Forschung


Romantische Klassizisten: Die Brüder Franz und Johannes Riepenhausen. Das künstlerische Werk im Kontext des Epochenumbruchs

(gefördert durch Pro*Niedersachsen)

Leitung: Prof. Dr. Michael Thimann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Ulf Dingerdissen
Laufzeit: Mai 2019 bis April 2021



Riepenhausen Collage schmal

Romantische Klassizisten! Oder doch besser klassizistische Romantiker? – Obwohl die Göttinger Malerbrüder Franz und Johannes Riepenhausen den von Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck umrissenen Entwurf eines romantischen Künstlers geradezu paradigmatisch auf ihr eigenes Künstlerleben übertragen, indem sie etwa zum Katholizismus konvertieren oder versuchen, ihren individuellen Stil zugunsten eines gemeinschaftlichen aufzugeben, bereitet die Verortung ihres Schaffens durchaus Schwierigkeiten: Freundschaftlich, intellektuell und vor allem künstlerisch bewegt sich das Brüderpaar zwischen Johann Wolfgang von Goethe und den Brüdern Friedrich und August Wilhelm Schlegel, dem klassischen Weimar und dem frühromantischen Dresden, zwischen Göttingen und Rom, zwischen Antike und früher Neuzeit. Und obwohl die Brüder Riepenhausen ohne Frage die bedeutendsten niedersächsischen Künstler der Goethezeit mit einem umfangreichen Oeuvre von internationalen Ausstrahlung sind, liegt bislang kein Verzeichnis ihrer Arbeiten vor. Mehr...



Kunst als Wissenschaftspraxis. Carl Oesterley (1805-1891) und die Begründung der Kunstwissenschaft im 19. Jahrhundert

(gefördert durch Pro*Niedersachsen)

Leitung: Prof. Dr. Michael Thimann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Katja Mikolajczak
Kuratorische Betreuung: Dr. Anne-Katrin Sors
Laufzeit: März 2016 bis Februar 2018



Collage Oesterley schmal

Ziel des Projekts sind die Er­schließung und Er­forschung des künstlerischen sowie kunst­wissen­schaft­lichen Schaffens von Carl Wilhelm Oesterley (1805-1891), einem der bedeutendsten nieder­sächsischen Künstler des 19. Jahr­hunderts. Oesterley ist eine paradig­matische Figur, da er in Personal­union Künstler und Wissen­schaftler war. Er gehört damit in die Reihe der bedeutenden 'Wissenschafts­künstler' der Romantik wie Johann David Passa­vant, Carl Friedrich von Rumohr und Johann Anton Ram­boux, die praktisches Arbeiten mit historischer For­schung und Reflexion über die Geschichte der Kunst ver­bunden haben und so von Künstlern zu Historikern wurden. Oesterley ist Ver­treter einer Generation, in der das historische Arbeiten und das Interesse für die Geschichtlich­keit der Kunst zu­nehmend in ein Konkurrenz­ver­hältnis zur eigenen künstlerischen Tätig­keit traten. Doch zeichnet Oesterley aus, dass er die Malerei nie auf­ge­geben hat, um sich allein der historischen Wissen­schaft zu­zu­wenden. Mehr...



Künstlerwissen und Künstlerlektüre im Rom des 19. Jahrhunderts. Die Bibliothek des Deutschen Künstlervereins und ihr wissensgeschichtlicher Kontext

(gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Leitung: Prof. Dr. Michael Thimann in Zusammenarbeit mit Dr. Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Ulf Dingerdissen

Künstlerwissen Collage schmal

Sofort nach seiner Kon­stitution im Jahr 1845 begann der Deu­tsche Künstler­verein, für seine Mit­glieder eine Bib­liothek auf­zubauen. Diese Bücher­sammlung war die dritte, die im 19. Jahr­hundert für die in Rom wirkenden deutsch­sprachigen Künstler an­gelegt wurde. Zuvor waren bereits 1821 vor­nehmlich dank der Initiative des preuß­ischen Dip­lomaten Christian Carl Josias Bunsen und des Malers Johann David Passa­vants auf dem Kapitol die Bib­liothek der Deu­tschen sowie 1832 unter der Schirm­herrschaft König Ludwigs I. von Bayern auf der Villa Malta die Bib­liothek der Deu­tschen Künstler ge­gründet worden. Im Jahr 1900 wurden dem Deutschen Künstler­verein schließ­lich die beiden älteren Bib­liotheken über­eignet und die einzelnen Be­stände zu einer um­fassenden Künstler­bibliothek zusammen­geführt. Mehr...



Die Werke aus Stein im Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM) Braunschweig

Projektpartner:
Prof. Dr. Manfred Luchterhandt, Prof. Dr. Carsten-Peter Warncke, Prof. Dr. Jochen Luckhardt, Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig

Mitarbeiter: Dr. Kerstin Grein, Dr. Marion Hilliges
Wissenschaftliche Hilfskraft: Sophie Jennert

  • Zur Projektseite des Herzog Anton Ulrich-Museums

    • HAUM Stein Collage

      Ziel dieses Gemein­schafts­projekts von Museum und Uni­versität ist die Publi­kation eines Bestand­kataloges für die Stein­skulpturen des HAUM in Braun­schweig, das 2017 neu er­öffnet wird. Die Publi­kation schließt die Er­arbeitung der fürstlich­en Sammlungs­geschi­chte und thema­tische Unter­such­ungen einzelner Werk­gruppen ein. Das Projekt setzt die 2013 ab­geschlossene Pu­blikation der Glas­kunstbestände fort und wird von der Stiftung Nieder­sachsen mit 198.000 € ge­fördert. Die Pu­blika­tion wird von Stu­dieren­den unter Be­treuung von Wissen­schaftlern aus Museum und Uni­versität und in Zusammen­arbeit mit aus­wärtigen Fach­leuten ge­meinsam er­stellt. Sie um­fasst die grund­legende Er­schließung des Be­standes von 202 Ob­jekten (Da­tierung, Künstler, Her­kunft, Iko­nogra­phie, Vor­bilder etc.), aber auch Unter­suchungen zu Kunst­markt und Sammlungs­geschichte, zu Erwerb, Gebrauch und Be­deutung bestimmter Objekt­klassen am fürstli­chen Hof der Frühen Neu­zeit.


      Das Sammeln von Druckgraphik in der Frühen Neuzeit

      Ein Kooperationsprojekt des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig, der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, der Georg-August-Universität Göttingen und des Bildarchivs Foto Marburg

      (Gefördert durch: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur/ Niedersächsisches Vorab der VolkswagenStiftung)

      Leitung in Göttingen: PD Dr. Arwed Arnulf

      Sammeln Druckgraphik Collage

      Das im April 2014 begonnene For­schungs­projekt "Das Sammeln von Druck­graphik in der Frühen Neu­zeit" be­schäftigt sich mit Formen, Funk­tionen und Charak­teris­tika früh­neu­zeit­licher Druck­graphik­samm­lungen. Das Pro­jekt ist Teil des For­schungs­ver­bundes "Kupfer­stichkabinett online - Virtue­lle Wieder­ver­einigung der Gra­phik­sammlung der Her­zöge von Braun­schweig-Wolfen­büttel", in dem seit mehreren Jahren die Druck­graphik­be­stände der Herzog August Bib­liothek in Wolfen­büttel und die­jenigen des Herzog Anton Ulrich-Museums in einer Online-Bild­daten­bank er­fasst werden. Auf der Basis dieser Daten sowie durch Hin­zu­ziehung von Ar­chi­valien werden die Braun­schweiger und Wolfen­bütteler Samm­lung des Her­zogs Carl I. sowie jene des Her­zogs Ferdinand Albrecht unter samm­lungs­his­torischen Frage­stellungen er­forscht, d.h.: Wie sammelten die Herzöge Druck­graphik, was genau er­warben sie und mit welchen Vor­stellungen und Zielen taten sie es? Und schließlich: Wie stellt sich ihre Sammel­tätig­keit im Kon­text anderer fürstlicher Graphik­samm­lungen dar?
      Die Erforschung von Graphik­sammlungen hat in den letzten Jahren er­heb­lichen Auf­trieb er­halten und etabliert sich als For­schungs­gegen­stand im uni­versi­tären Betrieb, gerade auch im Kon­text inter- und trans­disziplinärer Wissens­forschung, da Graphik­sammlungen zu­nehmend als historische Bild­archive in den Blick rücken.
      Der Forschungsstandort Göttingen zieht dabei Nutzen aus dem einmaligen Um­stand, dass sich auf Grund­lage der digi­talen Er­schließ­ungs­arbeit in Braun­schweig und Wolfen­büttel nun­mehr die Funktions­geschichte nicht nur von einzelnen Graphiken sondern von ganzen Bild­gattungen neu be­werten lässt. Die Göttinger Seite wiederum kann Schwer­punkt­setzungen in der Sammlung historisch er­klären helfen, so dass sich durch den gegen­seitigen Ab­gleich der Be­funde die Mög­lich­keit für eine kontext­orientierte Er­forschung der Be­stände eröffnet.



