Graduiertenschule für Geisteswissenschaften Göttingen (GSGG)

Christian-Gottlob-Heyne-Preis



Jedes Jahr wird im Rahmen des "Tages der GSGG" der Christian-Gottlob-Heyne-Preis für die beste geisteswissenschaftliche Dissertation des vergangenen akademischen Jahres verliehen. Mit dem Preis wird die herausragendste Doktorarbeit ausgezeichnet, die im vorangegangen Jahr an der Philosophischen Fakultät oder der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität eingereicht wurde. Das Preisgeld beträgt 5.000 €.

Über die Vergabe des Preises entscheidet ein eigens dafür berufenes Gutachtergremium, das mit sechs namhaften Göttinger Geisteswissenschaftler/inne/n besetzt ist.

Die Mitglieder des Gutachtergremiums sind:






Bisherige Preisträger/innen

2018
Im November 2018 wird der Arabist Christian Mauder den Christian-Gottlob-Heyne-Preis für seine Dissertation "In the Sultan's Salon: Learning, Religion and Rulership at the Mamluk Court of Qanisawh al-Ghwari (r. 1501-1516)" erhalten. Die Dissertation stellt die erste umfassende Untersuchung eines islamischen Hofes der späten mittleren Periode dar. Sie zeigt, dass der Sultanshof des vorletzten Mamlukensultans ein transregionales Zentrum für Prozesse der Wissensweitergabe, Religionsausübung und politischen Aushandlung darstellte.

Eine Liste der Nominierten für den Christian-Gottlob-Heyne-Preis 2018 finden Sie hier.

2017
In November 2017 erhielt die Linguistin Nina-Kristin Pendzich den Christian-Gottlob-Heyne-Preis für ihre Dissertation "Lexical Nonmanuals in German Sign Language (DGS)", in der sie die Bedeutung von nichtmanuellen Markierungen wie Mimik, Kopf- und Oberkörperbewegungen in Gebärdensprachen untersucht. In Abgrenzung zu gestischen, emotionalen und grammatischen Einheiten, ist es wichtig zu untersuchen, welche Rolle diese Markierungen als lexikalische Bestandteile von Gebärden spielen. Mit drei empirischen Studien zur Deutschen Gebärdensprache (DGS), der Analyse mit dem Facial Action Coding System (FACS, Ekman et al. 2002) und der Theoriebildung gelingt es der Autorin, einen zentralen Beitrag zur Erforschung des linguistischen Status lexikalischer nichtmanueller Einheiten zu leisten.
Nina-Kristin Pendzich studierte Deutsche Philologie und Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen.


2016
Im November 2016 erhielt Philipp Kufferath den Christian-Gottlob-Heyne-Preis für seine Dissertation "Peter von Oertzen (1924-2008). Eine politische und intellektuelle Biographie". Der Autor untersucht in seiner biographischen Studie die vielfältigen ideengeschichtlichen Bezugswelten, die weitverzweigten Netzwerke, die organisationsübergreifenden strategischen Debatten und die wissenschaftspolitischen Dynamiken, in denen sich Peter von Oertzen bewegt hat. So ergeben sich ungewöhnliche Einblicke in die politische Geschichte der Bundesrepublik im Allgemeinen und der Linken im 20. Jahrhundert im Besonderen.
Philipp Kufferath studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaften und Soziologie an der Georg-August-Universität Göttingen.


2015
Im Oktober 2015 erhielt Julia Benner den Christian-Gottlob-Heyne-Preis für ihre Dissertation "Federkrieg. Kinder- und Jugendliteratur gegen den Nationalsozialismus, 1933-1945". Die Autorin verfolgt die Spuren engagierter Kinder- und Jugendbücher, die sich vehement gegen den Nationalsozialismus wandten und bietet erstmals eine umfassende Darstellung dieser literarischen Form des Widerstandes.
Julia Benner studierte Komparatistik, englische Philologie und Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Georg-August-Universität Göttingen und ist seit Oktober 2015 Juniorprofessorin für Neuere deutsche Literatur/Kinder- und Jugendliteraur und -medien an der Humboldt-Universität zu Berlin.

2014
Im November 2014 ging der Christian-Gottlob-Heyne-Preis an Inke Beckmann für ihre Dissertation mit dem Titel: "Geflügel, Austern und Zitronen - Lebensmittel in Kunst und Kultur der Niederlande des 17. Jahrhunderts". Lebensmittel sind in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts vielfach dargestellt, selten aber in das Zentrum einer kunsthistorischen Untersuchung gestellt. Inke Beckmann schildert ihren Stellenwert in Kunst und Kultur der Niederlande am Beispiel von Geflügel, Austern und Zitronen. Die Preisträgerin studierte Kunstgeschichte sowie Mittlere und Neuere Geschichte an der Georg August-Universität Göttingen.

