islamisch-osmanischen Kontext (Kapitel 4) und der materiellen Erschließung der Handschriften aus Michaelis’ Nachlass (Kapitel 5) widmen sich die darauffolgenden Kapitel 6 und 7 der Analyse seiner Publikationen und Schriften. Anhand dieser Schriften wird beleuchtet, wie der Göttinger Gelehrte dieses spezifische Wissensgut bewertete und welches Verständnis er vom Islam, den „Türken“ sowie dem „Aberglauben“ besaß.
Daran schließt sich Kapitel 8 an, das darlegt, wie Joseph von Hammer-Purgstall im frühen 19. Jahrhundert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der isla-mischen Geisterlehre und Magie maßgeblich prägte und dabei in direkten Kontrast zu Michaelis’ Ansätzen trat. Den Ausblick bietet schließlich Kapitel 9 zur Rezeption dieser orientalistischen Forschungen durch Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichter hegte zeitlebens ein tiefgreifendes, literarisch produktives Interesse am Islam sowie an der orientalischen Mystik und Magie, welches im West-östlichen Divan seinen bleibenden Ausdruck fand.

Cover Mysteria



Der Einfluss früher islamischer Philosophen auf die islamische Magie am Beispiel der Ġāyat al-ḥakīm und des Šams al-maʽārif al-kubrā
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