Presseinformation: Alltag in Afrika

Nr. 179 - 18.09.2019

Schenkung an die Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen

 

(pug) Mehr als 200 Objekte aus dem Nachlass von Prof. Dr. Ulrich Braukämper (1944 bis 2018) zählen nun zum Bestand der Ethnologischen Sammlung der Universität Göttingen. Der renommierte Afrikanist, der von 1995 bis 2009 hier Professor für Ethnologie war, hat die meisten Gegenstände in Äthiopien, dem Sudan und Nigeria zusammengetragen. Die Objekte spiegeln überwiegend den Alltag ihrer Hersteller und Nutzer wider: Neben zahlreichen Körben, Tassen und Tellern gibt es Pfeifen, Kaffeekannen, Schmuckgegenstände und Nackenstützen verschiedener Ethnien. Zu den Prunkstücken zählen Kamelsättel, Würdeabzeichen und Masken.

 

„Wir danken Ulrich Braukämper sehr, dass er uns diese umfassende Sammlung vermacht hat“, so Dr. Michael Kraus, Kustos der Ethnologischen Sammlung. „Wir planen aktuell unsere neue Dauerausstellung. Dabei sollen die historischen Spitzenstücke der Sammlung ebenso berücksichtigt und in neuer Gestaltung präsentiert werden wie Entwicklungen und Fragestellungen der Gegenwart.“ Die Objekte, die Braukämper in seiner fast 50-jährigen Forschungs- und Reisetätigkeit auf dem afrikanischen Kontinent erworben hat, sind gut dokumentiert. Sie ermöglichen es, die Lebensformen in verschiedenen Regionen Afrikas, aber auch Veränderungen in der Lebensgestaltung der jeweiligen Ethnien zu veranschaulichen. „Dass Braukämper die Objekte selbst zu Lebzeiten alle noch akribisch auf Karteikarten verzeichnet hat, macht die Sammlung für die wissenschaftliche Arbeit besonders wertvoll,“ erklärt Kraus.

 

Braukämper hatte vor seiner Göttinger Zeit an den Universitäten in Frankfurt am Main und London sowie für mehrere Jahre als Museumsleiter in Khartoum, der Hauptstadt des Sudan, gearbeitet. Vor allem das südliche Äthiopien, aber auch der Sudan, Somalia, Nigeria, Kamerun und Burkina Faso zählten zu seinen Forschungsgebieten. Noch 2015 erschien sein Buch „Afrika 1914–1918: Antikolonialer Widerstand jenseits der Weltkriegsfronten“. Nach schwerer Krankheit war Braukämper im Oktober 2018 in Göttingen verstorben. „Seine Sammlung ist nun Teil des Instituts, das er selbst lange Zeit leitete. Sie wird – wie von ihm gewünscht – von Menschen erzählen, deren Alltag er in Afrika viele Jahre geteilt hatte,“ so Kraus. Darüber hinaus erinnern Braukämpers Objekte an einen international anerkannten Sammler und Wissenschaftler sowie an ein engagiertes Mitglied des Fördervereins, der Göttinger Gesellschaft für Völkerkunde.

 

Kontakt:

Dr. Michael Kraus

Ethnologische Sammlung der Universität Göttingen

Theaterplatz 15, 37073 Göttingen, Telefon: (0551) 39-27894

E-Mail: mkraus@sowi.uni-goettingen.de

Internet: www.uni-goettingen.de/de/28899.html