Abteilung für Römisches und Gemeines Recht

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Zusätzliches Kolloquium im WS 2018/2019: Common Law und Equity. Historische Grundlagen des englischen Rechts


William HogarthDer Blick der kontinentalen Juristen auf das Common Law hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach gewandelt. Nachdem man traditionell die grundlegenden Gegensätze betont und darin ein unüberwindliches Hindernis für eine rechtliche Annäherung gesehen hatte, schienen europäische Integration und zunehmende europäische Rechtsvereinheitlichung zwischenzeitlich zu einer Konvergenz der Rechtssysteme zu führen. Mit dem Brexit ist nun alles wieder offen. Diese Gemengelage erlaubt es uns, einen kritischen Blick auf die Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen dem Common Law und den kontinentaleuropäischen Rechtsordnungen zu werfen und diese historisch-rechtsvergleichend zu situieren.

Das Kolloquium wird während des Forschungssemesters von Frau Prof. Dr. Kroppenberg im WS 2018/2019 von Herrn Dr. Kent Lerch angeboten. Die Zusatzveranstaltung richtet sich an Studierende der Rechtswissenschaften im Pflichtfach und im Schwerpunktbereich 1 (Historische und philosophische Grundlagen des Rechts). Es können vorbereitende Leistungen erbracht werden.



Seminar im WS 2018/2019: „Verwandt machen“ – Adoption in Recht und Literatur


Seminar WS2018/19Genealogische Erzählungen gehören zu den ältesten narrativen Formen der Welt. Sie bilden Grundbedürfnisse der Menschen nach dem Wissen über den eigenen Ursprung ab. Auch im Recht spielt Genealogie eine zentrale Rolle. In der christlich-jüdischen Rechtstradition sind Abstammung und Verwandtschaft synonym mit Blutsverwandtschaft. Sie ist die Grundlage für den Status, das hierarchische Verhältnis zwischen Personen, das allen intergenerationellen Rechtsbeziehungen zugrunde liegt.

Dieses althergebrachte Verständnis verwandtschaftlicher Zuordnung ist freilich nicht erst mit den modernen Reproduktionstechnologien fragwürdig geworden. Bereits viel früher begegnet mit dem Institut der Adoption die Technik des ‚Verwandt-Machens’ schlechthin. An ihr lässt sich beispielhaft studieren, wie Abstammungsverhältnisse jenseits biologischer Determination sozial konstruiert werden. Als Thema literarischer Auseinandersetzung hat es eine überaus interessante und wendungsreiche Geschichte, der sich das interdisziplinäre Seminar am Beispiel von zehn Texten widmet.

Das Seminar ist interdisziplinär angelegt und findet semesterbegleitend wöchentlich am Donnerstag von 14 bis 16 Uhr statt. Federführend sind die Lehrstühle Kroppenberg (Rechtsgeschichte) und Schaff (British Literature and Culture). Am Seminar werden maximal je zehn Studierende der Rechtswissenschaften und der Anglistik teilnehmen, die die einzelnen Themen in Tandems bearbeiten, d.h. zu jedem Text werden je ein juristisches und ein literaturwissenschaftliches Thema ausgegeben. Im Seminar werden die Arbeiten gemeinsam präsentiert.

Die Vorbesprechung findet am Donnerstag, 18. Oktober 2018, um 14 c.t. Uhr, im Seminarraum des Alten Auditoriums (AUDI 1.123) statt. Um Voranmeldung wird per E-Mail: Sekretariat gebeten.

Seminarankündigung



Internationales Symposium JHERING GLOBAL am 6. und 7. September 2018 in Hannover


Antrittsvorlesung Auch zweihundert Jahre nach seiner Geburt gehört Rudolf von Jhering (1818-1892) zu den ganz wenigen Rechtsgelehrten deutscher Sprache, dessen Werk global rezipiert wurde und nicht nur Juristinnen und Juristen auf der ganzen Welt bis heute nachhaltig beschäftigt.
Die Wissenschaft des Göttinger Rechtsprofessors hat gleich in zweifacher Hinsicht Grenzen gesprengt: nationale Grenzen im Sinne eines bisher nur in Ansätzen erforschten Legal transfer in Europa, Amerika und Asien sowie Disziplinengrenzen, wenn sie etwa die Soziologie oder die Kulturanthropologie mit Impulsen versorgte. Diese Gemengelage bildete, neben dem runden Geburtstag, den Anlass zur Ausrichtung eines internationalen Symposiums unter dem Titel Jhering Global. Es fand am 6. und 7. September 2018 an der Leibniz-Universität Hannover statt. An dieser Stelle bedanken wir uns bei den Referierenden und Mitwirkenden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Tagung.

Hier können Sie den Flyer mit dem Programm herunterladen.