      Bestandskatalog der italienischen Gemälde der Göttinger Kunstsammlung

      Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“

      Wintersemester 2014/2015

      Betreuung: Dr. Christine Hübner, Lisa Roemer M.A.
      Leitung: Prof. Dr. Michael Thimann


      Italiener Collage

      Die Göttinger Kunst­sammlung besitzt ca. 30 Gemälde italienischer Künstler vom 14. bis zum 19. Jahr­hundert. Die Kunst­werke sind von unter­schiedlicher Her­kunft: einige wenige Gemälde kamen bereits im Februar 1796 im Rahmen des Nach­lasses des Sekretärs am Ober­appelations­gericht in Celle, Johann Wilhelm Zschorn, nach Göttingen. Weitere wert­volle Kunst­werke kamen durch Schen­kungen und Ver­mächt­nisse einiger Göttinger Professoren hinzu (z.B. Baum 1882, Hasse 1902, Dilthey 1907). Der letzte Zu­gang erfolgte in den 1950er Jahren.
      In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Restau­rierungs­paten­schaften ein­ge­worben werden, so dass einige der ita­lienischen Gemälde nun nach und nach restauriert werden. Nicht nur die Res­tau­rierungen, die den Gemälden neuen Glanz verleihen, geben einen will­kommenen An­lass, den ge­reinigten und wieder­her­ge­stellten Kunst­werken mehr Auf­merk­sam­keit zu schenken. Auch macht die Tat­sache, dass die ita­lie­nischen Werke der Göttinger Kunst­sammlung bis heute nur in den wenigsten Fällen Ein­gang in die Forschungs­dis­kussion ge­funden haben, eine grund­legende wissen­schaft­liche Unter­suchung des italienischen Be­stands sowie die Ver­öffent­lichung der Er­geb­nisse zwingend not­wendig.
      Bereits in den späten 1950er Jahren hatten die damalige Göttinger Assistentin Dr. Lucy von Weiher und der nach Amerika emigrierte Prof. Dr. Wolfgang Stechow eine über­ar­beitete Neu­auf­lage des knappen und un­be­bil­derten Bestands­katalogs von 1926 geplant, mit dem Ziel, die Gemälde der Sammlung durch eine wissen­schaftliche Be­ar­beitung und die Abbildung aller Ob­jekte der inter­natio­nalen Forschung zu­gäng­lich zu machen. Leider kam das Projekt nicht zum Ab­schluss.
      Die letzte zu­sammen­hängende Er­fassung der ita­lie­nischen Gemälde erfolgte in dem von Dr. Gerd Unverfehrt heraus­gege­benen Katalog über die nieder­ländischen Kunst­werke der Sammlung (1987). Das dort an­ge­hängte Ver­zeich­nis der ita­lie­nischen Werke geht je­doch über tech­nische An­gaben und Eck­daten nicht hinaus.
      Gemeinsam mit Studierenden der Kunst­geschichte wird derzeit ein fundierter Bestands­katalog der ita­lie­nischen Gemälde der Göttinger Kunst­sammlung er­ar­beitet, der voraus­sichtlich Ende 2015 im Universitäts­verlag Göttingen er­scheint.

