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International, interdisziplinär, intensiv: Master/Ph.D. Neurowissenschaften

Zum WS 2000/2001 hat die Universität Göttingen zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft den internationalen Master/Ph.D. Studiengang 'Neurosciences' (Neurowissenschaften) eingerichtet. Der Studiengang führt Absolventen mit einem B.Sc. oder einem Äquivalent innerhalb von 18 Monaten zum Master of Science (M.Sc.) und innerhalb von vier Jahren zum Doctorate of Philosophy (Ph.D.) beziehungsweise Dr. rer. nat. Studierende der Medizin können nach einem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums und des Ph.D.-Studiengangs alternativ die Verleihung des Titels „Medical Doctor – Doctor of Philosophy (MD-Ph.D.) beantragen. Ziel des Studiengangs ist es, das Studium zu internationalisieren, die Studienzeit zu verkürzen und eine forschungsnahe Ausbildung zu gewährleisten. An dem interdisziplinären Studiengang beteiligen sich die Fakultäten für Biologie, Medizin und Physik, das Deutsche Primatenzentrum, das European Neuroscience Institut sowie die Max-Planck Institute für Biophysikalische Chemie und für Experimentelle Medizin. Der Studiengang ist zugleich eine International Max Planck Research School.

Maximal 20 Studierende werden pro Jahr aufgenommen, ungefähr die Hälfte von ihnen stammt aus dem Ausland. Sämtliche Veranstaltungen sind englischsprachig. Durch eine Aufhebung der Semesterstruktur und die Integration verschiedener Fächer in ein einheitlich aufgebautes Lehrangebot wird die Studienzeit verkürzt.

Das Studium ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Studienjahr finden innerhalb von 36 Wochen Vorlesungen, Tutorien, Seminare, Methodenpraktika und individuell betreute Forschungsprojekte statt. Dabei steht die intensive praktische Ausbildung im Vordergrund. Laborrotationen und Einzelbetreuung sowie die Einbindung von Dozenten aus Max-Planck-Instituten in das Lehrangebot garantieren Praxisnähe und intensive Forschungsarbeit. Der enge Kontakt zwischen Studierenden und Dozenten, die Arbeit in Kleingruppen, intensive Studienberatung und Betreuung sowie Kontakt zu ausländischen Gastwissenschaftlern sollen die fachliche und soziale Integration fördern.

Das erste Studienjahr schließt mit einer schriftlichen und zwei mündlichen Prüfungen ab, die für die Abfassung der Master’s Thesis, einer sechsmonatigen wissenschaftlichen Arbeit, qualifizieren. Diese kann bei Studierenden, die mit einem berufsqualifizierenden Abschluss (B.Sc.) in den Studiengang aufgenommen werden, entfallen, so dass sie direkt in den dreijährigen Promotionsstudiengang überwechseln können.

Im Promotionsabschnitt wird die Promotion durch ein 'Thesis-Committee' begleitet, das aus dem Betreuer der Arbeit und zwei weiteren Dozenten des Studiengangs besteht. Auch die frühzeitige Teilnahme an wissenschaftlichen Tagungen und Kursen sowie das Publizieren in internationalen Fachzeitschriften gehören zu den Voraussetzungen eines Ph.D.-Abschlusses. Der Promotionsstudiengang ermöglicht ferner Forschungsaufenthalte in ausländischen Gastlabors.

Ein besonders wichtiger Bestandteil des geplanten Studiengangs ist die soziale Integration. Eine Koordinationsstelle hilft den Studierenden bei ihrem Start in Göttingen. Ein mehrwöchiges Orientierungsprogramm vor Studienbeginn bietet, zusätzlich zu dem Angebot eines intensiven Deutschkurses, die Gelegenheit, die Stadt Göttingen und ihre Universität kennen zu lernen.

Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen (MWK) fördert die ersten drei Jahrgänge des Promotionsstudiengangs mit insgesamt 15 Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendien.