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Presseinformation: KI-Texte entlarven

Nr. 16 - 12.02.2026

DFG fördert Projekt an der Universität Göttingen zu neuer Generation der Textanalyse

 

(pug) Im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, in dem generierte Texte kaum noch von menschengemachten zu unterscheiden sind, stellen sich zentrale Fragen: Woran erkennen wir den Ursprung eines Textes? Und wie genau verstehen diese Maschinen sprachliche Feinheiten? Damit beschäftigen sich unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im neuen Forschungsprojekt „Paraphrase Types“ an der Universität Göttingen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben drei Jahre lang mit insgesamt rund 340.000 Euro.

 

Wenn es darum geht, KI-modifizierte Texte zu erkennen, funktionieren bisherige Systeme meist binär: Sind sich zwei Absätze ähnlich oder nicht? Die Forschung zum „Warum“ steckt jedoch noch in den Kinderschuhen: Bestehen die Unterschiede nur in einem einfachen Worttausch, einer Änderung der Satzstruktur oder einem komplexeren Wechsel des argumentativen Aufbaus? „Wir gehen davon aus, dass einige große Sprachmodelle wie zum Beispiel ChatGPT bestimmte Änderungen häufiger oder anders verwenden als menschliche Autorinnen und Autoren“, erklärt Projektleiter Dr. Terry Ruas von der Forschungsgruppe „Analyse wissenschaftlicher Informationsressourcen“.

 

Wer diese „Fingerabdrücke“ entschlüsselt, kann KI-Texte zuverlässiger identifizieren. Die Forschenden im Projekt wollen genau diese feinen Unterschiede in mehreren Sprachen sichtbar machen. „Dieser Ansatz hat große praktische Relevanz, weil ein besseres Verständnis von KI-Generierungsmethoden unter anderem die Plagiatserkennung revolutionieren könnte“, sagt Dr. Jan Philip Wahle, der seine Dissertation zum Thema geschrieben hat und nun als Projektleiter in der Forschungsgruppe arbeitet. Da KI-Systeme heutzutage mit wenig Aufwand große Textmengen umschreiben können, stoßen herkömmliche Erkennungsprogramme an ihre Grenzen.

 

„Unser Ziel ist es, KI damit nicht nur transparenter, sondern auch nützlicher für die Gesellschaft zu machen“, ergänzt Wahle. „Stellen wir uns eine App vor, die komplexe Behördentexte automatisch in einfache Sprache umwandelt, um sie für Menschen mit Leseschwierigkeiten verständlich zu machen, oder Tools, mit denen man neue Sprachen lernt, die aber Übungssätze gezielt an die individuellen Schwächen der Lernenden anpassen.“ Das Projektteam arbeitet international mit Forschenden des National Institute of Informatics in Japan zusammen. Alle Modelle und Datensätze werden öffentlich zugänglich gemacht, um die Weiterentwicklung transparenter KI-Systeme zu fördern.

 

Kontakt:

PD Dr. Terry Ruas

Georg-August-Universität Göttingen

Forschungsgruppe „Analyse wissenschaftlicher Informationsressourcen“

Telefon: (0551) 39-25832

E-Mail: terry.limaruas@uni-goettingen.de

Internet: https://gipplab.uni-goettingen.de/team/