      Zur Ausstellung "Italiener in Göttingen"

      Göttinger Kirchen des Mittelalters

      Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“

      Wintersemester 2013/2014

      Leitung: PD Dr. Jens Reiche, PD Dr. Christian Scholl

      (abgeschlossenes Projekt)

      Das Forschungs­projekt, das im Rahmen des von der Hoch­schul­didaktik der Uni­versität Göttingen an­gebotenen Pro­gramms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“ durch­geführt wird, bietet eine längst über­fällige archi­tektur­his­torische Auf­arbeitung der Göttinger Kirchen des Mittel­alters, die sowohl einen präzisen Zu­griff auf die Ob­jekte als auch eine diachrone Dar­stellung der Göttinger Sakral­bau­kunst vom 13.-15. Jahr­hundert leistet.
      Mit den Pfarr­kirchen St. Johannis, St. Jacobi, St. Albani, St. Marien und St. Nikolai sowie der Pauliner­kirche ver­fügt Göttingen über einen Be­stand von sechs be­deutenden gotischen Kirchen des 14. und 15. Jahr­hunderts. Die Stadt bietet folg­lich auf engstem Raum die Mög­lich­keit, Ein­blicke in die Ge­stalt und Funktions­weise mittel­alter­licher Sakral­archi­tektur zu ge­winnen. Für eine Stadt dieser Größe ist dies durch­aus be­merkens­wert: Göttingen wird im süd­lichen Nieder­sachsen dies­be­züg­lich nur von Braunschweig über­troffen, das aller­dings im Mittel­alter eine wesent­lich größere Stadt ge­wesen ist.
      Umso er­staun­licher ist es, dass eine ver­tiefende kunst­historische Bear­beitung der sechs Bauten bis­lang nicht er­folgt ist. Im Gegen­satz zu den eben­falls über­regional wichtigen Göttinger Altären des Spät­mittel­alters, denen jüngst (2012) eine Publika­tion ge­widmet worden ist, sind die Göttinger Kirchen, ab­gesehen von einem relativ kurzen Arti­kel von 1987 und älteren populär­wissen­schaft­lichen Zu­sammen­stellungen, nie über­greifend wissen­schaft­lich be­ar­beitet worden.
      Ziel des Forschungs­projektes ist es, die Bau­geschichte der sechs er­haltenen Kirchen in ihrer relativen und ab­soluten Chronologie zu klären, aber auch Aus­blicke auf die ver­loren­ge­gangenen Bauten zu ver­mitteln. Dabei geht es um die lokale und regionale Ein­bindung dieser Ob­jekte, aber auch um ihre weiter­reichenden Be­züge zur gotischen Archi­tektur. Diese Bau­geschichte wird in ihren his­torischen Zu­sammen­hängen er­schlossen, wobei unter anderem ge­fragt wird, auf welcher Grund­lage es etwa um die Mitte des 14. Jahr­hunderts zu einer regel­rechten Neu- bzw. Um­bau­welle in Göttingen ge­kommen ist. Um das Thema im Rahmen des „Forschungsorientierten Lehrens und Lernens“ be­wältigen zu können, kon­zentriert sich das Vor­haben auf die Archi­tektur und zieht die Aus­stattung nur dann heran, wenn sie Auf­schlüsse auf die Archi­tektur­ge­schichte bietet.
      Um die mittel­alter­liche Archi­tektur erfassen zu können, ist aller­dings ein Blick auf die nach­mittel­alter­liche Nutzungs- und Res­taurierungs­ge­schichte er­for­der­lich. Reformations­zeit, Auf­klärung, Historismus und Moderne haben jeweils zu funk­tionalen Über­formungen ge­führt, deren Kennt­nis zur Er­schließung der mittel­alter­lichen Bau­geschichte von grund­legender Be­deutung ist. Als besonders ein­schneidend er­weisen sich dabei die Res­tau­rierungen im späten 19. Jahr­hundert unter Conrad Wilhelm Hase (vor allem an St. Johannis und St. Marien). Indem diese in den Blick ge­nommen werden, er­öffnet sich ein thematischer Neben­schau­platz, der als Bei­trag zur Ge­schichte der Denk­mal­pflege auch eigen­ständiges Interesse be­an­spruchen darf.
      Die an­ge­messene wissen­schaft­liche Be­gleitung wird durch die Betreuer bzw. Mentoren gewähr­leistet, die beide bereits durch ein­schlägige Publika­tionen zur mittel­alter­lichen Archi­tektur­ge­schichte hervor­ge­treten sind und sich außer­dem auf­grund einer Reihe von Lehr­ver­an­staltungen auch mit der Göttinger Materie bestens aus­kennen. Die Er­gebnisse werden in eine mit dem Uni­versitäts­verlag Göttingen zu er­ar­beitende Buch­publika­tion ein­fließen. Mit dieser wird sowohl den Fach­leuten als auch dem interessierten Publikum ein Standard­werk zur Ver­fügung ge­stellt werden, wie es zur Archi­tektur der Göttinger Kirchen bislang fehlt.


