Abteilung für Römisches und Gemeines Recht "Franz Wieacker"
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Podiumsdiskussion: Recht als kulturwissenschaftliche Kategorie


Plakat_Podiumsdiskussion Rechtskultur ist ein schillernder Begriff. Obwohl weit verbreitet wird er in vielen Verlautbarungen überaus kritisch behandelt. Kultur und Recht stünden grundsätzlich in einem „problematischen Verhältnis“. Niemand wisse, was „Rechtskultur“ eigentlich sei; dass der Begriff von verschiedensten Theorien und Denkrichtungen in Anspruch genommen werde, zeige nur seine Beliebigkeit. Überhaupt handle es sich bei Kultur ja um „einen der schlimmsten Begriffe, die je gebildet worden sind“, so das Verdikt des nicht nur in der deutschsprachigen Rechtstheorie überaus hoch geschätzten Soziologen Niklas Luhmann (Die Kunst der Gesellschaft, 1995, 397f.). Hat der Kulturbegriff für die Rechtswissenschaft also überhaupt einen heuristischen Wert? Lassen sich rechtliche Phänomene mit Hilfe kulturwissenschaftlicher Techniken gar adäquater und genauer beschreiben als in den bewährten Terminologien der juristischen Dogmatik und der (Rechts-)soziologie? Und umgekehrt: Welche Gewinne können Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der theoretischen Beschäftigung mit der Dimension Recht ziehen? Diese und andere Fragen zum Thema „Recht als kulturwissenschaftliche Kategorie“ werden von Rechtshistoriker/-innen und Literaturwissenschaftler/-innen in der Podiumsdiskussion erörtert. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für die Theorie und Methode der Kulturwissenschaften (ZTMK) veranstaltet. Wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme.

Podiumsdiskussion
Mittwoch, 25. Januar 2017, 18-20 Uhr, ZHG 008

Inge Kroppenberg
(Rechtswissenschaft, Göttingen)
Barbara Schaff (Anglistik, Göttingen)
Kent Lerch (Rechtswissenschaft, Frankfurt)
Arild Linneberg (Linguistic/Literary/Aesthetic Studies, Bergen)

Moderation: Nikolaus Linder (Rechtswissenschaft, Göttingen)



Seminar im SP 1 im Sommersemester 2017:
Juristendichter und Juristendichterinnen
Grenzgänge zwischen Recht und Literatur



Seminarbild SS2017 Vergleichende Gegenüberstellungen von Recht und Literatur haben in Deutschland eine lange Tradition. Interessiert haben sich dafür vor allem Vertreter der juristischen Germanistik, unter ihnen Eugen Wohlhaupter, von dem der Ausdruck Dichterjurist stammt. Im weiteren Sinne waren damit studierte Juristen gemeint, die als Epiker, Lyriker oder Dramatiker in Erscheinung traten. Im engeren Sinn bezeichnete der Ausdruck Personen, die neben ihrem dichterischen Schaffen zugleich in Rechtsberufen tätig waren und sind. Mit ihnen beschäftigt sich das geplante Seminar. Hier sollen Werke ausgewählter Juristendichter und –dichterinnen einerseits auf ihren rechtlichen Gehalt hin untersucht und kritisiert werden (law in literature). Anderseits geht es darum, Muster und Strukturen des Juridischen in literarischen Texten aufzusuchen, zu beschreiben und zu kritisieren (law as literature)

Im Rahmen des Seminars können Seminar- und Studienarbeiten nach der SchwPrO im Schwerpunktbereich 1 (Historische und philosophische Grundlagen des Rechts) sowie vorbereitende Seminararbeiten (Voraussetzung für die spätere Ausgabe einer Studienarbeit) geschrieben werden. Die Veranstaltung steht auch Bachelor- und Masterstudierenden offen.

Für eine (unverbindliche) Anmeldung senden Sie bitte eine Mail an unser Sekretariat. Die Vorbesprechung findet am 25.01.2017 um 12 s.t. Uhr im Seminarraum 1.123, Weender Landstraße 2 (Altes Auditorium) statt.

Seminarankündigung



Antrittsvorlesung "Die Plastik des Rechts" erschienen


Plastik des Rechts In den letzten Tagen des Jahres 1858 verfasste Rudolf von Jhering im Auftrag der Gießener Spruchfakultät ein Rechtsgutachten, das ihm, dem brillanten Pandektisten, ungewohnte Mühe bereitete und ihm sein gesamtes juristisches Können abverlangte. Im später so genannten Schiffspartenfall, einem Klassiker des Zivilrechts, ging es um die Gefahrtragung beim Doppelverkauf bei unverschuldetem Untergang der Kaufsache. Der Fall lässt sich heute ohne weiteres lösen; für Jhering aber lag das dogmatische Rüstzeug noch nicht bereit, er musste es sich selbst mit großem Aufwand zurechtlegen. Das Erlebnis war prägend und wirkte lange nach. Es bewog Jhering nicht nur zu seinem berühmten ›Umschwung‹, sondern veränderte auch sein Verständnis von Geschichte und Recht nachhaltig. Die Antrittsvorlesung wirft einen Blick in die Werkstatt eines der bedeutendsten Juristen des 19. Jahrhunderts. Mit der erstmaligen Edition des Gutachtens lässt sich der ›Umschwung‹ nun plastisch nachvollziehen.

Flyer