Forstbotanischer Garten

Teilarboretum China

Im Gegensatz zum Forstbotanischen Garten, in dem die Gehölze nach pflanzensystematischen Gesichtspunkten sortiert gezeigt werden, sind die Baum- und Straucharten des Pflanzengeographischen Arboretums nach geographischen Sammelgebieten (China, Japan, Kaukasus-Kleinasien, Korea, Nordamerika) zusammengestellt.


Besonderheiten des Arboretums China

Das Pflanzengeographische Arboretum China umfasst den geographischen Großraum von West- bis Ostsibirien, die Mandschurei, Nordwest-China, Zentral- und Südchina, den gesamten Bereich des Himalajas sowie das innerasiatische Hochland von Iran, Usbekistan, Turkestan, Kasachstan, den Hindukusch, Pamir und das Altaigebirge.

Im Universitäts-Nordgebiet stehen für das Arboretum China die Außenanlagen der Geologie/Geographie, der Physik sowie der Organischen und Anorganischen Chemie zur Verfügung (siehe Karte).

Alles in allem sind ca. 300 verschiedene Bäume und Sträucher im Arboretum ausgepflanzt. Der Ausbau der Sammlung wird laufend durch noch in der Anzucht befindliche Gehölze erweitert.

Betula utilis
Rinde der Himalaya-Birke (Betula utilis)



Der Tertiärwald im Geopark

Im Bereich des Pflanzengeographischen Arboretums China befindet sich außerdem der zur geologischen Fakultät gehörende Geopark. Innerhalb des Geoparks wird der zum Arboretum gehörende Tertiärwald mit europäischen und ostasiatischen Bäumen und Sträuchern aufgebaut. Die Gehölzauswahl des Tertiärwaldes basiert auf fossilen Funden, die in einer Tongrube bei Willershausen am Harz von dem paleobotanisch arbeitenden Geologen Alfred Straus gemacht wurden.

Im westlichen Teil des Geoparkes wachsen mit dem Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), dem Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) und dem Ginkgobaum (Ginkgo biloba) drei der bekanntesten lebenden Fossilien im Gehölzbereich. Bei den lebenden Fossilien handelt es sich aus der Sicht der Evolution um entwicklungsgeschichtlich sehr alte Baumarten.


Metasequoia glyptostroboides
Seitentrieb des Urweltmammutbaums (Metasequoia glyptostroboides) im Geopark


Ginkgoblatt
Blatt des Ginkgobaums (Ginkgo biloba)



Besondere Bäume im Arboretum China

  • Chinesischer Blumenhartriegel
    Die an der Westseite der Chemie wachsenden Chinesischen Blumenhartriegel (Cornus kousa var. chinensis) gehören zu den schönsten winterharten Gehölzen. Obwohl die eigentlichen Blüten völlig unscheinbar sind, sind die creme- bis reinweißen Brakteen (Scheinblüten) in ihrer Pracht kaum zu überbieten. Der meist reichliche, leuchtend orange-rote Fruchtansatz im Spätsommer ist ausgesprochen zierend und die ebenfalls orange-rote Herbstfärbung ein Feuerwerk der Farben.

    Cornus kousa var. chinensis
    Blütenpracht des Chinesichen Blumenhartriegels (Cornus kousa var. chinensis)



  • Davids Schlangenhaut-Ahorn
    Sehr schöner Streifenahorn (Acer davidii) aus Mittelchina. Der Baum wächst in den Gebirgen von Yunnan, Hupeh und Setschuan auf kalkfreien Böden in 1200 bis 3000 m NN.
    Die Bezeichnung Schlangenhaut oder Streifenahorn bezieht sich auf die weiße, längs-gestreifte Zeichnung der Baumrinde. Seine schöne Stammzeichnung wird im Laufe der Jahre immer schöner. Hinzu kommt seine farbenprächtige Herbstfärbung.
    Der Baum wird in seiner Heimat bis zu 15 m hoch, bleibt bei uns aber wesentlich kleiner. Er ist daher auch für kleinere Gärten oder Parkanlagen geeignet und sollte im Garten als Solitärgehölz gepflanzt werden.
    Zur Zeit befinden sich Exemplare in Anzucht. Im Teilarboretum China ist auch der ebenfalls sehr schöne Koreanische Schlangenhaut-Ahorn (Acer tegmentosum) anzutreffen.

    Acer tegmentosum
    Borke des Koreanischen Schlangenhaut-Ahorns (Acer tegmentosum)



  • Urweltmammutbaum
    Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) wurde am 17.05.2000 als Deutsch-Chinesischer-Freundschaftsbaum von den Abgesandten der forstlichen Fakultät der Universität Bejing und der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen gepflanzt.




  • Besuch Chinesen FBG
    Professorin A. Polle, wissenschaftliche Leiterin des Forstbotanischen Gartens (links), und Vertreter der chinesischen Forstakademie bei der Pflanzung des Prunus mira im Innenhof des neuen Physik-Gebäudes.



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