      Bilder der Gegenwart.
      Ein kunst- und bildwissenschaftliches Forschungsprojekt zum digitalen Bild


      Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“

      Dr. Harald Klinke, Dr. Lars Stamm


      (abgeschlossenes Projekt)

      Das digitale Bild ist inzwischen all­gegen­wärtig und ist bereits tief in den Lebens­alltag ein­ge­drungen. Dadurch regelt es nicht nur die Art und Weise wie wir Fotos machen oder mit Computer­spielen inter­agieren, sondern das neue Bild­medium be­stimmt viel­mehr, wie wir die Welt wahr­nehmen und wie wir unsere Wahr­nehmung visuell kommuni­zieren. In unserer Kultur ist jeder­mann jeder­zeit und über­all digital ver­netzt und be­wegt sich ständig in virtuellen Bild­welten, die ent­weder digi­tali­siert oder pro­grammiert sind.
      Die Kunst­ge­schichte war von jeher auch eine Bild­ge­schichte und hat über den medialen Ver­gleich der Ob­jekte ihre je­weiligen Besonder­heiten heraus­ge­ar­beitet, um die ästhe­tischen Mög­lich­keiten und pro­duktiven Grenzen des Mediums aus­zu­loten.
      Aus diesem Grund ist es gerade die Kunst­ge­schichte, die den gegen­wärtigen und längst nicht ab­ge­schlossenen Ent­wick­lungen des neuen Bild­mediums be­gleiten kann. So stellen sich zunächst Fragen nach dem Begriff des „Digitalbildes“ oder „Digitalfotos“. Dahinter ver­ber­gen sich tech­nische Fragen, aber auch philo­so­phische Fragen nach einer Theorie des Bildes und seines Mediums. Schließ­lich kann ein his­to­rischer Ver­gleich der Bild­medien Auf­schluss über die Onto­lo­gie des digi­talen Bildes geben. Das digi­tale Bild ist auf­grund seiner Omni­präsenz zu einem wichtigen Be­stand­teil der gegen­wärtigen Kultur ge­worden. In bild­onto­lo­gischer Hin­sicht unter­scheidet es sich jedoch stark von einem Tafel­bild oder einer Foto­grafie, da seine tech­nischen und materiellen Be­ding­ungen als ein codiertes Bild mit dis­kreten Werten völlig andere sind.
      Das Projekt findet im Rahmen des „Forschungsorientierten Lehren und Lernen“ (FoLL) statt, das ge­fördert wird vom ge­mein­samen Bund-Länder-Programm für bessere Studien­be­ding­ungen und mehr Qualität in der Lehre (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur).
      Ergebnisse des Projektes werden in einer Publikation ver­öffent­licht sowie in einer Präsen­tation und im Rahmen eines Symposiums vor­gestellt.


