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Presseinformation: Gedenkstele für sogenanntes „Judenhaus“


Nr. 228/2016 - 31.10.2016


Universität Göttingen erinnert an Unrechtspraxis im Nationalsozialismus

(pug) Eine weniger bekannte Praxis der Nationalsozialisten war die Einrichtung sogenannter „Judenhäuser“, von denen es auch einige in Göttingen gab. Hier wurden Menschen jüdischen Glaubens ab 1940 von Gestapo und Göttinger Stadtverwaltung zwangsweise eingewiesen, nachdem sie aus ihren eigenen Wohnungen vertrieben worden waren. Eines der „Judenhäuser“ stand an der Weender Landstraße 26, wo heute ein Parkplatz der Universität Göttingen ist. Zur Erinnerung an das Leiden seiner Bewohnerinnen und Bewohner errichten die Universität und die Stadt Göttingen an diesem Ort eine Gedenkstele. Zur feierlichen Enthüllung am Sonntag, 6. November 2016, um 14 Uhr laden die Universität und Stadt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein.

Die Stele wurde auf Initiative von Göttinger Geschichtsstudierenden erstellt. Sie haben im vergangenen Jahr im Anschluss an ein Seminar bei dem Historiker Prof. Dr. Dirk Schumann vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte die Feier zum Gedenken an das Pogrom vom 9. November 1938 gestaltet und dabei an das „Judenhaus“ in der Weender Landstraße und das Schicksal seiner Bewohnerinnen und Bewohner erinnert. 42 Menschen mussten hier unter schwierigsten Bedingungen leben. Die meisten wurden im Anschluss deportiert und ermordet. „Die sogenannten Judenhäuser sind Orte der Verdrängung und Verfolgung der „jüdischen“ Mitbürger und Mitbürgerinnen der Stadt“, sagt Prof. Schumann. Die Studierenden möchten mit der Stele an eben diese Geschichte erinnern und ein bleibendes Gedenken ermöglichen. Die Ergebnisse des Projektes wurden im aktuell erschienen Heft 6 der Schriften der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen veröffentlicht.

Die Veranstaltung wird gestaltet und begleitet von den Studierenden des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte, Vertreterinnen und Vertretern der Jüdischen Gemeinde Göttingen, der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen sowie des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens. Nach der Begrüßung durch Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel stellen die Studierenden das Projekt vor. Grußworte sprechen Göttingens Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler, die 1. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Göttingen Jacqueline Jürgenliemk, die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen Eva Tichauer Moritz sowie Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Dirk Schumann
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte
Heinrich-Düker-Weg 14, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-24409
E-Mail: dschuma@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/110554.html