Philosophische Fakultät

Feministische Ausstellungsstücke

In der Vitrine in der Bereichsbibliothek des Kulturwissenschaftlichen Zentrums (KWZ), finden sich in regelmäßigen Abständen Ausstellungsstücke zu verschiedenen Themen rund um Feminismus und Diversität. DIe Vitrine kann jeweils zu den Öffnungszeiten der Bibliothek besucht werden.

Aktuelle Ausstellung: Feministische Zines


„Zine“ steht als Abkürzung für Magazine oder Fanzine und bezeichnet eine selbst geschriebene, gestaltete, gebastelte und am Ende selbst veröffentlichte Publikation..Sie sind Teil einer DIY-Bewegung, die entgegen kommerzieller Mainstream-Angebote und Massenmedien selbstorganisiert, autodidaktisch und selbstbestimmt in Eigeninitiative Gegenkulturen schafft. In Zines wird sich oft einem bestimmten Thema gewidmet und dieses aus kreativer, persönlicher oder politische Sichtweise beleuchtet. Gleichzeitig dienen Zines oft dazu, die Leser*innen über ein bestimmtes Thema aufzuklären. Besonders verschiedenen Subkulturen, marginalisierten Gruppen innerhalb der Gesellschaft, aber auch Individuen dienten Zines als Medium als ein Sprachrohr, um ihnen wichtige Anliegen zu thematisieren und ihre Sicht der Dinge aus persönlicher Sicht darzustellen. Dabei haben Zines aber explizit keinen wissenschaftlichen Anspruch.
Bedeutung der Zines für die feministische Bewegung Obwohl Zines in verschiedenen Subkulturen als zentrales Austauschmedium dienen und besonders als Fanzines für bestimmte Musiker*innen bekannt sind, hatten und haben Zines vor allem für feministische, queere und homosexuelle Bewegungen eine große Bedeutung. Neben dem Informationszweck, dienten sie vor allem auch dem Austausch über, und der Definition der eigenen Identität. In den 1990er Jahren waren sie vor allem weit verbreitet in der Riot-Grrrl Bewegung. Viele junge Frauen* gestalteten eigene Zines, die sie untereinander austauschten. In den Zines thematisierten sie die eigenen Interessen, Ziele, Wünsche, Hoffnungen und Kämpfe: Die Zines hatten so einen explizit politischen und empowernden Anspruch. Gestaltung von Zines
Der Phantasie sind bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt und so zeichnen sich Zines in ihrem äußeren Erscheinungsbild dadurch aus, dass die Autor*innen und Gestalter*innen sich auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen sehr kreativ mit dem Thema ihres Zines auseinandersetzen und die Gestaltungsformen sich unterstützend mit dem Thema beschäftigen. Neben Collagen, Bildern, Zeichnungen und Comics finden sich demnach auch Grafiken und Diagramme, die in Texten aufgeworfene Thesen unterstützen.

Vergangene Ausstellung: Kassetten-Box

Das Ausstellungsstück ist in den 1990er Jahren entstanden: Das autonome Frauen- und Lesbenreferat des AStA legte damals eine Sammlung von Kassetten und Mixtapes an. Auf den Kassetten findet sich ein breiter Mix unterschiedlichster Musikrichtungen. Ob Funk, Soul, Grunge, Disco Sound: (fast) alles wurde gehört und dazu getanzt. ?Bitte keine Kassetten klauen!? ? war die Aufforderung, der leider kaum nachgekommen wurde: die gesamten Kassenhüllen auf der linken Seite sind leer. Der Musikmix war eben einfach zu gut! Ganz im Stil der 1990er Jahre, wurde die Kassetten-Box mit Bildern und Aufschriften verziert und mit Musik gefüllt, um die Räume des universitären und gesellschaftlichen Lebens, Partys und Treffen mit den eigenen Soundwelten zu erfüllen. So haben Studierende schon immer für eigene, autonome Räume gekämpft. Eine Möglichkeit diese Räume zu gestalten und auszufüllen liegt hier in der Vitrine aus. An der angrenzenden Hörstation kann zudem in einige, ausgewählte Lieder reingehehört werden.