Göttinger Centrum für Geschlechterforschung

Göttinger Centrum für Geschlechterforschung

GCG_LogoDas GCG ist eine interdisziplinäre Einrichtung der Georg-August-Universität Göttingen, die das Ziel verfolgt, Forschungsaktivitäten im Bereich der Geschlechterforschung am Göttingen Campus zu befördern.

Auf den folgenden Seiten finden Sie nähere Informationen zu unseren Aktivitäten, Zielen und Aufgaben. Einige interessante Informationen über uns finden Sie auch in unserem GCG-Info-Flyer (auf deutsch oder auf englisch).


News


CALL for Papers SoSe2019! GenderLabor im Hafenzimmer

Beim GenderLabor des Centrum für Geschlechterforschung haben Studierende und Nachwuchswissenschaftler*innen, die an der Universität Göttingen verortet sind und zum Themenfeld der Geschlechterforschung arbeiten, die Möglichkeit ihre Forschung zu präsentieren. Das GenderLabor versteht sich als offener Ort (auch) für Vortragsexperimente und die Diskussion unterschiedlicher geschlechtertheoretischer Perspektiven und Arbeitsweisen. Die Art und Weise der Präsentation obliegt den Eingeladenen. Falls gewünscht, werden Kommentator*innen und/oder Gesprächspartner*innen gemeinsam mit dem GenderLabor-Team ausfindig gemacht.
Formlose Bewerbungen mit Namen, Studiengang/wissenschaftlicher Disziplin, Titel des Vortrags (evtl. mit erläuterndem Untertitel) und kurzer Beschreibung (max. 400 Wörter) bitte bis zum 22. Feburar 2019 an die beiden (!) Emailadressen des Organisationsteams: Dr. Konstanze Hanitzsch & Dr. Daniela Döring .

Weitere Informationen finden Sie hier.


Verwandtschaft neu denken: Erfolg für interdisziplinäres Projekt im Landesprogramm „Zukunftsdiskurse“

verwandtschaft neu denken Prof. Dr. Inge Kroppenberg, Dr. Nikolaus Linder von der Juristischen Fakultät und die Anglistin und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Schaff von der Philosophischen Fakultät haben sich erfolgreich im Landesprogramm „Zukunftsdiskurse“ profiliert. Ihr interdisziplinäres Projekt „Verwandtschaft neu denken“, das sie als Mitglieder des Göttinger Centrums für Geschlechterforschung eingereicht haben, wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln der Volkswagen-Stiftung im Niedersächsischen Vorab mit 100.000 Euro gefördert. Die Forscherinnen und Forscher nehmen historische, literarische und populärkulturelle Erzählungen und Normierungen von Abstammung und Verwandtschaft in den Blick und fragen nach den Auswirkungen moderner Reproduktionstechniken auf das aktuelle Verhältnis von Biologie, Reproduktion und Genealogie. Eröffnet wird „Verwandtschaft neu denken“ mit der internationalen Konferenz Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations, die vom 14. bis 16. März 2019 in der Paulinerkirche stattfinden wird. Interessierte sind herzlich willkommen.


Weitere Informationen:
Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations
Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
Pressemitteilung der Universität Göttingen


Gender and Violence in the Contexts of Migration and Displacement

The Working papers series Gender Thoughts announces its first special issue titled Gender and Violence in Contexts of Migration and Displacement, edited by Susanne Hofmann and Hatice Pınar Şenoğuz. The working papers explore different forms of gender violence emphasising the role of power in relation to various kinds of gender violence, and paying attention to the intricate inequalities that structure victims’ lives. The authors contribute to intersectional and actor-focused understandings of gender violence in conditions of mobility within or across borders of nation states.