2013
Im Oktober 2013 ging der Christian-Gottlob-Heyne-Preis an Kai Widmaier für seine Dissertation "Bilderwelten: Ägyptische Bilder und ägyptologische Kunst. Vorarbeiten für eine bildwissenschaftliche Ägyptologie". Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen zwei- und dreidimensionale ägyptische Bilder (Malerei, Relief und Plastiken).
Kai Widmaier studierte Ägyptologie an der Universität Göttingen und wurde hier 2012 promoviert.

2012
Im Oktober 2012 ging der Christian-Gottlob-Heyne-Preis an Peer Trilcke für seine Dissertation mit dem Titel "Historisches Rauschen. Das geschichtslyrische Werk Thomas Klings". Peer Trilcke erschließt erstmals das Werk des 2005 verstorbenen Lyrikers und Essayisten Thomas Kling, dessen Dichtung wesentlich durch die Auseinandersetzung mit Geschichte und Geschichtlichkeit unter den Bedingungen der Spätmoderne geprägt ist.
Peer Trilcke studierte Neueren deutsche Literatur, Nordische Philologie und Philosophie an der Universität Kiel. Seit April 2006 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Detering.

2011
Im Oktober 2011 ging der Christian-Gottlob-Heyne-Preis erstmals an zwei Preisträger:
Renate Burri erhielt den Preis für ihre Dissertation im Fach Griechische Philologie zum Thema "Die griechischen Handschriften der Geographie des Ptolemaios - eine Geschichte der Wiederentdeckung". Renate Burri studierte griechische, lateinische und russische Philologie an den Universitäten Bern, St. Petersburg und Chabarovsk und war anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Klassische Philologie der Universität Göttingen. Seit 2011 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Ältere Kirchengeschichte der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und Assoziierte Forscherin am Center for Global Studies der Phil.-hist. Fakultät der Universität Bern.
Der Historiker Carsten Stühring wurde für seine Dissertation mit dem Titel "Der Seuche begegnen - Deutung und Bewältigung von Rinderseuchen im Kurfürstentum Bayern des 18. Jahrhunderts" ausgezeichnet. Carsten Stühring studierte Geschichte, Soziologie und Rechtswissenschaften an der Universität Hannover und war anschließend Kollegiat des Graduiertenkollegs "Interdisziplinäre Umweltgeschichte" der Universität Göttingen. Seit 2011 ist er im Archivdienst des Landes Nordrhein-Westfalen.

2010
Im November 2010 wurde der Christian-Gottlob-Heyne-Preis an Daniel Stein für seine Dissertation mit dem Titel "Intermedial Satchmo: A Study of Louis Armstrong's Jazz Autobiographics" verliehen. Daniel Stein studierte Amerikanistik, Politikwissenschaft und Soziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Anschließend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Nordamerikastudien des Englischen Seminars der Georg-August-Universität Göttingen. Seit dem 1.10.2010 arbeitet er als Postdoc in der DFG-Forschergruppe "Ästhetik und Praxis populärer Serialität", deren Sitz an der Georg-August-Universität Göttingen ist.

2009
Im Jahr 2009 wurde der Christian-Gottlob-Heyne-Preis an Daniel Berger für seine Dissertation mit dem Titel "Die Ausbildung der Stiftspfründe im Erzbistum Köln" verliehen. Daniel Berger absolvierte ein Lehramtsstudium für die Fächer Latein
und Geschichte in Göttingen und Rom. Ab 2004 forschte er als Stipendiat des Cusanuswerks und später als Mitglied der GSGG an seiner von Prof. Dr. Wolfgang Petke betreuten Doktorarbeit. Zur Zeit ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter ím Forschungsprojekt ,Papsturkunden des frühen und hohen Mittelalters' an der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen tätig.

2008
Im Oktober 2008 wurde der Christian-Gottlob-Heyne-Preis an Lars-Thade Ulrichs für seine Dissertation mit dem Titel "Die Tradition der anderen Vernunft. Zum Verhältnis von Philosophie und Literatur in der Zeit von 1770 bis 1820" verliehen.
Lars-Thade Ulrichs studierte Philosophie sowie Deutsche und Klassische Philologie an der Universität Göttingen. Anschließend arbeitete er für verschiedene kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen vor allem des Landes Sachsen-Anhalt sowie als Lehrbeauftragter am Göttinger Seminar für Deutsche Philologie. Seit Oktober 2008 ist er am Seminar für Philosophie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beschäftigt.

2007
Ausgezeichnet wurde die Historikerin Dr. Isabelle Guerreau, die als Stipendiatin der International Max Planck Research School (IMPRS) "Werte und Wertewandel in Mittelalter und Neuzeit" promoviert hat. Für ihre Dissertation, in der sie sich mit mittelalterlichen Siegeln beschäftigt, erhielt sie im Oktober 2007 den zum ersten Mal vergebenen Christian-Gottlob-Heyne-Preis.