Literatur und Literaturvermittlung im Zeitalter der Digitalisierung
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Friederike Schruhl


geb. 1987, Studium der Philosophie und Deutschen Literatur in Berlin und Nottingham. Studentische Mitarbeiterin am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin im Projekt "Literatur und Wahrnehmung. Zur ästhetischen Phänomenologie der Moderne" und im Projekt "SchädelBasisWissen. Kulturelle Implikationen der plastischen Chirurgie des Schädels". Studentische Hilfskraft und Tutorin am Institut für Deutsche Literatur der Humboldt Universität zu Berlin. Seit Oktober 2013 Kollegiatin im GRK 1787. Forschungsaufenthalt an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien am Forschungsschwerpunkt "Digital Humanities - Literature in Transition", einer Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag. Promotionsbegleitende Praxisphasen im J.B. Metzler Verlag, Stuttgart und in der Unternehmensentwicklung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Frankfurt am Main.



Veröffentlichungen:

  • Literaturwissenschaftliche Wissensproduktion unter dem Einfluss der Digitalisierung, in: Zeitschrift für Germanistik NF XXVII (2017), H. 2 (i.E.).

  • Rezension zu: Haasis, Lucas; Rieske, Constantin (Hrsg.): Historische Praxeologie. Dimensionen vergangenen Handelns. Paderborn 2015, in: Scientia Poetica. Jahrbuch für Geschichte der Literatur und der Wissenschaften 2016 (i.E.).

  • Rezension zu: Kintzinger, Martin; Steckel, Sita (Hrsg.): Akademische Wissenskulturen. Praktiken des Lehrens und Forschens vom Mittelalter bis zur Moderne. Basel 2015, in: H-Soz-Kult, 02.12.2015.

  • Die Diskretion der Bourgeoisie. Franco Morettis Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts, in: Literaturkritik.de, 27.02.2015.

  • Tagungsbericht zu: Scientia Quantitatis. Quantitative Literaturwissenschaft in systematischer und historischer Perspektive (Tagung in Hannover v. 30.9.-2.10.2014), in: Zeitschrift für Germanistik 2/2015, S. 423-424.

  • Muttermal, Warze und Zahnlücke. Zur Inszenierung des Schönheitsfehlers um 1800, in: Triëdere. Zeitschrift für Theorie und Kunst 9 (2/2013), S. 51-61.



Lehre:

  • Aufbauseminar Kodifizierungen. Zur Geschichte und Funktion von Lektürehilfen (WiSe 2015/2016, Uni Göttingen).





Promotionsprojekt: Praxeologische Perspektiven auf die Wissenschaftsgeschichte von Digital Humanities und Literaturwissenschaft
Quantitative Textanalyseverfahren, Programme für die Archivierung komplexer Datenmengen, Software für die Aufbereitung von Metadaten: Mit der Digitaltechnologie gehen neue Instrumentarien und Infrastrukturen in die Geisteswissenschaften ein. Mittlerweile versammeln sich unter dem Label "Digital Humanities" zahlreiche Forschungszentren, Lehrstühle, Studiengänge und Verbände. Auch wenn der Einzug der Digitaltechnologie in die Geisteswissenschaften institutionell schon deutliche Spuren hinterlassen hat, verlaufen die Diskussionen über diese Entwicklung äußerst kontrovers. Hegen die einen die Hoffnung auf eine anscheinend dringend benötigte, seit Ende der 1960er Jahren immer wieder geforderte Szientifizierung der "weichen" geisteswissenschaftlichen Fächer, befürchten die anderen eine Empirisierung, Vernaturwissenschaftlichung oder Entfremdung geisteswissenschaftlicher Solidität. Dieser Dissens wird häufig als Indiz für den krisenhaften Zustand der Geisteswissenschaften behandelt. Bei dieser Diagnose bleibt nicht nur zu fragen, ob "Krisen" in den Geisteswissenschaften überhaupt anormale, bedrohliche oder gar destruktive Phänomene sind, sondern auch was für die geisteswissenschaftliche, mithin literaturwissenschaftliche Resilienz eigentlich verantwortlich ist. Aus einer praxeologischen Perspektive lässt sich in diesem Zusammenhang fragen:

  • Welche Arbeitsweisen und Routinen prägen die Literaturwissenschaft?

  • Welche epistemischen Implikationen besitzen spezifische Praktiken?

  • Wie werden literaturwissenschaftliche Gegenstände fixiert und bearbeitet?

  • Welche Wissensansprüche und Normen sind den vielfältigen Darstellungsformen inhärent?

  • Wie verhalten sich computergestützte Praktiken zum literaturwissenschaftlichen Praxisgefüge?

Anhand von Call for Papers, Vorworten, Aufsätzen und Rezensionen werden unterschiedliche Praktiken, wie das Avisieren, Introduzieren, Interpretieren und Evaluieren untersucht. Mit dieser Zusammenstellung soll versucht werden, einen Einblick in die unterschiedlichen Stationen eines komplexen Forschungsprozesses samt seiner vielfältigen Darstellungsformen und multinormativen Modulierungen zu geben.










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GRK 1787
Literatur und Literaturvermittlung im Zeitalter der Digitalisierung
Heinrich-Düker-Weg 12
37073 Göttingen
Raum 1.211
Tel.: 0551 39-20790
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