GISCA Occasional Paper Series

Die Göttingen Institute of Social and Cultural Anthropology (GISCA) Occasional Paper Series veröffentlicht exzellente Abschlussarbeiten der Studierenden, aktuelle Forschungsergebnisse der Forschenden und Lehrenden des Institutes sowie herausragende Vorträge aus dem Institutskolloquium.


Aktuelle Ausgaben:


GISCA 24 Christensen

GISCA No.24, 2019

Kapitel in Sammelband

Paul Christensen

"'We will never get rich if we follow Buddhism'. The Rise of Brahmanism in Cambodia"



This paper explores the growing demand for spirit rituals in Cambodia over the last two decades. Beginning with the fall of the Khmer Rouge regime in 1979, the author focuses on the revitalisation of “Brahmanism” (brahmaṇya-sāsanā), a term that in Cambodia describes religious practices involving spirits. Brahmanist practices have grown in popularity in parallel with the rapid revitalisation of Buddhism that has taken place since the end of the post-Khmer Rouge Vietnamese occupation of Cambodia in 1989. The author argues that the influence of ideas of pāramī, or spiritual power, is a significant reason for the popularity of Brahmanist rituals. In contrast to Buddhist practice which places emphasis on the accumulation of merit (puṇya), spirits and their human mediums may provide immediate cures, or help in the accumulation of power and money. Hence Brahmanism is appealing to many Cambodians – as the title of the paper suggests – because their offerings are traded for more immediate benefits than Buddhist merit-making. Because of their flexibility, Brahmanist rituals have been easily adapted to the new capitalist market, which was ‘liberalized’ in the 1990s. Unlike the well-documented development of Buddhism, the revitalization of Brahmanism has gone rather unnoticed by scholars of Cambodia. Nonetheless, it has become a modern phenomenon that provides revealing insights into a society that finds itself in politically troubled times.






GISCA 23 Jákli

GISCA No.23, 2019

Masterarbeit

Daniel Jákli

"Alles nicht so rosig. Nachbarschaft und Ressourcenkonflikte in der Naivasharegion, Kenia"



Die Region um den Naivashasee ist das wichtigste Anbaugebiet für Schnittblumen in Kenia. Neben der Schnittblumenindustrie existieren allerdings noch weitere wichtige Wirtschaftszweige in Naivasha wie der Tourismus, die Fischerei und die Energiegewinnung durch Geothermie, die alle um die knapper werdenden Ressourcen wie Wasser, Land und Wildtiere sowie die zukünftige Gestaltung der Region konkurrieren. Überdies hinaus hat die Nationalregierung mit dem Bau eines Industrieparks und eines Trockenhafens in Naivasha eigene Pläne für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Mit Hilfe des von Echi Gabbert entwickelten Ansatzes der globalen Nachbarschaft und Bourdieus Feld- und Kapitaltheorie werden in dieser Arbeit die verschiedenen Akteure und Interessensgruppen beleuchtet und ihre nachbarschaftlichen Beziehungen untereinander sowie ihre verschiedenen Machtpositionen herausgearbeitet. Dabei wird argumentiert, dass in Naivasha Nachbarschaft in erster Linie Konkurrenz sowie Unsicherheit bedeutet und die eigenen Vorstellungen und Interessen nur durch das geschickte Akkumulieren und Einsetzen der verschiedenen Kapitalsorten – ökonomisches, soziales, kulturelles und symbolisches – durchgesetzt werden können.






GISCA 22 Wartenberg

GISCA No.22, 2019

Bachelorarbeit

Josefine Wartenberg

"Das Konvolut Leonhard Schultze Jena - Eine kolonialzeitliche Spurensuche in der Ethnologischen Sammlung Göttingen"



Zum Bestand der Ethnologischen Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen zählen eine Reihe von Gegenständen, die der deutsche Zoologe, Ethnologe und Geograf Leonhard Schultze Jena (1872-1955) auf seinen umfassenden Forschungsreisen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den ehemaligen Kolonien Deutsch-Neuguinea und Deutsch- Südwestafrika zusammengetragen und ab 1937 nach Göttingen verkauft hat. Die Arbeit stellt die Frage, wie diese Gegenstände nach Deutschland kamen und welche Interessen die Forschungstätigkeiten ihres Sammlers leiteten. Die vorhandenen Objekte werden dabei in einen größeren Zusammenhang gestellt: Anhand von Schultze Jenas Veröffentlichungen werden sowohl dessen Beziehungen und Einstellungen zur indigenen Bevölkerung als auch zur kolonialen Verwaltung aufgezeigt. Auf diese Weise wird beispielhaft analysiert, wie die Praxis des ethnografischen Sammelns und der Kolonialismus als Ideologie und als System miteinander verwoben waren.