      Die Glaskunstbestände des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig

      (abgeschlossenes Projekt)

      Das Kunstgeschichtliche Seminar und das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig führten von Herbst 2011 bis Herbst 2013 ge­mein­sam unter der Lei­tung von Prof. Dr. Jochen Luckhardt (Braunschweig) und Prof. Dr. Carsten-Peter Warncke (Göttingen) ein vom Nieder­sächsischen Minis­terium für Wissen­schaft und Kultur ge­för­dertes Pro­jekt zur Er­for­schung der Glas­kunst­be­stände im HAUM durch. Dabei er­ar­beitete eine Gruppe fort­ge­schrittener Studie­render einen wissen­schaft­lichen Kata­log sämt­licher Ob­jekte des Museums auf der Basis um­fassender kunst- und natur­wissen­schaft­licher Un­ter­suchungen. Die Er­geb­nisse wurden auf einer Fach­tagung zur Dis­kussion ge­stellt, seit Oktober 2013 liegt die Publika­tion in Form eines wissen­schaft­lichen Be­stands­kataloges vor.


      Gattungstheorie und Gattungspraxis: Untersuchungen zum Bestand der Gemälde des 19. Jahrhunderts in der Göttinger Universitätskunstsammlung

      (abgeschlossenes Projekt)

      Nach Sanierungsmaßnahmen ist die Gemälde- und Skulpturen­galerie im April 2011 in neuem Ge­wand wieder er­öffnet worden. Ein beson­deres Augen­merk fiel dabei auf einen bis­lang nahezu un­bear­beiteten Be­stand von Gemälden des 19. Jahr­hunderts. Es handelt sich um Werke, die in ihrer spezi­fischen Be­deu­tung erst in den letzten Jahr­zehnten wieder in den Fokus der kunst­his­to­rischen For­schung ge­rückt sind. Durch ihre Bear­beitung er­folgt somit ein un­mittel­barer An­schluss an aktuelle wissen­schaft­liche Debatten.
      Dieser Be­stand um­fasst ca. 25 Werke ver­schie­dener Gattungen (religiöse und profane Historien, Genre, Land­schaft, Still­leben), an­hand derer sich die kunst­ge­schicht­lichen Gattungs­dis­kurse im 19. Jahr­hundert auf exempla­rische Weise nach­vollziehen lassen. Hierzu gehören, um nur einige Künstler zu nennen, Gemälde des ersten Göttinger Kunst­geschichts­professors Johann Domenicus Fiorillo, des Hannoveraner Hof­malers Carl Oesterley, eines Göttinger Historien­malers mit Namen Friedrich Spangenberg sowie des Haupt­ver­treters der Weimarer Maler­schule, Karl Buchholz.
      Die Aufarbeitung dieses bedeutenden Be­standes, er­mög­licht grund­legende Ein­sichten in die große Band­breite künstlerischen Schaffens dieses Jahr­hunderts und ver­mittelt zu­gleich eine Viel­falt methodischer Heran­gehens­weisen.

      Methodische Herangehensweise

      Um die zuvor formulierten Ziele zu verfolgen, werden Stu­die­rende diese weit­gehend un­er­forschten Gemälde der Göttinger Kunst­samm­lung selb­ständig bear­beiten. Einen wichtigen Be­stand­teil bildet hierbei die eigen­ständige For­schung der Stu­die­renden in Archiven, Biblio­theken und externen Samm­lungen. Die Unter­suchung be­gleitend soll ein inten­siver Aus­tausch mit Ex­perten anderer Ein­richtungen aus Uni­ver­sitäten und Museen ent­wickelt werden, der in einem von den Studierenden or­gani­sierten Fach­kolloquium vor den Originalen seinen vor­läufigen Ab­schluss findet.
      Im Zuge des Pro­jektes ist im Sommer 2012 die Publika­tion eines wissen­schaft­lichen Be­stands­kataloges mit den neu­ge­wonnenen Er­kennt­nissen, sowie eine ab­schließende Sonder­aus­stellung zur Prä­sentation des Samm­lungs­bereiches ge­plant.


      Forschungsgruppe

      Die Mitglieder der Forschungsgruppe:
      (oben, v. l.) Phil Miller, Verena Suchy, Julia Diekmann, Lisa Weiß; (unten, v. l.) Ifee Tack, Jan Stieglitz; (nicht im Bild) Katharina Immoor, Janna Krützer, Christina Eifler; Mentor: PD Dr. Christian Scholl, Betreuerin: Dr. Anne-Katrin Sors