Content:
  • Introduction to the Special Issue: Gender and Violence in Contexts of Migration and Displacement by Dr. Susanne Hofmann & Dr. Hatice Pınar Şenoğuz

  • National Belonging and Violent Norms of Gendered Migrant Citizenship: Indonesian Migrant Domestic Workers’ Appropriation of a National Ritual by Samia Dinkelaker

  • Song of My Mother: Remembering and Representing the Forced Displacement and Resettlement of Kurdish Women by Tebessüm Yılmaz

  • Biopolitics and Displaced Bodies: Challenging Message and Representation in Refugee Art by Güler İnce



  • Statement des Göttingen Centrums für Geschlechterforschung zu sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt im Hochschulkontext

    Das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung (GCG) ist sich über das Ausmaß an sexualisierter Gewalt und sexueller Belästigung an Hochschulen und Universitäten bewusst. In einer Expertise der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wird das Erleben von sexualisierter Gewalt an Hochschulen als eine „schrecklich normale“ Erfahrung bezeichnet: Nach einem Länderbericht einer EU-weiten Studie über sexuelle Belästigung und Gewalt an weiblichen* Studierenden waren 54,7 % der befragten Studentinnen* – also jede zweite – während der Zeit des Studiums sexuell belästigt worden, 3,3 % erlebten sexualisierte Gewalt. Ebenso betroffen von Belästigung und Gewalt sind aber auch Personen, welche als „geschlechtsuntypisch“ wahrgenommen werden, insbesondere Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtliche Personen. Sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt gehen daher Hand in Hand mit anderen Formen der Diskriminierung (wie z. B. Rassismus oder Ableismus) und können durch diese zusätzlich verstärkt werden

    Sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung sind daher keine Einzelfälle an der Hochschule, sondern stellen eine Form der Machtausübung dar, die aus strukturellen Ungleichheitsverhältnissen und einer heteronormativen Geschlechterordnung hervorgeht. Universitäten sind nach wie vor durch Alltagssexismus und strukturelle Heteronormativität sowie die Unterrepräsentation von Frauen in leitenden Positionen – insbesondere auf der Ebene von Professor*innen – gekennzeichnet. Dazu kommen studienbedingte oder positionsbedingte Abhängigkeitsverhältnisse von Dozent*innen oder Vorgesetzten sowie insgesamt die prekären Beschäftigungsverhältnisse an deutschen Hochschulen, welche vorhandene Verletzungsoffenheiten zusätzlich verstärken. Nicht zuletzt auch weil die Hochschule als „rationaler Raum“ imaginiert wird, erscheint eine Thematisierung von sexualisierter Gewalt, sexueller Belästigung und anderen Formen der Diskriminierung und Abwertung hier besonders schwierig.

    Eine kontinuierliche wissenschaftliche Analyse von Geschlechterverhältnissen und die Beschäftigung mit Heteronormativität und intersektionalen Ungleichheitsverhältnissen stellt einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung solcher Strukturen dar. Das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung (GCG) setzt sich universitätspolitisch und forscherisch für eine Veränderung dieser Strukturen ein und möchte dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für Studium, Forschung und Lehre durch eine Stärkung von anti-diskriminatorischen und gleichstellungspolitischen Maßnahmen, Regelungen und einer Ethik und Politik der Achtung und Gleichstellung zu verändern, um Studium und Arbeit an der Hochschule unter respektvollen und die körperliche Integrität jeder*s Einzelnen achtenden Bedingungen zu fördern. Zur Förderung einer hochschulinternen und gesellschaftspolitischen Sichtbarkeit des Themas plant das GCG für das Sommersemester 2019 weitere Veranstaltungen zu sexueller Belästigung, sexualisierter Gewalt und Diskriminierung an Hochschulen.



    Verbot des Studienfachs Geschlechterforschung in Ungarn

    Im August verkündete Regierungschef Orbán es: Er will die Geschlechterforschung in Ungarn abschaffen. Er sieht sie als Angriff auf die "Fundamente der christlichen Familie". Das ungarische Netzwerk der Universitätsdozierenden konnte in kurzer Zeit viele Unterstützer_innen einer Petition gegen dieses Verbot mobilisieren und es sah zunächst so aus, als könne das Verbot nicht durchgesetzt werden. Nun hat sich die Lage verändert, wie der Deutschlandfunk und ZEIT ONLINE berichten: "Die Regierung von Viktor Orbán hat die Gender-Studies aus der Liste der zugelassenen Masterstudiengänge gestrichen."
    Eine Zusammenfassung über die Auseinandersetzung zu diesem Thema stellen wir hier zur Verfügung.