Abteilung für Römisches und Gemeines Recht

Abteilung für Römisches und Gemeines Recht

Seminar im Schwerpunktbereich 1 im Wintersemester 2017/18:
Sklaverei und Sklavenrecht in Rom


Sklaven in Rom
Nach römischer Überzeugung waren alle Menschen von Natur aus frei. Dabei wurde die Sklaverei von niemandem in Rom ernsthaft in Zweifel gezogen. Diesen Widerspruch, der das gesamte Zivilrecht durchzog, überbrückten die Juristen mit einer Unterscheidung: Dem natürlichen Recht (_ius naturale_), welchem zufolge die Menschen frei und gleich seien, stellten sie das allgemeine Recht der Völker (_ius gentium_) gegenüber. Dort war die Sklaverei beheimatet, „eine Institution \[…], durch welche jemand wider die Natur einer fremden Herrschaft unterworfen ist” (Inst. I 3, 2). Dementsprechend waren Sklaven Mitteldinge zwischen Personen und Sachen (_res animata_), die in einer Vielzahl von Berufen zum Einsatz kamen und – nach ihrer Freilassung – regelmäßig in das römische Bürgerrecht aufgenommen wurden.
Neben rechtlichen Fragen rund um die Sklaverei widmet sich das Seminar daher ganz besonders der gesellschaftlichen Stellung von Sklavinnen und Sklaven und dem Wandel ihrer wirtschaftlichen Bedeutung von der Republik bis in die späte Kaiserzeit.


Im Rahmen des Seminars können Seminar- und Studienarbeiten nach der SchwPrO im Schwerpunktbereich 1 (Historische und philosophische Grundlagen des Rechts) sowie vorbereitende Seminararbeiten (Voraussetzung für die spätere Ausgabe einer Studienarbeit) geschrieben werden. Die Veranstaltung steht auch Bachelor- und Masterstudierenden offen.

Für eine (unverbindliche) Anmeldung senden Sie bitte eine Mail an unser Sekretariat. Die Vorbesprechung findet am Mi., 01.11.2017 um 12 c.t. Uhr im Seminarraum 1.123, Weender Landstraße 2 (Altes Auditorium) statt.

Seminarankündigung


Antrittsvorlesung "Die Plastik des Rechts" erschienen


Plastik des Rechts In den letzten Tagen des Jahres 1858 verfasste Rudolf von Jhering im Auftrag der Gießener Spruchfakultät ein Rechtsgutachten, das ihm, dem brillanten Pandektisten, ungewohnte Mühe bereitete und ihm sein gesamtes juristisches Können abverlangte. Im später so genannten Schiffspartenfall, einem Klassiker des Zivilrechts, ging es um die Gefahrtragung beim Doppelverkauf bei unverschuldetem Untergang der Kaufsache. Der Fall lässt sich heute ohne weiteres lösen; für Jhering aber lag das dogmatische Rüstzeug noch nicht bereit, er musste es sich selbst mit großem Aufwand zurechtlegen. Das Erlebnis war prägend und wirkte lange nach. Es bewog Jhering nicht nur zu seinem berühmten ›Umschwung‹, sondern veränderte auch sein Verständnis von Geschichte und Recht nachhaltig. Die Antrittsvorlesung wirft einen Blick in die Werkstatt eines der bedeutendsten Juristen des 19. Jahrhunderts. Mit der erstmaligen Edition des Gutachtens lässt sich der ›Umschwung‹ nun plastisch nachvollziehen.

Flyer